Von "Staatsbankrott" spricht man, wenn ein Staat seine
Schulden nicht mehr bezahlen kann. Dies kann unterschiedliche Gründe haben. Die meisten
Staaten machen Schulden, um die Dinge zu bezahlen, die ihnen wichtig sind. Sie leihen sich also Geld, zum Beispiel bei den
Bürgern oder auch bei Unternehmen oder anderen Staaten. Dazu verkaufen sie sogenannte
Staatsanleihen. Die Käufer dieser Anleihen vertrauen darauf, dass der Staat die vereinbarte Summe sowie die vereinbarten
Zinsen zurückzahlt. Das ist auch in der Regel der Fall. Die Staaten zahlen ihre Schulden zurück aus den Steuereinnahmen oder anderen Einnahmen.
Wenn aber die Schuldenhöhe so hoch wird, dass die Einnahmen nicht mehr reichen, um das Geld zurückzuzahlen und auch keine neuen Schulden aufgenommen werden können, dann spricht man von Staatsbankrott (oder auch "Staatsinsolvenz"). Die Folge ist dann, dass der Staat seine Aufgaben nicht mehr richtig erfüllen kann. Zum Beispiel kann er dann die
Beamten nicht mehr bezahlen oder auch notwendige Straßenbaumaßnahmen nicht mehr durchführen.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid