Dieses Wort wird in der Umgangssprache gebraucht. Es müsste aber genau genommen „Spießbürger“ heißen. Denn der Begriff stammt aus dem Mittelalter. Ärmere Stadtbürger, die sich als Waffe nur einen einfach herzustellenden Spieß leisten konnten, wurden von anderen
Bürgern von oben herab behandet und verächtlich angesehen.
Heute werden mit diesem Wort abwertend Menschen bezeichnet, die an kleinlichen oder engstirnigen Anschauungen festhalten. Sie sind geistig unbeweglich, alles soll immer so bleiben, wie es war. Spießer wehren sich gegen jede Veränderung in ihrem gewohnten Umfeld, sie lehnen den Fortschritt und Neuerungen ab. Mit einer spießigen Haltung ist oft auch
Intoleranz gegenüber den Mitbürgern verbunden: diejenigen, die anders sind, werden verachtet, deren Lebenseinstellungen wird nicht akzeptiert.
Übrigens gibt es "Spießer" auch in der Jägersprache. Damit ist ein Hirsch mit einem besonders kräftig entwickelten Geweih gemeint.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid
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