Arbeitnehmer und Arbeitgeber verhandeln über die Höhe von Löhnen und Gehältern und über Arbeitszeiten. Wenn sie sich nicht einigen können, kann es zu einem
Arbeitskampf kommen. Dann können Arbeitnehmer für eine bestimmte Zeit ihre Arbeit niederlegen. Das ist ein Streik. (Das Wort kommt vom englischen Wort "to strike", das bedeutet "stoßen" oder "schlagen".) Auf diese Weise wollen die Arbeiter und Angestellten ihre Forderungen durchsetzen. Sie wollen die Arbeitgeber unter Druck setzen, denn wenn nicht gearbeitet wird, kann ein Betrieb in dieser Zeit nichts verdienen. Streikposten verhindern vor den Toren der Betriebe, dass Arbeitswillige ihren Arbeitsplatz erreichen.
Die Rolle der GewerkschaftenMeistens wird ein Streik von den
Gewerkschaften organisiert. Vorher aber müssen alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um zu einer Einigung mit den Arbeitgebern zu kommen. Wenn die Verhandlungen gescheitert sind, müssen in einer sogenannten "Urabstimmung" die Mitglieder der Gewerkschaften entscheiden, ob sie streiken wollen. Nur wenn die
Mehrheit zustimmt, kann gestreikt werden. Wenn nur für ein bis zwei Stunden die Arbeit niedergelegt wird, heißt das "Warnstreik".
Erzieherinnen und Sozialarbeiter streiken für bessere Arbeitsbedingungen
© picture-alliance / dpa
Ein Warnstreik kann während der
Tarifverhandlungen und ohne Urabstimmung stattfinden. Arbeitsniederlegungen, die nicht von den Gewerkschaften organisiert sind, werden als "wilde Streiks" bezeichnet. Sie sind rechtswidrig. Oft hört man auch von "Schwerpunktstreiks". Dann legen Arbeiter nur in besonders wichtigen Betrieben die Arbeit nieder. Wenn zum Beispiel ein Betrieb bestreikt wird, der Ersatzteile für die Autoindustrie herstellt, kann damit die gesamte Autoindustrie getroffen werden, weil überall die Ersatzteile fehlen. Beim "Bummelstreik" wird die Arbeit betont langsam erledigt. Bei einem "Generalstreik" wird überall im Lande gestreikt, um bestimmte Entscheidungen zu erzwingen. In
Deutschland ist der Generalstreik allerdings nur in sehr begrenzten Ausnahmefällen erlaubt.
Es gibt auch Streiks, die mit einem Arbeitskampf nichts zu tun haben: Ein "Sitzstreik" ist meist eine
politische Demonstration. Mit einem "Hungerstreik" wollen zum Beispiel
Gefangene bessere Haftbedingungen erzwingen.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid
Hallo, könnten Sie uns bitte für ein Referat über Aussperrung Beispiele von Firmen etc. nennen? Ab wann gab es die Aussperrung?
Mit freundlichen Grüßen
Isabel
Antwort der Redaktion:
Hallo Isabel, auf den Seiten des Deutschen Historischen Museums findest du
hier ein paar Informationen über Streiks und Aussperrungen im Allgemeinen. Beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales findest du unter
diesem Link bei Punkt III. Nr. 4 eine Tabelle mit wichtigen Zahlen zu allen Streiks und Aussperrungen in der Bundesrepublik seit 1951.
Wenn du noch Fragen zu
diesem Lexikon-
Eintrag hast, kannst du sie hier stellen. Schreib deine Frage bitte in einen Satz. Stichworte reichen nicht aus.
Bevor du eine Frage stellst, lies auf jeden Fall
den Beitrag oben. Oft steht da schon die Antwort auf deine Frage.
Schau auch erst nach, ob jemand anders nicht schon deine Frage gestellt hat und wir sie beantwortet haben.
Wir bemühen uns, die Fragen möglichst rasch zu bearbeiten. Manchmal aber müssen wir etwas länger überlegen, wie wir am besten antworten und das dauert dann etwas länger ;)