Rot ist die Farbe der Sozialisten
© Stefan Eling
Der Sozialismus ist eine
politische Lehre mit zwei Hauptströmungen. Es gibt einen
revolutionären Sozialismus und einen
demokratischen Sozialismus. Einige Grundideen des Sozialismus sind schon im 18. Jahrhundert, in der Zeit der
Aufklärung, beschrieben worden. In der
Französischen Revolution von 1789 wurde dann der Ruf laut:
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (heute würden wir statt Brüderlichkeit
Solidarität sagen). Der Sozialismus betont die Gleichheit und Brüderlichkeit, während der
Liberalismus die Freiheit in den Vordergrund stellt. Aber erst als es im 19. Jahrhundert mit der
Industrialisierung immer mehr
Armut und Elend unter den Arbeitern gab, entwickelte sich der Sozialismus zu einer Massenbewegung. Seine verschiedenen Ideen wurden nun zu einer politischen Lehre zusammengefasst.
Am Ende des 19. Jahrhunderts vertraten die Arbeiterschaft und die
Gewerkschaften den demokratischen Sozialismus, der "gemäßigter
Reform-
Sozialismus" genannt wurde. Durch eine schrittweise Veränderung sollten die
wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse und damit die Lebensbedingungen der Menschen verbessert werden. Keiner sollte mehr über andere Menschen Macht ausüben, wenn er dafür nicht von allen demokratisch gewählt wird. Aus dieser Bewegung ist die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, die SPD, hervorgegangen.
Der revolutionäre Sozialismus, der sich als zweite Hauptströmung entwickelte, strebte dagegen einen gewaltsamen Umsturz und einen
radikalen Neuanfang in Wirtschaft und
Gesellschaft an. Er verstand sich als Übergangsstadium zum Kommunismus. Nach der
russischen Oktoberrevolution im Jahre 1917 entstand so in der
Sowjetunion der "real existierende Sozialismus". Und auch in anderen
Staaten wurde das sozialistische System eingeführt. Um 1990 kam es zum Zusammenbruch vieler sozialistischer Gesellschaftsordnungen.
In den demokratischen Staaten Westeuropas gibt es nach wie vor sozialistische und sozialdemokratische
Parteien. Sie wollen Vorstellungen des Sozialismus auf der Grundlage der Demokratie verwirklichen.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid
Was ist der Unterschied zwischen Sozialismus und Kommunismus??
Antwort der Redaktion:
Hallo Giulia, schau dir doch mal diese beiden Begriffe in diesem Lexikon an, dann siehst du sicher schnell selbst, wo die Unterschiede liegen. Ein Tipp: Der Sozialismus beschreibt in erster Linie die Verhältnisse in der Arbeitswelt, es geht hier um Besitz und Herrschaft, dagegen beschreibt der Kommunismus eine
Gesellschaftsform, die auf dem Sozialismus aufbaut. Der
revolutionäre Sozialismus ist also eine Vorstufe der
kommunistischen Gesellschaft.
War die Ostzone, wo meine Oma wohnt, ein sozialistisches Land?
Antwort der Redaktion:
Viele Leute haben früher "Ostzone" zur
DDR gesagt. Die DDR hat von sich behauptet, ein sozialistischer
Staat zu sein. Aber viele Ideen des Sozialismus sind dort nicht verwirklicht worden (dazu haben wir etwas in dem Beitrag geschrieben).