Passt dir die Nase eines Mitschülers nicht? Oder die andere Meinung einer Mitschülerin? Kannst du es nicht gut ertragen, wenn dir jemand widerspricht oder sich anders verhält, als du es erwartest? Dann bist du nicht tolerant, denn Toleranz (der Begriff kommt aus dem Lateinischen) bedeutet, dass man auch andere Meinungen, Anschauungen oder Haltungen neben seiner eigenen gelten lässt. Denn die Menschen sind unterschiedlich und alle haben in unserem Staat das Recht, im Rahmen der Gesetze nach ihren Vorstellungen zu leben. So ist es zum Beispiel ein Gebot der Toleranz, zu akzeptieren, wenn Menschen unterschiedliche Religionen haben und dies auch zum Ausdruck bringen. In Deutschland werden keine Religionen verboten. Die Glaubens-
und Gewissensfreiheit ist in unserem Grundgesetz festgeschrieben. Man sollte aber nicht immer Toleranz zeigen: Wenn Menschen etwa gewalttätig werden, sollte man dies nicht dulden, nicht tolerieren, sondern sich mit anderen verbünden und die Bedrohten schützen. Das Gegenteil von Toleranz ist übrigens Intoleranz.
Der Vollständigkeit halber: Das Wort "Toleranz" benutzt man auch im Zusammenhang mit Maßen und Gewichten. Hier bezeichnet es die zulässige Abweichung, wenn eine Messung nicht hundertprozentig genau sein kann.
Gerd Schneider/ Christiane Toyka-Seid