Das Wort kommt aus dem lateinischen "census", das heißt "Abgabe". Wer sich bei der
Bank Geld leiht, also einen
Kredit aufnimmt, muss das Geld in einem bestimmten Zeitraum zurückzahlen. Außerdem muss er noch eine Abgabe leisten, also Zinsen dafür zahlen, dass ihm die Bank zeitweise das Geld überlässt. Die Zinsen sind also der Preis, der gezahlt werden muss, damit man Geld geliehen bekommt. Mit dem Wort "Zins" sind noch eine Reihe von Spezialbegriffen verbunden. Die wichtigsten sind die "Sollzinsen" und die "Habenzinsen". Die Sollzinsen zahlt man an die Bank, wenn man einen Kredit bekommt. Die "Habenzinsen" bekommt man von der Bank, wenn man Geld auf seinem Sparkonto eingezahlt hat.
Manche werden schon festgestellt haben, dass die Höhe der Zinsen schwankt. Mal ist ein Kredit um ein viertel Prozent teurer, dann wieder bekommt man für das Sparguthaben weniger als noch vor einem Jahr. Dies alles hängt vom sogenannten Leitzins ab. Diesen legt die
Europäische Zentralbank (EZB), die in Frankfurt ihren Sitz hat, fest. Der Leitzins bestimmt, wie viele Zinsen die Banken bezahlen müssen, wenn sie sich bei der
Bundesbank Geld leihen. Und so ist der Leitzins auch dafür entscheidend, wie hoch die Zinsen sind, die wir für einen Kredit zahlen müssen.
Warum ändert sich der Leitzins immer wieder? Vereinfacht gesagt: Die Höhe des Leitzinses, den die einzelnen Banken (Fachbegriff "Geschäftsbanken") an die Zentralbank zu zahlen haben, ist deshalb unterschiedlich, weil auch beim Bankgeschäft, bei den Krediten, der Grundsatz von
Angebot und Nachfrage gilt. Wenn viele Kunden also sehr viel Geld haben wollen, wird das den Leitzins und damit auch die Sollzinsen für die Privatkunden erhöhen. Aber für die Erhöhung oder Senkung des Leitzinses spielen auch andere Dinge eine Rolle. So ist es zum Beispiel eine wichtige Aufgabe der EZB darauf zu achten, dass der Euro stabil bleibt, das heißt, dass das Geld nicht plötzlich weniger wert ist. Und um das zu erreichen kann es wichtig sein, den Leitzins zu erhöhen oder zu senken. Eine wichtige Aufgabe ist es auch, darauf zu achten, dass die
Wirtschaft gut funktioniert. Dafür kann es dann durchaus auch einmal wichtig sein, den Leitzins zu senken, um das Geld billiger zu machen oder genauer gesagt, um die Kreditaufnahme billiger zu machen.
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