Diesen Artikel haben fast alle
Staaten der Welt unterschrieben. Das heißt: Du hast – wie alle Kinder auf der Welt – das Recht, vor
Krieg und kriegerischen Auseinandersetzungen geschützt zu werden.
Die Situation weltweitIm Jahr 2006 gab es weltweit 43 Kriege oder bewaffnete Auseinandersetzungen. Bewaffnete Auseinandersetzungen betreffen meist nur kleinere Gruppen oder Landesteile, in Kriege sind fast alle Menschen verwickelt. Hier siehst du wo überall gekämpft wurde:
Quelle: Universität Hamburg, Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF)
In etwa der Hälfte dieser
Konflikte werden Kinder als
Soldaten eingesetzt, unter anderem in Afghanistan, im Irak oder im Sudan. Nicht immer sind es
Regierungen, die
Kindersoldaten losschicken, häufiger müssen Kinder auf Seiten von nicht-
staatlichen bewaffneten Gruppen kämpfen.
In
Deutschland muss jeder junge Mann über 18 Jahren einen
Wehrdienst bei der
Bundeswehr ableisten. Wer aus Gewissensgründen den Kriegsdienst ablehnt, kann einen Ersatzdienst leisten. In anderen Ländern, zum Beispiel in
England und
Irland, werden bereits 16-
Jährige angeworben und an Waffen ausgebildet. Sie können aber zum Kriegsdienst erst eingesetzt werden, wenn sie 18 Jahre alt sind.
Die meisten Kriege und kriegerischen Auseinandersetzungen finden heutzutage in den Ländern der sogenannten
Dritten Welt statt. Am meisten betroffen davon ist die ganz normale
Bevölkerung.
Wenn irgendwo Krieg herrscht, müssen viele Menschen ihre Heimat verlassen. Weltweit waren 2006 fast zehn Millionen Menschen auf der Flucht. Die Hälfte davon sind Kinder. Menschen verlassen ihre Heimat, weil ihre Häuser zerstört sind, weil sie dort nicht sicher sind, weil es nichts mehr zu essen gibt. Ein großer Teil der
Flüchtlinge versucht zunächst, im eigenen Land an einem anderen Ort ein neues Zuhause zu finden. Die Flucht in ein fremdes Land ist aber oft die einzige Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen. Allerdings scheitert das häufig an den
Gesetzen der anderen Länder, die keine Flüchtlinge aufnehmen wollen.
Es gibt auf der Welt mindestens 300.000 Kindersoldaten. Das sind Jungen und Mädchen, die noch keine 18 Jahre alt sind und mit bewaffneten Gruppen unterwegs sind. Manche müssen Waffen tragen, kämpfen und töten, andere arbeiten als Köche, Träger oder Boten für die Soldaten. Sie alle erleben
Gewalt. Die Mädchen werden zudem sehr von den Soldaten auch noch missbraucht. Die meisten Kindersoldaten sind zwischen 15 und 18 Jahren alt. Doch in vielen Ländern werden auch Jüngere zum Soldatendienst gezwungen, manche sind nicht älter als sieben Jahre.
Wenn du hier weiterklickst, siehst du Bilder von Kindersoldaten und kannst ihre teils sehr schrecklichen Erfahrungen lesen. Diese Berichte stammen von Kindersoldaten, die inzwischen nicht mehr kämpfen müssen, sondern von Hilfsorganisation betreut werden. Sie möchten anonym bleiben. Es sind also nicht die Kinder von den Fotos.
"Sie geben dir ein Gewehr und du musst den besten Freund töten, den du hast. Das machen sie, um zu prüfen, ob sie dir trauen können. Wenn du ihn nicht tötest, dann bekommt dein Freund den Befehl, dich umzubringen. Ich musste es tun, sonst wäre ich getötet worden. Darum bin ich weggelaufen, ich konnte das nicht länger aushalten."
Bernardo, 17 Jahre, Kolumbien
"Kurz nachdem meine Brüder und ich gefangen genommen wurden, erklärte uns die LRA (das ist die Lord’s Resistance Army), dass nicht alle von uns fünf Brüdern in der LRA dienen könnten, weil wir nicht gut genug seien. Darum fesselten sie meine beiden jüngeren Brüder, und wir mussten dabei zuschauen. Dann schlugen sie sie mit Stöcken, bis sie tot waren. Sie sagten, dass würde uns Stärke für den Kampf geben. Mein jüngster Bruder war neun Jahre alt.”
Martin, 13 Jahre, Uganda
"Ich musste mit meinem Freund in den Wald laufen, um mich der Untergrundbewegung anzuschließen. Das erste Mal habe ich mit 14 Jahren eine Waffe in der Hand gehalten. Ich bin sehr gern zur Schule gegangen, aber weil meine
Familie sehr
arm war, musste ich zum Gewehr greifen. Jetzt verdiene ich mit Hilfe meiner Waffe genug Geld für mich selbst, so dass ich meine Familie auch noch unterstützen kann.
Junge, 16 Jahre, Nordostindien
"Erst haben sie gegessen und getrunken, und dann haben sie dich rufen lassen. Es waren so viele. Es war so schmerzhaft... Wenn du dich geweigert hast, haben sie dich mit Stöcken verprügelt... Sie hatten alle Sex mit mir… Ein Mann ist gekommen, dann noch einer und noch einer. Ich war noch nicht einmal die Jüngste. Einige Mädchen waren noch jünger als ich. Sogar die Kommandanten haben einen gerufen... Sie sagten, wenn man wegläuft, wird man umgebracht”.
Mädchen, 13 Jahre, Burundi
Die Situation in DeutschlandDeutschland hat zum Glück seit 1945 keinen Krieg mehr erlebt. Damals ging der 2.
Weltkrieg zu Ende, den Deutschland unter seinem damaligen Führer Adolf Hitler und dessen
Partei, der NSDAP (
Nationalsozialistische Arbeiterpartei Deutschland) angezettelt hatte.
Nachdem Deutschland den Krieg verloren hatte, durfte das Land zunächst keine Soldaten mehr haben. Erst im Jahr 1956, also elf Jahre nach Ende des Krieges, wurde die Bundeswehr gegründet. Seitdem gibt es eine allgemeine Wehrpflicht. Junge Männer ab 18 Jahren müssen einen Wehrdienst ableisten. Im Lauf der Jahre ist diese Wehrplicht immer kürzer geworden. Heute werden gar nicht mehr alle 18-
Jährigen eingezogen.
Die Aufgaben der Bundeswehr gehört es, für
Frieden zu sorgen. Die Bundeswehr soll Deutschland und die Länder, mit denen sich Deutschland verbündet hat, vor Bedrohung schützen und im Fall eines Angriffs verteidigen. Gelegentlich wird die Bundeswehr zur Hilfe bei Katastrophen eingesetzt, wenn die eigentlich dafür zuständigen Hilfskräfte es nicht alleine schaffen.
Seit 1991 beteiligt sich die Bundeswehr auch an Einsätzen im Ausland. Sie unterstützt dabei zum Beispiel Friedensmissionen der
Vereinten Nationen ("
Blauhelm-
Einsätze").
Dieses Foto stammt aus dem Jahr 1940.
Seit einem Jahr war Deutschland im Krieg – in einem Krieg, den es selbst angefangen hatte und in dem insgesamt mehr als 55 Millionen Menschen starben.
Noch sind die Menschen noch begeistert und begrüßen ihren Führer Adolf Hitler jubelnd mit erhobener Hand, dem "Hitlergruß".
Schon bald aber merkten die Menschen, was Krieg bedeutete.
Die meisten Kinder wuchsen ohne Vater auf.
Denn der wurde eingezogen und musste als Soldat kämpfen.
Der Krieg ging nicht nur die Erwachsenen an. Auch die Kinder mussten lernen, sich darauf vorzubereiten. Hier siehst du mehrere Schulklassen, die mit Gasmasken auf dem Schulhof angetreten sind.
Durch Luftangriffe wurden viele Städte fast völlig zerstört.
Die Menschen wohnten in den Ruinen. Das alltägliche Leben war sehr beschwerlich. Es war ein Glück, wenn die Pumpe auf der Straße wenigstens noch funktionierte.
Viele Menschen waren ausgebombt und hatten alles verloren. Andere flüchteten, als die Soldaten der Alliierten sich Deutschland näherten. Die Alliierten – das waren die Länder, die sich zusammengeschlossen hatten, um gegen Deutschland zu kämpfen. Dazu gehörten
Frankreich,
Russland, Großbritannien und die
USA.
Wer nicht floh, versteckte sich. Hier zum Beispiel in einer still gelegten Mine in der Nähe von Saarbrücken. Die Kinder sehen ganz fröhlich aus – aber wohl nur für den Fotografen. In Wirklichkeit war die Kriegszeit schrecklich:
Hunger, Angst vor Angriffen und Ungewissheit, ob die Verwandten, die irgendwo kämpften, überleben würden ....
Wortlaut von Artikel 38
- Die Vertragsstaaten verpflichten sich, die für sie verbindlichen Regeln des in bewaffneten Konflikten anwendbaren humanitären Völkerrechts, die für das Kind Bedeutung haben, zu beachten und für deren Beachtung zu sorgen.
- Die Vertragsstaaten treffen alle durchführbaren Maßnahmen, um sicherzustellen, dass Personen, die das fünfzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, nicht unmittelbar an Feindseligkeiten teilnehmen.
- Die Vertragsstaaten nehmen davon Abstand, Personen, die das fünfzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, zu ihren Streitkräften einzuziehen. Werden Personen zu den Streitkräften eingezogen, die zwar das fünfzehnte, nicht aber das achtzehnte Lebensjahr vollendet haben, so
bemühen sich die Vertragsstaaten, vorrangig die jeweils ältesten einzuziehen. - Im Einklang mit ihren Verpflichtungen nach dem humanitären Völkerrecht, die Zivilbevölkerung
in bewaffneten Konflikten zu schützen, treffen die Vertragsstaaten alle durchführbaren Maßnahmen, um sicherzustellen, dass von einem bewaffneten Konflikt betroffene Kinder geschützt und betreut werden.
Was ist mit diesem Recht gemeint?Kriege sind furchtbar. Alle Menschen leiden im Krieg, besonders aber Kinder. Denn sie sind noch hilfloser als Erwachsene, wenn geschossen wird oder wenn Bomben fallen. Wenn in einem Land Krieg geführt wird, sollen Kinder deshalb an einen sicheren Ort oder in ein sicheres Land gebracht werden.
Kinder dürfen auch auf keinen Fall in einem Krieg kämpfen. In den Kinderrechten wird festgelegt, dass niemand Soldat werden darf, der nicht mindestens 16 Jahre alt ist. Das ist immer noch sehr jung – aber in manchen Ländern ist es schon ein Fortschritt. Dort würden sonst noch Jüngere verpflichtet.
LinksKrieg macht Angst. Das kann man in diesem kleinen Zeichentrickfilm sehr gut erkennen. Er kommt ganz ohne Worte aus.
www.unicef.de Wenn du hier klickst
www.zdf.de, kannst du dir einen kurzen Beitrag des ZDF über Kindersoldaten angucken. Er ist vom 6. Februar 2007.
Inzwischen gibt es einen internationalen Aktionstag gegen den Einsatz von Kindersoldaten. Er wird jedes Jahr am 12. Februar abgehalten. Auch du kannst mit deiner Klasse mitmachen. Alle Informationen findest du hier:
www.redhandday.orgWenn du wissen möchtest, wo überall Kindersoldaten eingesetzt werden, dann klick hier:
www.child-soldiers.orgDie Seite ist auf Englisch, aber leicht verständlich. Du musst auf der Weltkarte den Bereich anklicken, der dich interessiert (z.B. Europe oder Africa).
Über das Ende der Kriegszeit in Deutschland gibt es einen Spielfilm für Kinder mit dem Titel "Die Magermilchbande". Hier findest du Informationen über diesen Film:
Die "Magermilch-Bande"Unten auf der Seite kannst du dir die Geschichte, die diesem Film zugrundeliegt, zum Lesen oder Vorlesen downloaden.
Wer noch mehr Erlebnisse von Erwachsenen nachlesen möchte, die im Krieg Kinder waren, wird hier fündig:
http://www.br-online.de