In Genf, dem Sitz der Weltgesundheitsorganisation (englisch: World Health Organization, abgekürzt WHO) befindet sich in einem Saal eine Wand mit riesigen Weltkarten. Darauf sind bestimmte Gebiete als farbige Flächen eingezeichnet: Die Verbreitung von Seuchen, schweren Epidemien oder ganz neu auftretenden Krankheiten sind markiert und sie werden stets den neuesten Zahlen und Entwicklungen angepasst. Man erkennt zum Beispiel, wo
Aids in Afrika und anderen Kontinenten verbreitet ist, wo es eine schwere Grippewelle in Asien gibt, wo Pest, Pocken, Cholera wieder auftreten oder auch, ob vermehrt irgendwo in der Welt die Tuberkulose ausbricht. Ständig werden alle Meldungen, Informationen und wissenschaftlichen Berichte gesammelt und die Karten aktualisiert.
Eines der Hauptziele der WHO besteht darin, für ein "Höchstmaß an
Gesundheit für alle
Völker" zu sorgen. Dazu gehört vor allem die Bekämpfung von schweren Seuchen, die ganze Bevölkerungsteile bedrohen könnten. Eine wichtige vorbeugende Maßnahme dabei ist die Verbesserung der Hygiene und der sanitären Einrichtungen in vielen Ländern. Die WHO stellt dazu Beratungsprogramme und Personal bereit.
Wenn auch noch keineswegs alle Ziele erreicht wurden, so hat die WHO doch schon beachtliche Erfolge erzielt: In den
Entwicklungsländern ist beispielsweise die Kindersterblichkeit zurückgegangen. Inzwischen gibt es dort auch sehr viel mehr medizinische Einrichtungen als noch vor einigen Jahre. Eines der weiteren großen Ziele der WHO ist es, das krasse Gefälle im Gesundheitswesen zwischen armen und reichen Ländern und zwischen der Stadt-
und Landbevölkerung abzubauen.
Die WHO wurde 1946 gegründet. Sie ist eine Sonderorganisation der
UNO. Ihre Regeln gelten seit dem 7. April 1948. Daher wird der Weltgesundheitstag jedes Jahr an diesem Datum begangen. Heute gehören der WHO 192 Länder an.