Diesen Artikel haben fast alle
Staaten der Welt unterschrieben. Damit haben sich die Staaten verpflichtet, alle Kinder und alle Erwachsenen darüber zu informieren, dass es die
Kinderrechte gibt und was in ihnen steht.
Die Situation weltweitDie Kinderrechtskonvention – so heißt die Sammlung der Kinderrechte offiziell – wurde im November 1989 auf dem Weltkindergipfel in
New York beschlossen. Viele Länder hatten Kinder dorthin geschickt. Es waren Kinder, die schon bei einer Hilfsorganisation wie
UNICEF oder terre des hommes mitmachten oder von einer solchen Organisation betreut wurden.
Von New York aus trat die Kinderrechtskonvention ihren Weg um die Welt an. Denn was dort beschlossen worden war, musste noch von den verschiedenen Staaten unterschrieben werden (man sagt dazu auch: es musste "
ratifiziert" werden). Erst danach haben die Rechte im jeweiligen Land Gültigkeit. Fast alle Länder der Welt haben die Kinderrechtskonvention inzwischen unterschrieben. Nur zwei Länder fehlen: Somalia und die USA.
Die Kinderrechte sind wichtig, auch wenn sie bisher kaum irgendwo vollständig eingehalten werden. Dank der Kinderrechtskonvention verstehen heute mehr Menschen, was die Entwicklung von Kindern gefährden kann und was man dagegen unternehmen muss. Kinder werden heute ernster genommen als noch vor zwanzig Jahren. Sie beteiligen sich mehr am Leben in der
Gesellschaft als früher.
Wie gut Kinder in den verschiedenen Ländern ihre Rechte kennen, weiß niemand genau. Wohl nirgends ist es so, dass alle gleich gut informiert sind. Aber es gibt viele Projekte, in denen Kinder von ihren Rechten erfahren.
Im Jahr 2002 fand zum zweiten Mal ein Weltkindergipfel in New York statt. Ein Gipfeltreffen ist in der Politik ein besonders wichtiges Treffen, an dem die wichtigsten Vertreter eines Landes oder einer
Regierung teilnehmen. Hier waren das: die Kinder.
Aus allen Ländern kamen Kinder,
Politiker und Vertreter von Hilfsorganisationen wie unicef. Mehrere Tage lang saßen alle im Gebäude der
UNO zusammen, dort, wo sonst die Politiker miteinander sprechen.
Mehrere Tage lang diskutierten Kinder aus aller Welt über verschiedene Themen:
Kinderarbeit und Ausbeutung,
Armut und
Meinungsfreiheit,
das Recht, gehört zu werden, wenn Politiker Entscheidungen treffen
und vieles andere mehr.
Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden später allen Kindern vorgestellt. Daraus entstand – wie auf einem Gipfeltreffen von Politikerinnen und Politikern – am Ende ein langes Papier, in dem alle Forderungen der Kinder an die Regierungen der Welt gesammelt sind. Ob sich die Staaten daran gehalten haben, wird sich beim nächsten Weltkindergipfel herausstellen. Er wird vermutlich im Jahr 2012 stattfinden.
Aber nicht nur im Saal wurde über Kinderrechte geredet.
Bei einer großen
Demonstration konnten auch die New Yorker erleben, worum es auf dem Weltkindergipfel ging.
Hier siehst du im Vordergrund Elena und Dominique. Sie bildeten zusammen mit zwei Jungen die deutsche
Delegation. Eine Woche lang haben sie andere Kinder und Jugendliche aus vielen Ländern der Welt kennengelernt, sie haben gemeinsam geredet, gearbeitet und gelacht. Und sie haben dafür gesorgt, dass die Kinderrechte überall auf der Welt in den
Medien erklärt wurden.
Die Situation in DeutschlandBei uns wissen noch längst nicht alle Kinder, dass es Kinderrechte gibt. Dabei bemühen sich viele Organisationen, die Rechte bekannter zu machen. Das sind zum Beispiel UNICEF, die Kindernothilfe oder das Deutsche Kinderhilfswerk. Sie und viele andere stellen Broschüren zur Verfügung, informieren über Kinderrechte.
Deutschland hat die Kinderrechtskonvention als einer der ersten Staaten 1992 unterschrieben. Allerdings mit Vorbehalten. Das heißt, dass einige Passagen aus der Rechte-
Sammlung nicht mit unterschrieben wurden. Dabei geht es vor allem um die Rechte von Kindern, die als
Ausländer oder
Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Würden die Kinderrechte gelten, hätten diese Kinder mehr Rechte als es nach den deutschen
Gesetzen derzeit der Fall ist. Seit Jahren bemühen sich Organisationen, die Regierung dazu zu bringen, diesen Vorbehalt zurückzunehmen und die deutschen Gesetze so zu ändern, dass sie zu den Kinderrechten passen.
Alle fünf Jahre müssen die Staaten Rechenschaft ablegen, ob sie die Pläne, die sie zum Wohl ihrer Kinder gemacht haben, eingehalten haben. Wenn nicht, folgt allerdings nichts daraus. Denn bis jetzt ist es eine freiwillige Sache, ob die Kinderrechte durchgesetzt werden oder nicht.
Seit
Herbst 2007 bemühen sich verschiedene Gruppen darum, dass die Kinderrechte ins
Grundgesetz übernommen werden. Dann dürfte es keine Gesetze mehr geben, die sie missachten.
24-StundenLauf für Kinderrechte In verschiedenen Städten gibt es inzwischen den 24StundenLauf. Dabei wollen Kinder auf die Kinderrechte aufmerksam machen. Teams laufen 24 Stunden lang im Stadion, wechseln so oft sie wollen, Sponsoren bezahlen für jeden gelaufenen Kilometer. Mit dem Geld werden Projekte unterstützt werden, die Kinderrechte verwirklichen.
Start frei zum 24Stundenlauf für Kinderrechte in Freiburg!
Mit dabei ist Luis, vorne im gestreiften Hemd.
Er gehört zum Team "Running Gags".
Das sind nur einige aus Luis' Gruppe: Miguel, Sarah und Luisa und drei Mütter. Insgesamt sind 15 Kinder und 20 Erwachsene für die "Running Gags" unterwegs. Und so viele Leute braucht man auch, wenn man durchhalten will! Hier kannst du dir anhören, wie das funktioniert
Man muss schon viele Leute sammeln, die einen unterstützen…
Man läuft halt für Kinder, für Kinderrechte besser gesagt…
Auch der Papa ist dabei…
Mit dem Geld, das bei diesem Lauf zusammenkommt, werden Projekte unterstützt, die sich rund um Freiburg um Kinder kümmern. Vor allem aber sollen möglichst viele Leute anfangen zu fragen: Kinderrechte? Was ist das denn überhaupt? Luis weiß das längst:
Wortlaut von Artikel 42Die Vertragsstaaten verpflichten sich, die Grundsätze und Bestimmungen dieses Übereinkommens durch geeignete und wirksame Maßnahmen bei Erwachsenen und auch bei Kindern allgemein bekannt zu machen.
Was ist damit gemeint?Was nützen die schönsten Rechte, wenn niemand sie kennt? Gar nichts! Deshalb steht in der Kinderrechtskonvention auch, dass die Staaten die Kinderrechte bekanntmachen müssen. Alle Kinder sollen erfahren, welche Rechte sie haben. Und auch Erwachsene müssen das wissen: allen voran Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie Politikerinnen und Politiker. Denn aus den Rechten der Kinder ergeben sich für sie ja Pflichten. Außerdem können Erwachsene Kindern helfen, auf ihren Rechten zu bestehen, wenn es einmal Schwierigkeiten geben sollte.
LinksWenn du dich dafür interessierst, welche Forderungen beim Weltkindergipfel 2002 aufgestellt wurden, kannst du dich hier informieren:
www.bmfsfj.deDie Hilfsorganisation terre des hommes unterstützt Kinder, die sich gemeinsam in kleinen Gruppen für Kinderrechte engagieren möchte. Hier findest du mehr über die
Kinderrechtsteams.
Wenn du die Kinderrechte noch einmal nachlesen möchtest, wirst du hier fündig:
KindersacheAuch auf dieser Seite findest du einiges zu den Kinderrechten:
www.unicef.de, ebenfalls hier:
www.tivi.de und hier:
www.kinder-ministerium.deAuf der Seite
webarchiv.bundestag.destellt sich die
Kinderkommission des Deutschen Bundestags vor..