Der Staat hat, wie jeder Privathaushalt, eine Menge Ausgaben. Der Staat bezahlt zum Beispiel den Straßenbau, die Verwaltungsbeamten,
Arbeitslosen-
und
Kindergeld und vieles mehr. In jedem Jahr betragen diese
Staatsausgaben viele Milliarden Euro. Aber der Staat hat auch Einnahmen. Die
Bürger verdienen Geld, sie stellen Güter her oder erbringen
Dienstleistungen. Alles das hat einen bestimmten Wert. Zusammengenommen ist es das sogenannte
Bruttoinlandsprodukt eines
Staates. Die Staatsquote (man sagt auch "Staatsausgabenquote") ist das Verhältnis zwischen dem Geld, das der Staat zur Erfüllung seiner Aufgaben ausgibt, und dem, was seine Bürger erwirtschaften, also dem Bruttoinlandsprodukt. Dieses Verhältnis wird in Prozent gemessen. Ein Beispiel: Nehmen wir an, das Bruttoinlandsprodukt beträgt in einem Jahr zwei Milliarden Euro und die Staatsausgaben liegen bei einer Milliarde Euro, also der Hälfte. Dann beträgt die Staatsquote genau 50 Prozent.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid
Sehr geehrter Herr Schneider
Ich möchte gerne von Ihnen wissen, welche Maßnahmen dafür benötigt werden die Staatsquote zu senken und was wären die Folgen daraus.
Freundliche Grüsse Mario
Antwort der Redaktion:
Hallo Mario, nicht einmal die Wirtschaftswissenschaftler sind sich einig darüber, ob diese Quote sinken oder ob sie steigen sollte. Vereinfachend kann man sagen, dass es zwei Positionen gibt: die angebotsorientierte und die nachfrageorientierte
Wirtschaftspolitik. Anhänger der Angebotsorientierung glauben, es sei das beste, wenn der
Staat möglichst auf Eingriffe in den Markt verzichtet. Sie fordern daher auch eine Senkung der Staatsquote. Die kann dadurch erreicht werden, dass der Staat seine Ausgaben reduziert, indem er zum Beispiel weniger Geld für öffentliche Einrichtungen wie Schwimmbäder ausgibt.
Die Anhänger der nachfrageorientierten
Politik hingegen sind der Meinung, dass wir einen aktiven Staat brauchen. Sie fordern, dass der Staat mehr Investitionen durchführen soll, also zum Beispiel mehr Schwimmbäder bauen soll. Sie wollen, dass die Staatsquote steigt.
Warum kann Staatsverschuldung eine steigende Staatsquote auslösen? Was wird geschädigt durch die steigende Staatsquote? Vielleicht ein Beispiel? Danke schön!
Antwort der Redaktion:
Hallo Ellie, folgendes Beispiel könnte dir beim Verständnis der Staatsquote helfen: Im Text oben steht ja bereits, dass bei einem
BIP von zwei Milliarden Euro und
Staatsausgaben von einer Milliarde Euro die Staatsquote bei 50 Prozent liegen würde. Bleibt das BIP gleich, aber der Staat gibt mehr Geld aus, steigt die Staatsquote: Würde er zum Beispiel 1,5 Milliarden Euro ausgeben, läge die Staatsquote bei 75 %. 75 % des BIP kämen also durch die Ausgaben des
Staates zustande.
Aber nicht einmal Wirtschaftswissenschaftler sind sich einig darüber, ob es besser ist eine sinkende oder steigende Staatsquote zu haben. Vereinfachend kann man sagen, dass es zwei Positionen gibt: die angebotsorientierte und die nachfrageorientierte
Wirtschaftspolitik. Anhänger der Angebotsorientierung glauben, es sei das beste, wenn der Staat möglichst auf Eingriffe in den Markt verzichtet. Sie fordern daher auch eine Senkung der Staatsquote. Die kann dadurch erreicht werden, dass der Staat seine Ausgaben reduziert, indem er zum Beispiel weniger Geld für öffentliche Einrichtungen wie Schwimmbäder ausgibt.
Die Anhänger der nachfrageorientierten
Politik hingegen sind der Meinung, dass wir einen aktiven Staat brauchen. Sie fordern, dass der Staat mehr Investitionen durchführen soll, also zum Beispiel mehr Schwimmbäder bauen , weil das Arbeitsplätze schafft. Sie wollen, dass die Staatsquote steigt.