Fast alle
Staaten der Welt haben diesen Artikel unterschrieben. Sie müssen also dafür sorgen, dass alle Kinder zur Schule gehen und etwas lernen können. Leider kümmern sich nicht alle Staaten ausreichend um die
Bildung der Kinder. Tatsache aber ist: Du hast – wie alle Kinder auf der Welt – das Recht auf Bildung.
Die Situation weltweit 80 Millionen Kinder gehen nicht in die Schule. Allein 46 Millionen von ihnen leben in Afrika. Dort ist es besonders schlecht bestellt um den allgemeinen Schulbesuch. Der Grund ist meistens, dass die Menschen zu wenig Geld haben. In der Hälfte aller Länder, die es auf der Welt gibt, werden nämlich Schulgebühren erhoben. Sie sind häufig viel höher als das, was die Eltern im Monat verdienen. Dazu kommen Kosten für Schuluniformen, Bücher, Prüfungen ... das können sich viele Eltern nicht leisten!
Wenn die Schule kostenlos wird, schnellt die Zahl der Anmeldungen sofort in die Höhe: In Kenia zum Beispiel wurden die Schulgebühren 2003 abgeschafft. Seitdem sind 1,3 Millionen Kinder zusätzlich in den Schulen angemeldet worden!
Gemeinsam haben alle Länder entschieden, dass für alle Kinder auf der Welt der Schulbesuch kostenlos sein soll. Das Ziel war, dass bis 2015 alle Kinder auf der Welt in die Schule gehen können. Doch davon sind wir weit entfernt. Die meisten armen Länder geben viel zu wenig Geld für Bildung aus. Die reichen Länder haben zwar versprochen zu helfen, halten ihre Versprechen aber nicht ein.
Wenn du erfahren willst, warum sie sich freut, in die Schule gehen zu dürfen, dann klick hier
Dabei ist der Schulbesuch enorm wichtig! Nur wer etwas lernt, kann der
Armut entkommen. In der Schule erfahren die Kinder beispielsweise, wie wichtig Hygiene und Gesundheitsvorsorge sind und lernen, wie sie sich gegen
Aids oder andere Krankheiten schützen können. Und sie lernen, wie wichtig es ist, einen guten Beruf zu haben, um dann als Erwachsener auch für sich und seine
Familie sorgen zu können.
Schule ist da besonders wichtig, wo Kinder Schreckliches erlebt haben, zum Beispiel im
Krieg oder während einer
Flucht. Deshalb versuchen Hilfsorganisationen, in Flüchtlingslagern oder in Städten, in denen die Kämpfe aufgehört haben, so schnell wie möglich wieder Unterricht anzubieten. So haben die Kinder wieder ein Stück normalen Alltag und verlieren vom Wissen her nicht den Anschluss an Gleichaltrige.
Allen Kindern muss es möglich sein, zur Schule zu gehen! Oft dürfen Mädchen aus
religiösen Gründen nicht in die Schule (so war es lange in Afghanistan). Oder die Kinder müssen arbeiten und Geld verdienen, weil die Familie arm ist, und können deshalb nicht zur Schule gehen. Für sie sollten Schulen geschaffen werden, in denen sie nachmittags oder abends lernen können.
Die Situation in DeutschlandIn
Deutschland besteht für Kinder
Schulpflicht. Schulplicht bedeutet, dass alle Kinder spätestens ab dem siebten Lebensjahr in die Schule gehen müssen. In manchen
Bundesländern, zum Beispiel in
Berlin, werden Kinder schon mit fünf Jahren eingeschult. Zunächst besucht jedes Kind vier Jahre, in manchen Bundesländern sechs Jahre lang die Grundschule. Danach geht es weiter auf einer sogenannten weiterführenden Schule. Das kann eine Hauptschule, eine Realschule, ein Gymnasium oder eine Gesamtschule sein.
Der Schulunterricht ist in Deutschland nicht überall gleich. Das liegt daran, dass die Bundesländer entscheiden, wie der Schulunterricht aussehen muss. Und in den 16 Bundesländern gibt es da einige Unterschiede. In manchen Bundesländern gibt es schon in der dritten Klasse Noten, in anderen erst ab der fünften Klasse. Und die Schulpflicht kann auch unterschiedlich lang dauern: In einem Bundesland braucht man 13, im anderen nur 12 Jahre bis zum Abitur. Wer in Deutschland als Schüler in ein anderes Bundesland umzieht, dem kann es passieren, dass er ein Jahr länger zur Schule gehen muss: Die Vollzeitschulpflicht dauert in dem einen Bundesland neun Jahre, im anderen sind 10 Schuljahre Pflicht.
Auf jeden Fall aber ist der Schulbesuch kostenlos für alle, die auf eine staatliche Schule gehen. Es gibt aber auch Privatschulen, wie etwa die Waldorfschulen, Montessori-
Schulen oder die
UNESCO-
Schulen. Dort müssen die Eltern Schulgeld bezahlen.
In den vergangenen Jahren wurden viele tausend Schülerinnen und Schüler in Deutschland getestet (zum Beispiel bei der
Pisa-Studie) und das Ergebnis mit Schülern in anderen Staaten verglichen. Man fand heraus, dass deutsche Kinder schlechter lasen als Kinder aus Finnland, dass
schwedische Kinder besser rechnen konnten, Kinder aus
Kanada Sachtexte schneller verstanden und Kinder aus Taiwan Probleme rascher lösten. Warum? Kinder aus Deutschland sind keineswegs dümmer oder
finnische Kinder etwa die klügsten und begabtesten. Aber in anderen Ländern wird teilweise anders unterrichtet und anders gelernt. Man fand heraus, dass Kinder und Jugendliche
- besser lernen, wenn man sie nicht nur belehrt, sondern ihnen zeigt, wie sie sich selbst Wissen aneignen können
- besser lernen, wenn sie beim Lernen sogleich ausprobieren können, was sie gerade lernen
- besser lernen, wenn sie Fehler machen dürfen ohne dafür bestraft zu werden besser lernen, wenn Gleichaltrige ihnen Dinge erklären als wenn es Erwachsene tun
- am besten lernen, wenn sie das, was sie lernen sollen, anderen zu erklären haben
- Lob Ermutigung brauchen und eine Note im Zeugnis viel zu wenig ist
- am besten lernen, wenn sie zu zweit ein Problem lösen sollen.
Inzwischen hat man viel aus diesen Untersuchungen gelernt und der Unterricht ist in vielen Schulen viel bunter geworden. Was aber bei den Untersuchungen auch aufgefallen ist: In Deutschland hängt der Schulerfolg vieler Kinder davon ab, aus welcher Familie sie kommen. Wer Eltern hat, die Abitur gemacht haben, macht selbst meist auch das Abitur. Wer Eltern hat, die eine schlechtere Ausbildung haben, der muss sich meist sehr viel mehr anstrengen, um das gleiche zu erreichen. Das muss sich in Deutschland noch verbessern. Die Schule soll alle Kinder so gut wie möglich fördern und dabei darf die Herkunft keine Rolle spielen.
Besuch bei einer Grundschule in BerlinWelche Rolle spielt Bildung eigentlich bei uns? Wozu nützt die Schule? Wie kannst du deine Ziele erreichen? Darüber haben wir uns mit Schülerinnen und Schülern aus der 5. Klasse einer Grundschule in Berlin unterhalten.
Zunächst wollten wir von ihnen wissen, was sie einmal werden wollen.
Große Pläne, die die Jungen und Mädchen haben! Ob das wohl klappen wird? Die Kinder waren überzeugt davon. Allerdings müssen ein paar Bedingungen stimmen.
Eine gute Schulbildung ist die Voraussetzung für die meisten Berufe. Vor allem für abwechslungsreiche Berufe, bei denen man Verantwortung trägt und gut verdient. Unsere Kinder glauben, dass sie auf das Gymnasium kommen und das Abitur schaffen werden. Aber haben alle Kinder so gute Chancen? Werden alle ihre Träume verwirklichen können?
Alle Kinder haben ein Recht auf Bildung. Was bedeutet das eigentlich?
Das Recht auf Bildung ist nicht nur für arme Länder gedacht. Es gilt auch für Kinder in reichen Ländern wie Deutschland, also auch dort, wo längst alle Kinder in die Schule gehen. Was bedeutet dieses Recht wohl bei uns? Auch dazu hatten die Kinder, die wir interviewt haben, eine Meinung:
Wortlaut von Artikel 28
- Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf Bildung an; um die Verwirklichung dieses Rechts auf der Grundlage der Chancengleichheit fortschreitend zu erreichen, werden sie insbesondere
- den Besuch der Grundschule für alle zur Pflicht und unentgeltlich machen;
- die Entwicklung verschiedener Formen der weiterführenden Schulen allgemeinbildender und berufsbildender Art fördern, sie allen Kindern verfügbar und zugänglich machen und geeignete Maßnahmen wie die Einführung der Unentgeltlichkeit und die Bereitstellung finanzieller Unterstützung bei Bedürftigkeit treffen;
- allen entsprechend ihren Fähigkeiten den Zugang zu den Hochschulen mit allen geeigneten Mitteln ermöglichen;
- Bildungs- und Berufsberatung allen Kindern verfügbar und zugänglich machen;
- Maßnahmen treffen, die den regelmäßigen Schulbesuch fördern und den Anteil derjenigen, welche die Schule vorzeitig verlassen, verringern.
- Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Maßnahmen, um sicherzustellen, daß die Disziplin in der Schule in einer Weise gewahrt wird, die der Menschenwürde des Kindes entspricht und im Einklang mit diesem Übereinkommen steht.
- Die Vertragsstaaten fördern die internationale Zusammenarbeit im Bildungswesen, insbesondere um zur Beseitigung von Unwissenheit und Analphabetentum in der Welt beizutragen und den Zugang zu wissenschaftlichen und technischen Kenntnissen und modernen Unterrichtsmethoden zu erleichtern. Dabei sind die Bedürfnisse der Entwicklungsländer besonders zu berücksichtigen.
Was bedeutet dieses Recht?Kinder haben ein Recht darauf, alles zu lernen, was sie lernen wollen und was sie lernen können.
Deshalb muss jedes Kind die Möglichkeit haben, eine Schule zu besuchen.
Und damit ein Kind durch nichts daran gehindert werden kann, steht in diesem Artikel sogar:
Es besteht Schulpflicht: Alle Kinder müssen die Grundschule besuchen, und der Besuch der Schule darf nichts kosten.
Auch die wichtigsten Schulbücher sollen die Kinder kostenlos bekommen. Und wenn es am Wohnort der Familie keine geeignete Schule für das Kind gibt, muss dafür gesorgt werden, dass das Kind die Schule in einem anderen Ort gut erreichen kann.
Die Kinder sollen auch gern zur Schule gehen. Die Lehrkräfte sollen alles tun, damit die Kinder möglichst viel lernen und, wenn sie wollen, auch zur Hochschule gehen können.
Kinder müssen in der Schule anständig behandelt werden. Das heißt: Sie dürfen nicht geschlagen, nicht angeschrien und nicht gedemütigt werden. Auch in der Schule muss ein Kind geschützt werden. Kein Kind soll Angst haben vor der Schule.
In den höheren Klassen stehen Schülerinnen und Schüler bald vor der Frage: Was soll ich mal werden? Es gibt so viele interessante Berufe, von denen Kinder und auch ihre Eltern nichts wissen. Berufsberatung und Bildungsberatung sollen weiter helfen.
LinksWas ist
Bildung eigentlich? Und was ist
Schulpflicht? Lies mal bei uns hier im Lexikon nach.
Wie Schule früher funktioniert hat, kannst du hier nachlesen:
www.br-online.deEine der Untersuchungen, bei der deutsche Schüler im Vergleich schlecht abschnitten, war die PISA-
Studie. Was das ist, erfährst du hier:
www.tivi.deWenn du für einzelne Schulfächer Unterstützung suchst, bist du hier richtig:
www.internet-abc.de Der Schulfach-
Navigator bietet eine riesige Zahl geprüfter Links zu verschiedenen Fächern an.
Bildung bekommt man nicht nur in der Schule. In vielen Städten gibt es inzwischen Kinderunis, an denen Professoren aus ihren Wissengebieten für Kinder Vorlesungen halten. Eine Übersicht über alle Angebote in Deutschland findest du hier:
www.die-kinder-uni.de/"Ein Tag für Afrika" heißt eine Aktion, die es seit einigen Jahren gibt. Schülerinnen und Schüler in ganz Deutschland gehen einen Tag lang nicht in die Schule, sondern arbeiten. Was sie verdienen, spenden sie für Kinder in Afrika. Mit dem Geld werden Bildungsprojekte finanziert. Hier erfährst du mehr darüber:
www.aktion-tagwerk.de