Der jüdische und der
islamische Kalender sind Mondkalender. Darum werden die
jüdischen Feiertage jedes Jahr zu einem anderen Datum gefeiert, so wie auch
Ostern und
Pfingsten oder das islamische
Opferfest. Neben dem jüdischen Kalender verwendet man bei uns gleichzeitig den in
Deutschland üblichen
christlichen Kalender, der sich nach dem astronomischen Sonnenjahr berechnet.
Das Neujahrsfest – Rosch HaschanaHabt ihr schon einmal gehört, wie jemand in ein Horn geblasen hat? Das klingt ziemlich schrill. Zum jüdischen Neujahrsfest wird im Gottesdienst das Schofar geblasen. Ein Schofar ist ein ausgehöhltes Horn von einem Widder, mit dem schon zur Zeit der Bibel Signale ausgesendet wurden. Der Klang des Horns erinnert die Menschen daran, sich an Gottes
Gebote zu halten. Man soll während des zehntägigen Neujahrsfestes darüber nachdenken, was man im vergangenen Jahr alles falsch gemacht hat und im nächsten Jahr besser machen will.
Das jüdische Neujahrsfest wird im
Herbst gefeiert und erinnert an die Erschaffung der Welt. Rosch Haschana wird nach dem Besuch der Synagoge mit einem festlichen Mahl verbunden. Man isst Äpfel mit Honig, denn das neue Jahr soll gut und „süß“ werden. Außerdem gibt es Granatäpfel, damit sich die guten Taten wie die Kerne des Granatapfels vermehren.
Der Versöhnungstag – Jom KippurZehn Tage nach dem Neujahrsfest ist der Versöhnungstag.
Religiöse Juden
fasten an diesem Tag. Sie dürfen weder essen noch trinken und beten sehr viel in der Synagoge. Kinder fasten erst, wenn sie mit 12 oder 13 Jahren Bat oder Bar Mizwa hatten. Während der Gebete bittet man Gott um Verzeihung für alles, was man falsch gemacht hat. Nach jüdischer Vorstellung kann es Gott verzeihen, wenn man sich nicht an alle Gebote gehalten hat. Man kann es in Zukunft besser machen. Wenn man jedoch einem anderen Menschen etwas zuleide getan hat, verzeiht Gott es erst, wenn man sich bei dem anderen entschuldigt hat.