Das Recht auf beide Eltern (Artikel 9)Diesen Artikel haben fast alle Staaten der Welt unterschrieben. Damit haben sie gesagt: Alle Kinder, auch du, haben das Recht, mit ihrem Vater und ihrer Mutter zusammenzuleben.
Die Situation weltweit Weltweit wachsen rund 143 Millionen Kinder ohne Vater, Mutter oder beide Elternteile auf. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich: Eltern sterben, die Familien werden durch Krieg und Vertreibung getrennt, Kinder werden entführt oder gehen auf der Flucht verloren, die Eltern verkaufen ihre Kinder oder jagen sie davon, damit sie sie nicht mehr ernähren müssen. In Ländern, in denen Krieg, bittere Armut oder Verfolgung herrschen, leben daher besonders viele Kinder von ihren Eltern getrennt. In Afrika verlieren Kinder ihre Eltern am häufigsten durch AIDS. In vielen Dörfern im südlichen Afrika fehlt die Generation der Eltern – sie sind an der tödlichen Immunschwächekrankheit gestorben. Insgesamt gibt es schon 12 Millionen Waisen, die ihre Eltern durch AIDS verloren haben. Die Kinder werden von Großeltern oder Verwandten versorgt oder schlagen sich als sogenannte Kinderhaushalte alleine durch. Besonders betroffen sind Kinder in Ruanda und Zimbabwe. Auch Straßenkinder sind Kinder ohne Eltern. Sie haben ihre Eltern entweder durch einen Schicksalsschlag verloren oder sie sind von ihren Eltern weggelaufen. Meistens wurden Straßenkinder zuhause misshandelt oder missbraucht. Sie versuchen, auf der Straße zu überleben und sich mit kleinen Jobs über Wasser zu halten. Das darf man nicht verwechseln mit Kindern, die arbeiten und auf Straßen oder Märkten etwas verkaufen, um ihre Eltern zu unterstützen! Während diese arbeitenden Kinder abends nach Hause gehen, verdrücken sich Straßenkinder zum Schlafen in U- ![]()
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Er ist acht Jahre alt und lebt in Ruanda, zusammen mit seinen Schwestern Valentine (16 Jahre), Florence (12 Jahre) und Emerthe (3 Jahre). Die Eltern sind beide gestorben: der Vater während eines Kampfes von bewaffneten Soldaten, die Mutter an einer schweren Krankheit. ![]()
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Valentine musste den Haushalt übernehmen. Seitdem versucht sie, Emmanuel und die anderen Geschwister durchzubringen. Das Haus ihrer Eltern und ein kleines Feld sind alles, was ihnen geblieben ist. Manchmal helfen die Großeltern, aber sie sind arm und müssen für andere Angehörige sorgen. ![]()
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Emmanuel hilft, wo er kann. Aber er will unbedingt weiter in die Schule gehen. Für seine Schuluniform, die Bücher und Stifte bezahlt unicef. Im Gesundheitszentrum werden die Kinder kostenlos behandelt. ![]()
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Die Situation in Deutschland In Deutschland leben über zwei Millionen Kinder mit nur einem Elternteil zusammen, meist mit der Mutter. Oft haben sich die Eltern getrennt oder scheiden lassen. Manchmal verschwindet ein Elternteil auch aus anderen Gründen aus dem Alltag eines Kindes: weil es stirbt, im Gefängnis sitzt oder abgeschoben wird. Kinder, die nur mit einem Elternteil zusammenleben, haben ein größeres Risiko, arm zu werden als Kinder aus vollständigen Familien. Meist können Alleinerziehende nicht so viel oder so flexibel arbeiten wie Eltern, die ihr Kind gemeinsam großziehen. Im Jahr 2005 waren in Deutschland fast 60.000 Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien untergebracht. Mehr als 70.000 Jungen und Mädchen lebten im Heim. Die Bedingungen dort sind sehr unterschiedlich. Fast immer werden die Kinder in Gruppen untergebracht, in denen mehrere Kinder zusammenleben und von einer Gruppe von Erzieherinnen und Erziehern betreut werden. Wann ein Kind von seinen Eltern getrennt und woanders untergebracht werden darf, entscheidet das Jugendamt. Dafür gibt es sehr strenge Regeln. Niemand kann also einfach ein Kind abschieben, das ihm lästig ist. Genauso wenig können Mitarbeiter des Jugendamts Eltern ihre Kinder wegnehmen, wenn es nicht gewichtige Gründe gibt. Vorher wird auf jeden Fall versucht, den Eltern Hilfe zukommen zu lassen, damit sie gemeinsam mit ihrem Kind möglichst harmonisch leben können. ![]()
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Wortlaut von Artikel 9
Was bedeutet dieses Recht? Kinder und Eltern dürfen nicht voneinander getrennt werden, wenn sie es nicht selbst wollen. Das legt dieses Recht fest. Doch wenn Mutter und Vater sich trennen oder scheiden lassen, klappt das nicht mehr. Dann muss entschieden werden, bei welchem Elternteil das Kind leben wird. Manche Eltern fragen ihre Kinder, bei wem sie wohnen wollen; kommt die Sache vor Gericht, werden die Kinder auch von der Richterin gefragt. Für jedes Kind ist das immer eine unangenehme Entscheidung. Wichtig ist: Das Kind hat das Recht, den Elternteil, bei dem es nicht lebt, regelmäßig zu besuchen. Auch wenn die Eltern schrecklich zerstritten sind und sich nicht mehr treffen sollen, dürfen sie diese Besuche nicht verhindern. Manchmal ist es besser, wenn Kinder von ihren Eltern wegkommen. Zum Beispiel, wenn sie von ihnen geschlagen, missbraucht oder überhaupt nicht versorgt werden. Dann kann ein Gericht bestimmen, dass das Kind in einem Heim oder in einer Pflegefamilie leben soll. Weil eine Trennung von den Eltern aber immer eine sehr traurige Erfahrung für Kinder ist - Es gibt auch Fälle, in denen der Staat entschieden hat, dass ein Kind Mutter oder Vater nicht mehr sieht: Zum Beispiel wenn jemand im Gefängnis eingesperrt ist oder wenn ein Erwachsener, der in einem anderen Land geboren wurde, vom Staat zwangsweise in seine Heimat zurückgeschickt wird. In diesen Fällen hat das Kind - Links Um auf die Situation von Straßenkindern aufmerksam zu machen, gibt es die Aktion "Blickwechsel – Straßenkind für einen Tag". Sie wird von terre des hommes organisiert. Hier erfährst du mehr: Kinderrechtsteams Unter www.tagblatt.de kannst du dir einen kleinen Filmbeitrag angucken über eine Schulklasse, die bei der Aktion "Blickwechsel – Straßenkind für einen Tag" in Tübingen teilgenommen hat. Unter www.sos- SOS- Wundere dich nicht, wenn dauernd um Spenden gebeten wird. Alle Kosten in den Kinderdörfern werden durch Spenden finanziert. Die Information ist aber kostenlos! |