Wenn jemand eine Straftat begangen hat, angeklagt wird und sich vor
Gericht verantworten muss, hat er nach deutschem
Gesetz das Recht, sich zu verteidigen oder verteidigen zu lassen. Dazu braucht er in den meisten Fällen jemanden, der sich gut mit den Gesetzen auskennt. Das ist eine Rechtsanwältin oder ein Rechtsanwalt. Diese Rechtsgelehrten, wie sie in früheren Zeiten hießen, haben Rechtswissenschaft (Jura) studiert und dürfen Angeklagte vor Gerichten vertreten. Der Anwalt studiert sehr gründlich den Fall seines
Mandanten, also desjenigen, den er vertritt. Wenn der Anwalt davon überzeugt ist, dass sein Mandant unschuldig ist, versucht er, dies vor Gericht zu beweisen und einen Freispruch zu erwirken. Oder der Anwalt versucht -
oft mit Hilfe von Sachverständigen -
die Handlungsweise des Angeklagten zu erklären. Vielleicht ist der Angeklagte schwer beleidigt worden oder er war krank und kann deswegen für seine Tat nicht voll verantwortlich gemacht werden. Auf jeden Fall tun Anwälte alles, damit die Angeklagten möglichst keine oder eine geringe Strafe bekommen.
Natürlich kostet die Arbeit eines Rechtsanwaltes Geld. Aber wenn ein Angeklagter seinen Rechtsanwalt nicht bezahlen kann, hat er trotzdem Anspruch darauf, vor Gericht verteidigt zu werden. Dann sorgt der
Staat dafür, dass der Angeklagte einen Anwalt bekommt, das ist ein sogenannter Pflichtverteidiger.
Anwälte arbeiten aber nicht nur vor Gericht. Sie sind auch auf vielen anderen Gebieten tätig, in denen es um Rechtsfragen geht. Es gibt Fachanwältinnen und -
anwälte für Familienrecht, Steuerrecht, für Verkehrs-
oder Mietrecht, für Wirtschaftsrecht und
Arbeitsrecht und noch einige andere Bereiche.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid
wieviel verdient ein rechtsanwalt so ungefähr und was für einen abi-durchschnitt muss man haben? Wie lange dauert das Studium?
Antwort der Redaktion:
Hallo ole, um Rechtsanwalt zu werden, brauchst Du auf jeden Fall das Abitur, am besten ein ziemlich gutes. Aber der erforderliche Abi-
Schnitt ist von Universität zu Universität unterschiedlich. Am besten erkundigst Du Dich deswegen bei dem Berufsinformationszentrum BIZ im Arbeitsamt oder siehst direkt auf den Web-
Seiten der Unis nach. Das Studienfach nennt sich Rechtswissenschaft oder Jura und der Studienabschluß ist das Staatsexamen. Das reguläre Studium der Rechtswissenschaften dauert 9 Semester, danach wird das Erste Staatsexamen gemacht. Anschließend muss man zwei Jahre lang ein sogenanntes Referendariat machen und dann kommt das Zweite Staatsexamen. Wie lange das Studium genau dauert, hängt auch von dem
Bundesland ab, in dem man studiert. Denn die Studienordnung, also die Vorschriften, wie das Studium abzulaufen hat, sind in jedem Bundesland anders.
Wichtig für jemanden, der Rechtswissenschaften studieren möchte ist, dass sie oder er gut mit Sprache umgehen und sich gut ausdrücken kann. Eine Antwort auf die Frage nach dem
Gehalt findest Du hier in den FAQ bei der Frage von Alicia.
Halloo!! Also meine fragen wären: Wie stehen die Chancen eines Rechtsanwaltes auf dem Arbeitsmarkt, was sind die Arbeitszeiten und wie sind die Aufstiegschancen?
Antwort der Redaktion:
Hallo sigii, zu deiner ersten Frage: hier kommt es ganz allein auf die Noten nach Beendigung des Jurastudiums an. Die Situation auf dem
Arbeitsmarkt ist derzeit nicht ganz so toll (aber das kann sich ja ändern, wenn du mal Juristin sein solltest). Es gibt Juristen, die Anwälte sind, aber auch viele Juristen, die andere Jobs machen, weil sie keinen Fuß im Beruf fassen konnten. Jährlich beenden etwa 10.000 das Jurastudium. Zu deiner zweiten Frage: die Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen sind selbstständig tätig. Daher kann man nicht allgemein von einer geregelten Arbeitszeit ausgehen. Man kann zum Beispiel von 8 bis 12 Uhr, oder von 8 Uhr bis 0 Uhr arbeiten. Und zu deiner dritten Frage: die Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen sind selbstständig, sie sind also ihr eigener Chef. Wenn man Rechtsanwalt oder Rechtsanwältin ist, kann man später
Richterin,
Politiker etc. werden. Es gibt auch Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen, die in einer grossen Kanzlei arbeiten, dort gibt es auch genügend Aufstiegschancen, wenn man Erfolgreich ist, bis zum/zur Teilhaber/in der Kanzlei.
Was muss man tun, um Anwalt zu werden? Auf welche Schule muss man gehen und wie lang?
Antwort der Redaktion:
Hallo dimi, man muss das Abitur machen und dann Rechtswissenschaften (das nennt man auch Jura) studieren. Das Examen macht man nach ungefähr vier Jahren. Danach muss man nochmal zwei Jahre eine Ausbildung machen, aber nicht in der Universität, sondern bei der
Staatsanwaltschaft, bei
Gericht, bei Anwälten und in der
Verwaltung. Danach gibt es wieder eine Prüfung und wenn man die bestanden hat, kann man Rechtsanwalt oder Rechtsanwältin werden.
Wie viel verdient ein Anwalt oder Änwaltin im monat (ungefähr)?
Antwort der Redaktion:
Hallo Alicia, das kann man nicht verallgemeinern. Anwälte und Anwältinnen sind selbstständig tätig. Sie bekommen kein festes
Gehalt z.B. vom
Staat. Es kommt also darauf an, wieviele
Mandanten (Kunden) sie haben und was sie für die Mandanten tun müssen.
Kann man nach dem Referendariat sofort als Rechtsanwältin arbeiten oder muss man erst eine Ausbildung machen?
Kann man ein Praktikum als Rechtsanwältin machen oder nur als Rechtsfachangestellte?
Antwort der Redaktion:
Hallo kira, am Ende des Referendariats kommt das Zweite Staatsexamen, danach kann man sofort als Rechtsanwältin in einer Kanzlei anfangen oder sich selbstständig machen. Eine spezielle Ausbildung braucht es dafür dann nicht mehr, es ist aber sinnvoll, schon während des Studium Praktika in Rechtsanwaltskanzleien zu machen, wenn man später diesen Beruf ergreifen wil. Auch im Referendariat gibt es einen Abschnitt, in dem man in einer Rechsanwaltskanzlei arbeitet.
Können Anwälte auch von zu Hause aus arbeiten?
Antwort der Redaktion:
Hallo Nico, ja, das ist möglich. Sie können ihr Büro auch zu Hause einrichten und sich dort mit ihren
Mandanten treffen.
Musss man eine Ausbildung oder ein Referendariat nach dem Studium machen?
Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Ausbildung und einem Referendariat oder gibt es da keinen?
Antwort der Redaktion:
Hallo Jan239, um als Rechtsanwalt oder
Staatsanwalt tätig zu sein, muss man heute ein
staatliches Referendariat nach dem Studium absolvieren. An dieses Referendariat schließt noch das sogenannte 2. Staatsexamen an, erst danach ist man wirklich fertig mit dem Studium. Das Referendariat ist eine Art praktische Ausbildung für Juristen, die sich an die theoretische Ausbildung an der Universität anschließt. Eine "normale" Ausbildung oder Lehre unterscheidet sich von einem Referendariat dadurch, dass dafür kein Studium nötig ist.
Ich bin erst 14 Jahre alt & hab schon seid langem vor später einmal Jura zu studieren & Rechtsanwältin zu werden. Ich informiere mich zurzeit im Internet habe aber noch nicht viel Ahnung. Naja nun zu meiner Frage..ich war mir eigentlich sicher aber nachdem ich Beiträge von Studenten die gerade Jura studieren gelesen habe habe icht etwas angst bekommen..die raten das nur ab. Es wäre schwer & sehr sehr viel zum Lernen. Viele sagen auch man hat keine Freunde. Man hat Bücher..also keine Freizeit. Ist das wirklich so schlimm ?
Ich bin mir etwas unsicher geworden -.-
& zum schluss hätte ich noch eine Frage..da ich jetzt in der 9ten Klasse auf einem Gymnasium bin muss ich bald einen Betriebspraktikum machen & da wollte ich wissen ob ich nicht schon im Praktikum etwas mit Jura machen kann,...könnte ich da nicht einfach zum Rechtanwalt gehn & die 2 Wochen ihm dabei zusehehn & auch helfen..so als Praktikum :)
Antwort der Redaktion:
Hallo Hatun, Rechtswissenschaften zu studieren ist sicherlich anspruchsvoll und nicht der leichteste Studiengang. Wenn einem das Fach aber wirklich Spaß macht, dann ist man auch bereit, viel dafür zu lernen und zu tun. Und dann schaffen es die meisten auch. Natürlich hat jeder mal einen Durchhänger im Studium und eine Phase, in der alles zu viel wird. Solange man aber noch überzeugt ist, dass Richtige zu studieren, gehen diese Phasen vorüber. Ob Rechtswissenschaften das richtige für dich sind, kannst du nur erfahren, indem du viele Informationen sammelst. Ein Praktikum bei einem Rechtsanwalt oder einer Rechtsanwältin ist auf jeden Fall möglich und bestimmt empfehlenswert für dich. Viel Erfolg bei der Suche nach einem
Praktikumsplatz!
Ich kann mich nicht sehr gut ausdrücken, möchte aber trotzdem rechtsanwalt werden. Hätte ich eventuell Chancen ein gutverdienender rechtsanwalt auf dem arbeitsmarkt zu werden?
Antwort der Redaktion:
Hallo robin182, sich gut ausdrücken zu können ist zwar eine wichtige, aber auf keinen Fall die einzige Eigenschaft, die ein guter Anwalt haben sollte. Du hast also auf jeden Fall die Möglichkeit, als Rechtsanwalt erfolgreich zu sein. Allerdings sollte der Punkt, "gutverdienend" zu sein, nicht ausschlaggebend für deine Berufswahl sein. Wichtiger ist, dass einem ein Beruf auch Spaß macht. Dann ist man auch eher bereit, an bestimmten Fähigkeiten noch extra zu arbeiten. Seine Ausdrucksfähigkeit kann man zum Beispiel verbessern, indem man viel liest.
was für ein abschluss brauch man für den beruf "Anwalt"?
Antwort der Redaktion:
Hallo Laura, man muss Jura (Rechtswissenschaft) studieren und dieses Studium mit einem Staatsexamen abschließen.
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