Stiftungen gab es bereits im Altertum. So vererbte der Philosoph Platon seinen Schülern ein wertvolles Stück Land, damit sie in seinem Namen seine Schule weiterführen konnten. Im Mittelalter schufen
religiöse Orden Stiftungen, um religiöse und soziale Projekte zu fördern. Auch heute stellen immer wieder Menschen ihr Vermögen zur Verfügung, damit etwas Sinnvolles damit gemacht wird. Stiftungen sind Organisationen, die dieses Geld verwalten und zum Wohle der Allgemeinheit für
kulturelle, wissenschaftliche, religiöse oder andere Zwecke einsetzen. Es gibt
Gesetze, die festlegen, wie die Stiftungen funktionieren müssen.
Was für Stiftungen gibt es? Zum Beispiel kann von Privatleuten eine Bibliothek oder eine Kunstsammlung gestiftet werden. Das gestiftete Geld kann aber auch der Erforschung einer bestimmten Krankheit dienen. Eine sehr berühmte Stiftung ist die Stiftung des Erfinders Alfred Nobel. Seit 1901 verleiht die Nobelstiftung die sogenannten Nobelpreise für herausragende Leistungen im Bereich der Wissenschaft (Physik, Chemie, Medizin), sowie der Literatur. Seit 1969 werden besondere Leistungen im Bereich der Wirtschaftswissenschaft ausgezeichnet. Mit dem
Friedensnobelpreis werden Menschen und Organisationen geehrt, die sich besonders für die Bewahrung des Friedens eingesetzt haben.
Neben den Stiftungen durch Privatleute gibt es auch öffentliche Stiftungen. Dabei kann es sich um Schulen, Kindergärten oder sonstige Bildungseinrichtungen handeln, die von
Gemeinden, dem
Bund oder großen öffentlichen Verbänden und Organisationen eingerichtet werden. Eine sehr bekannte Stiftung, die oft in den
Medien genannt wird, ist die „Stiftung Warentest“, die 1964 von der
Bundesrepublik Deutschland gegründet wurde. Sie hat die Aufgabe, die Öffentlichkeit durch vergleichende Wartentestes über die Qualität der angebotenen Produkte zu informieren. So erhalten die Käufer eine Hilfestellung bei der Auswahl seines täglichen Bedarfs.
Ergänzend sei bemerkt, dass es in anderen Ländern andere Regelungen für Stiftungen gibt. So dienen zum Beispiel die Stiftungen, die deutsche Steuerflüchtlinge mit ihrem Geld in Liechtenstein gründen, alleine dem Zweck, ihrer Steuerpflicht in Deutschland zu entkommen. Damit verstoßen sie gegen deutsche Steuergesetze und handeln illegal. Mit den
gemeinnützigen Stiftungen, von denen wir in Deutschland sprechen, haben diese Stiftungen nichts zu tun.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid
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