Kinder haben ein Recht darauf, dass alles getan wird, dass sie gesund leben können. Diesen Artikel haben fast alle
Regierungen der Welt unterschrieben. Das heißt: sie müssen dafür sorgen, dass Kinder auch wirklich gesund leben können.
Die Situation weltweitIn den 50 am wenigsten entwickelten Ländern der Welt:
bleibt 1 von 2 Kindern unter 5 Jahren aufgrund von Mangelernährung in seiner körperlichen Entwicklung zurück
Ist 1 von 3 Kindern unter 5 untergewichtig
Ist 1 von 4 Kindern nicht gegen Masern geimpft
stirbt 1 von 6 Kindern vor seinem 5. Geburtstag
stirbt 1 von 10 Kinden schon im ersten Lebensjahr
Wenn kleine Kinder in armen Ländern sterben, sind daran meistens verschmutzte Luft oder versuchtes Wasser schuld. Das hat die Weltgesundheitsorganisation festgestellt. Luftverschmutzung entsteht in den eigenen vier Wänden, weil in den Räumen auf einem offenen Feuer gekocht wird. Das verursacht Husten, der nicht mehr weggeht, oder sogar Lungenentzündungen, die oft nur schwer heilbar sind. Fast eine Million Kinder sterben daran jedes Jahr.
Noch mehr Kinder sterben an Durchfall, den sie durch verschmutztes Wasser bekommen haben: es sind etwa 1,5 Millionen Kinder. Wenn man nämlich sowieso schon geschwächt ist, weil man nicht ausreichend gut ernährt ist, kann Durchfall zum Austrocknen und sogar zum Tod führen. Obwohl solche Zusammenhänge bekannt sind, haben immer noch 425 Millionen Kinder in armen Länden kein sauberes Wasser zum Trinken und ihre Eltern können nur mit schmutzigem Wasser kochen. Wo es kein sauberes Wasser gibt, fehlt es meistens auch an Toiletten, an Abwasserkanälen, an allem, was für die Hygiene wichtig ist.
Bei Paulinas
Familie kommt das Wasser zum Trinken, Kochen und Waschen nicht aus der Wasserleitung, sondern aus einem Tümpel oder einem Bach. Solche Wasserstellen sind oft verunreinigt: Die Menschen benutzen sie auch zum Waschen und Abwaschen und tränken ihre Tiere dort. Am Rand liegen dann die Kuhfladen oder Ziegenköttel, die über kurz oder lang ins Wasser gelangen. Auch die Menschen haben keine Toiletten, die an die Kanalisation angeschlossen sind. Der Kot von Tieren und Menschen bringt aber Bakterien ins Wasser, die krank machen können, wenn man dieses Wasser trinkt.
Aber selbst da, wo es wenig Wasser gibt, kann man sich helfen – wenn man reich ist.
Saudi-Arabien zum Beispiel besteht fast nur aus Wüste. Weil das Land wegen seines Erdöls sehr reich ist, kann es viel Geld für Technik ausgeben, um an Trinkwasser zu kommen: Es wird dort sehr aufwendig nach Grundwasser gebohrt, Experten bauen Meerwasser-
Entsalzungsanlagen und das Abwasser wird so bearbeitet, dass es wieder benutzt werden kann. In armen Ländern wie Äthiopien nutzt selbst reichlich vorhandenes Wasser nichts: Es gibt keine Wasserleitungen, die das Wasser aus den Bergen zu den Menschen bringen.
Die Situation in DeutschlandDas größte Gesundheitsrisiko für Kinder in
Deutschland ist der Überfluss. Das ist das Ergebnis einer großen Untersuchung. Von 2003 bis 2006 untersuchten Ärztinnen und Ärzte 18.000 Kinder und Jugendliche. Von Bayern bis Schleswig-
Holstein, vom Säugling bis zum Lehrling wurden alle gemessen, befragt, gewogen und durchgecheckt. Was sie herausfanden, lässt sich kurz benennen: Zu viel Speck und zu wenig Bewegung.
Zwei Millionen von insgesamt 14 Millionen Kindern in Deutschland sind zu dick. Fast immer werden aus dicken Kindern auch dicke Erwachsene, die dann ein viel größeres Risiko haben, krank zu werden als Menschen mit normalem Gewicht. Der Grund, dass Kinder zu dick werden, liegt an der falschen
Ernährung und an zu wenig Bewegung. Pizza, Cola und Fast-
Food sind die größten Kalorienbomben. Dazu kommt, dass Telefonieren, Fernsehen oder am Computer sitzen vielen Kindern mehr Spaß macht als draußen herumzutoben oder beim Training richtig ins Schwitzen zu kommen.
Gefährlich für die
Gesundheit sind auch Nikotin, Alkohol und andere
Drogen. Jedes vierte Kind lebt in einem Haushalt, in dem geraucht wird. Das schadet auch der Gesundheit der Kinder, die den Rauch einatmen müssen. Viele Jugendliche
rauchen selbst: Bei den 15-
Jährigen ist bereits jeder zwölfte ein starker regelmäßiger Raucher. Und jeder zweite Raucher erkrankt später schwer – oft an Krebs.
Es war einmal… Es war einmal ein deutsches Kind. Das aß sehr gerne Pommes, am liebsten Pommes rot-
weiß, mit Ketchup und Majonäse und gut gesalzen. Pizza war auch okay. Oder ein Burger.
Wie viele andere saß das Kind jeden Tag viele Stunden in der Schule und lernte. Zu Haus saß es dann vor dem Computer und suchte Informationen für die Hausaufgaben. Oder schrieb E-
Mails. Oder chattete mit seinen Freunden und verschickte
Nachrichten. Oder spielte ein spannenden Computerspiel. Dabei kann man die Zeit schon mal vergessen!
Aber selbst, wenn das Kind sich an die Absprachen hielt, die es mit seinen Eltern getroffen hatte ("Jeden Tag nur eine halbe Stunde am Computer!"), kam dann noch das Fernsehen dazu. Auch da waren schnell mal zwei Stunden weg…
…und ohne es zu merken auch zwei oder drei Süßigkeiten! Wenn es spannend wird, wirkt etwas Süßes so beruhigend!
Nach einiger zeit kannte das Kind viele Computerspiele, viele Fernsehserien und viele Schokoriegel. Und es hatte sich ein ordentliches Polster angefuttert. Das fing an, Probleme zu machen. Fußballspielen ging nicht mehr, schon nach kurzer Zeit keuchte das Kind vor Anstrengung. Die schicken Klamotten passten auch nicht mehr.
Und die Moral von der Geschichte?Jeder hat das Recht auf Gesundheit. Aber dass du gesund bleibst, liegt in deiner Verantwortung!Wortlaut von Artikel 24
- Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit an sowie auf Inanspruchnahme von Einrichtungen zur Behandlung von Krankheiten und zur Wiederherstellung der Gesundheit. Die Vertragsstaaten bemühen sich sicherzustellen, dass keinem Kind das Recht auf Zugang zu derartigen Gesundheitsdiensten vorenthalten wird.
- Die Vertragsstaaten bemühen sich, die volle Verwirklichung dieses Rechts sicherzustellen, und treffen insbesondere geeignete Maßnahmen, um
- die Säuglings- und Kindersterblichkeit zu verringern;
- sicherzustellen, dass alle Kinder die notwendige ärztliche Hilfe und Gesundheitsfürsorge erhalten, wobei besonderer Nachdruck auf den Ausbau der gesundheitlichen Grundversorgung gelegt wird;
- Krankheiten sowie Unter- und Fehlernährung auch im Rahmen der gesundheitlichen Grundversorgung zu bekämpfen, unter anderem durch den Einsatz leicht zugänglicher Technik und durch die Bereitstellung ausreichender vollwertiger Nahrungsmittel und sauberen Trinkwassers, wobei die Gefahren und Risiken der Umweltverschmutzung zu berücksichtigen sind;
- eine angemessene Gesundheitsfürsorge für Mütter vor und nach der Entbindung sicherzustellen;
- sicherzustellen, dass allen Teilen der Gesellschaft, insbesondere Eltern und Kindern, Grundkenntnisse über die Gesundheit und Ernährung des Kindes, die Vorteile des Stillens, die Hygiene und die Sauberhaltung der Umwelt sowie die Unfallverhütung vermittelt werden, dass sie Zugang zu der entsprechenden Schulung haben und dass sie bei der Anwendung dieser Grundkenntnisse Unterstützung erhalten;
- die Gesundheitsvorsorge, die Elternberatung sowie die Aufklärung und die Dienste auf dem Gebiet der Familienplanung auszubauen.
- Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich. sind, abzuschaffen.
- Die Vertragsstaaten verpflichten sich, die internationale Zusammenarbeit zu unterstützen und zu fördern, um fortschreitend die volle Verwirklichung des in diesem Artikel anerkannten Rechts zu erreichen. Dabei sind die Bedürfnisse der Entwicklungsländer besonders zu berücksichtigen.
Was bedeutet dieses Recht?Jedes Kind hat das Recht, von einem Arzt behandelt zu werden, wenn es krank ist. Die Regierungen müssen dafür sorgen, dass es genügend viele Ärzte und Krankenhäuser gibt. Besser ist es natürlich, gar nicht erst krank zu werden. Deshalb sollen Kinder regelmäßig untersucht werden. Außerdem brauchen sie gesunde Luft, sauberes Wasser und nahrhaftes Essen. So können sie gut wachsen und ihre Abwehrkräfte werden gestärkt. Damit Eltern für ihre Kinder gut sorgen können, müssen sie lernen, was für ihre Kinder wichtig ist.
LinksWenn du dich für die Untersuchung über die Gesundheit von Kindern in Deutschland interessierst, findest du hier eine Menge Informationen. Die Forscher vom Robert-
Koch-
Institut erzählen, warum sie sich für die Gesundheit von Kindern interessieren. Sie zeigen, welche Tests sie mit den Kindern gemacht haben. Und hier gibt es auch Interviews mit Kindern:
www.kiggs.deHier erfährst du, wie man in einer Gruppe von "Moby Dick" abnehmen kann und wo es solche Gruppen gibt.
www.mobydickhamburg.deWenn du selbst gerne abnehmen möchtest, ist das vielleicht die richtige Seite für dich:
www.powerkids.de. Die Powerkids sind ein Angebot der Krankenkasse AOK.
Was weißt du über Alkohol? Hast du selbst schon Alkohol getrunken, vielleicht sogar schon mal zu viel? Hier kannst du einen Test machen und herausfinden, was Alkohol mit dir machen könnte:
www.bist-du-staerker-als-alkohol.deUNICEF unternimmt viel, damit möglichst alle Kinder auch in den armen Ländern gegen Kinderkrankheiten geimpft werden. Hier kannst du nachlesen, welche Erfolge UNICEF schon erzielt hat:
www.unicef.de