Auch
Deutschland hat das Kyoto-
Protokoll 2005
ratifiziert und sich damit verpflichtet, den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken.
Im Kyoto-
Protokoll ist festgelegt, dass die
Industriestaaten fünf Prozent weniger Treibhausgase in die Atmosphäre entlassen sollen. Die
europäischen Staaten haben sich acht Prozent als Ziel gesetzt. Deutschland hat sich sogar verpflichtet, 21 Prozent einzusparen!
Ausgangspunkt ist dabei das Jahr 1990. Damals hat Deutschland 1.251.723 Millionen Tonnen Treibhausgase, meist CO2, in die Atmosphäre gepustet. Im Jahr 2002 konnte dieser Ausstoß schon auf 991.421 Millionen Tonnen verringert werden. Ein schöner Erfolg – aber nicht alle Bereiche, wo Treibhausgase auftreten, waren daran beteiligt. Auf dieser Grafik siehst du, dass insbesondere beim Verkehr und in den Haushalten keine
Energie und damit auch kein CO2 eingespart wurde, im Gegenteil!
Der Energieverbrauch in Deutschland
Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen 2003
Sparen wird immer schwierigerAnfangs war das Sparen einfach. Da konnte man alte Schornsteinanlagen mit Filtern ausstatten, Fabrikanlagen erneuern oder bei öffentlichen Gebäuden eine Wärmedämmung einbauen. Seit diese gröbsten Umweltsünden abgeschafft sind, müssen sich die
Politiker/innen mehr einfallen lassen, um die Klimaschutz-
Ziele zu erreichen. Sie müssen
Gesetze erlassen, Grenzwerte festlegen,
Steuern erheben,
Verordnungen erlassen – und sie müssen vor allem die
Bürgerinnen und Bürger überzeugen, dass Klimaschutz sinnvoll ist und allen nützt. So könnten ihre Arbeitspläne aussehen:
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| CO2-Ausstoß nachhaltig senken ... |
| | | erneuerbare Energien fördern |
| Benzinverbrauch senken ... |
| | | sparsame Autos bauen |
| Wachstum der Wüsten stoppen ... |
| | | arme Staaten unterstützen |
| die Menschen für den Umweltschutz begeistern ... |
| | | tolle Aktionen durchführen |
| Strom sparen ... |
| | | Geräte richtig ausschalten |
| Verbraucherschutz vor Umweltgiften ... |
| | | EU-Richtlinien erlassen und durchsetzen |
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Eine Möglichkeit, den CO2-
Ausstoß zu verringern, wäre der Einsatz von mehr Kernenergie. Das ist allerdings eine schwierige Entscheidung. Ein Vorteil: Energie, die in Kernkraftwerken (Atomkraftwerken) erzeugt wird, entsteht durch die Spaltung von Uran. Dabei müssen keine fossilen Brennstoffe, also Kohle, Erdöl oder Erdgas verbrannt werden. Deshalb gibt es dabei auch keine CO2-
Emissionen. Der Nachteil: Uran ist radioaktiv und extrem gefährlich. Die Mitarbeiter in einem Kernkraftwerk müssen unter strengsten Sicherheitsbestimmungen arbeiten. Der Abfall aus Kernkraftwerken (der „Atommüll“) strahlt ebenfalls
Radioaktivität aus. Er muss über hunderte von Jahren so gelagert werden, dass keine Strahlung entweichen kann. Bis jetzt gibt es noch keine endgültige Lagerstätte für radioaktiven Müll in Deutschland.
Verbieten oder belohnen?Grundsätzlich haben Politiker/innen zwei Möglichkeiten, um Firmen und Bürger zum Klimaschutz anzuhalten:
- Sie können schädliches Verhalten verbieten oder
- umweltfreundliches Verhalten belohnen.
Verbieten lässt sich der Gebrauch von Treibhausgasen wie FCKW, die nun in Spraydosen oder Kühlschränken durch andere Stoffe ersetzt werden. Man kann auch den Autoverkehr in den Innenstädten verbieten oder den Verkauf von Einwegflaschen.
Belohnungen aber gefallen den meisten Menschen besser. Deshalb zahlt man weniger Steuern, wenn man ein umweltfreundliches Auto fährt. Oder man bekommt Zuschüsse, wenn man in sein Häuschen Fenster und Türen einbaut, die die Wärme besser halten und den Verbrauch von Heizöl senkt.
So könnte es in 30 Jahren in Deutschland aussehen, wenn wir nichts für das Klima tun.
© picture-alliance / dpa Grafik
Für die Industrie und besonders für Kraftwerke haben die Politiker/innen sich noch einen anderen Anreiz ausgedacht, um den Ausstoß (= die Emission) von Treibhausgasen zu verringern: den sogenannten Emissionshandel.
Das funktioniert so: Die Firmen bekommen vom Staat eine Art Gutschein über die Menge an Emissionen, die ihnen zugestanden wird. Diese Menge ist knapp bemessen. Wer weniger Treibhausgase produziert als ihm zusteht, kann mit seinen Gutscheinen handeln. Wer mit diesen Gutscheinen nicht auskommt und mehr in die Atmosphäre pustet, muss Gutscheine dazu kaufen.
Wer Energie spart, verdient also; wer Energie verschwendet, hat höhere Kosten. Das nützt dem
Klima zwar nicht direkt, aber es soll die Firmen anregen, über echte Einsparmöglichkeiten nachzudenken, statt Jahr für Jahr draufzuzahlen.
Schafft Deutschland sein Klimaziel?Es sieht gut aus: Tatsächlich nähern wir uns den angestrebten 21 Prozent. Doch die letzten Prozentpunkte sind die schwierigsten. Außerdem sind trotz aller Einsparungen einige Probleme geblieben:
- Noch immer kommt die meiste Energie, die wir verwenden, aus fossilen Energieträgern, also aus Kohle, Gas und Erdöl. Bei ihrer Verbrennung wird CO2 freigesetzt. Besser wäre es, wenn noch schneller noch mehr Strom aus Windkraftwerken oder Sonnenkollektoren käme.
- Noch immer fallen viele Emissionen im Straßenverkehr an. Gegen das Autofahren kann die Politik schwer vorgehen - denn schließlich gehört der Bau von Autos zu den wichtigsten Industriezweigen in Deutschland.
Die Dresdner Frauenkirche, so wie sie nachts gewöhnlich angestrahlt ist
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Beim Weltklimatag wurde während der Aktion "Licht aus" für fünf Minuten die Beleuchtung ausgeschaltet. Aus diese Weise sollte ein Zeichen für den Klimawandel gesetzt werden.
© picture-alliance / dpa
Es bleibt also genug zu tun. Und es kommt nicht nur auf Politiker/innen, sondern auf jeden Einzelnen an!
Wenn du mehr über den Emissionshandel wissen willst, kannst du dich hier informieren (Der Text ist allerdings nicht für Kinder geschrieben) :
www.bmu.de