Wie wird es mit dem
Klima weiter gehen? Einig sind sich die Wissenschaftler/innen, dass die durchschnittlichen Temperaturen in den nächsten Jahrzehnten steigen werden. Vielleicht nur um ein Grad, vielleicht aber auch um sechs Grad ... Das hängt ganz entscheidend davon ab, ob wir alle Verantwortung für das Klima übernehmen.
Der Ganjiang Fluss im Osten Chinas ist ausgetrocknet, Lebensgrundlagen sind in Gefahr
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Überflutung im südindischen Andhra Pradesh
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Eine
Voraussage über das Klima der Zukunft ist sehr schwierig. Es gibt ja keine Ersatz-
Erde, auf der die Forscherinnen und Forscher Experimente unter denselben Bedingungen durchführen könnten, wie sie auf unserer Erde herrschen. Aber es gibt durchaus Vorstellungen von der Zukunft. So hat der
Klimarat der Vereinten Nationen im Frühjahr 2007 ziemlich schockierende Szenarien vorgestellt, wie es in einiger Zeit bei uns aussehen könnte.
Szenarien sind keine Voraussagen, auf die man sich verlassen kann. Es sind Zukunftsbilder, die uns sagen, wie unser Leben in absehbarer Zeit aussehen könnte. Dabei kommt es natürlich darauf an, ob alles weiter läuft wie bisher oder ob wir es schaffen, dem Klima in den nächsten Jahren weniger zuzusetzen als zur Zeit.
Der Klimarat hat zunächst unterschieden zwischen
- einer Welt, in der die wirtschaftlichen Interessen im Mittelpunkt stehen und
- einer Welt, in der die Umwelt im Mittelpunkt steht.
Diese beiden Szenarien wurden dann noch einmal unterteilt: Helfen sich die
Staaten der Welt gegenseitig beim Kampf ums Klima, oder macht jeder Staat einen Alleingang.
Allerdings gibt es auch Anzeichen dafür, dass wirtschaftliche Interessen und der Schutz der Umwelt sich nicht ausschließen müssen. So kann man zum Beispiel mit Umwelttechnik durchaus Geld verdienen und Arbeitsplätze schaffen.
Weltkarte
© Stefan Eling
Arktis:Die Temperaturen steigen, deshalb dringen fremde Arten in das Polargebiet ein, für die es bisher zu kalt war. Die Lebensgemeinschaft gerät aus dem Gleichgewicht.
Das Eis geht zurück; Eisbären, die auf Schollen jagen, haben keinen Lebensraum mehr.
Die Dauerfrostböden tauen auf. Damit sind Dörfer und Städte, aber auch Erdöl-
Pipelines in Gefahr. Ein Vorteil wäre, dass der Schiffweg von Nordeuropa nach
Japan kürzer wird.
zurück zur KarteAsien:Die Gletscher des
Himalaya schmelzen; in der Folge laufen die Gebirgsseen über. Es kommt zu verheerenden Sturzfluten. Langfristig verringern sich die Wasservorräte.
Der Pegel der Flüsse und Meere steigt. In den Städten entlang des
Indischen Ozeans und des Pazifiks erhöht sich deshalb die Gefahr von Überschwemmungen. Besonders gefährdet sind Städte in einem Flussdelta. Bangladesh droht zu einem Großteil überschwemmt zu werden.
Gleichzeitig gehen die Niederschläge zurück. Das führt zu schlechteren Ernten. Die Zahl der Menschen, die wegen schlechter Ernten hungern, steigt stark an.
zurück zur KarteEuropa:Vermehrt kommt es zu starken Regenfällen und Hochwasser. Überschwemmungen treten nach den Schneeschmelzen am Ende jedes Winters auf.
Durch den steigenden Meeresspiegel werden die
Niederlande und Sylt zu großen Teilen überschwemmt. In den Alpen ist Wintersport kaum mehr möglich.
In Südeuropa gibt es Hitzewellen, Waldbrände und geringe Ernten. Das Wasser wird weniger, damit arbeiten die Wasserkraftwerke nicht mehr wie gewohnt.
Besonders betroffen ist
Spanien, wo größere Teile des Landes zu Wüsten werden. Mindestens ein Drittel der dort lebenden Pflanzen und Tiere sterben aus.
Wegen der großen Hitze leiden viele Menschen an Herz-
und Kreislaufproblemen.
Nordeuropa könnte dagegen – zumindest zeitweise -
vom Klimawandel profitieren: Es gibt bessere Ernten, mehr Wasser und damit mehr
Energie aus Wasserkraftwerken.
zurück zur KarteAfrika:In den nicht-
tropischen Teilen Afrikas kommt es zu Wasserknappheit und Dürren. Die Landfläche, die sich zur Landwirtschaft eignet, wird kleiner. Damit steigt die Gefahr von Hungersnöten.
Die Mangroven-
Sumpfwälder und die Korallenriffe vor der afrikanischen Küste gehen verloren. Darunter leiden der Tourismus und die Fischerei. In den Binnenseen leben weniger Fische; die Fischerei leidet, die Versorgung mit Nahrung wird schlechter.
Im Westen Afrikas sind Millionenstädte wie beispielsweise Lagos in
Nigeria vom steigenden Meeresspiegel bedroht.
Mit steigenden Temperaturen breiten sich in den Ländern Afrikas Krankheiten wie Malaria schneller aus als bisher.
zurück zur KarteAustralien / Neuseeland:Der Wassermangel im Süden und Osten Australiens verschärft sich.
Das beeindruckendste Korallenriff der Erde, das Great Barrier Reef, und andere einmalige Naturreservate halten dem Temperaturanstieg nicht stand. Viele Tierarten verschwinden.
In den Städten an der Küste kommt es zu stärkeren Stürmen und zu Überschwemmungen.
Neuseeland profitiert vom Klimawandel, solange die Erwärmung unter 1° C bleibt: Es gibt mehr Wasser, die Wachstumsperiode ist länger und führt zu besseren Ernten.
zurück zur KarteNordamerika:Städte, die bisher schon unter Hitze litten (wie Chicago), erleben noch größere Hitzewellen. Waldbrände häufen sich. In den Rocky Mountains und in anderen Gebirgsketten schmilzt der Schnee. Die Trinkwasserversorgung wird schwierig.
In den Küstenregionen kommt es wegen des Anstiegs des Meeresspiegels zu Überflutungen und Sturmfluten.
zurück zur KarteMittel- und Südamerika:Bei steigenden Temperaturen trocknen die Böden aus. Im Amazonasgebiet werden die Regenwälder zu Savannen. Viele Tierarten sterben aus.
Bis zu 77 Millionen Menschen leiden an Wassermangel. Viele Städte an der Atlantikküste (
Buenos Aires,
Montevideo, Salvador) sind wegen des steigenden Meeresspiegels von Überschwemmungen bedroht.
zurück zur KarteAntarktis:Die steigenden Temperaturen lassen Eisberge schmelzen. Das geht langsamer vor sich als in der Arktis. Dennoch steigt der Meeresspiegel weltweit an.
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