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Politik spielt immer eine Rolle

Deutschlands Torwart Manuel Neuer klatscht nach dem Spiel EM-Spiel Deutschland - Portugal. Dabei sieht man die Kapitänsbinde in Regenbogenfarben.

Deutschlands Torwart Manuel Neuer klatscht nach dem Spiel EM-Spiel Deutschland - Portugal. Dabei sieht man die Kapitänsbinde in Regenbogenfarben.

Beim Wettbewerb EURO 2020 spielen Nationalteams um den Titel Fußball-Europameister 2021. Doch bei EURO 2020 geht es nicht nur um Sport. Hier wie bei vielen großen Sportereignissen geht es immer auch um Politik.

Regenbogenfarben: Ein Zeichen setzen für Vielfalt und Toleranz

Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, Manuel Neuer, trägt eine Kapitänsbinde in Regenbogenfarben. Diese Farben sind ein Zeichen für Toleranz, Achtung und Gleichberechtigung von Menschen, die schwul oder lesbisch sind oder eine andere sexuelle Orientierung haben. In vielen Ländern der Welt werden diese Menschen ausgegrenzt oder sogar verfolgt. Die deutsche Nationalmannschaft will zeigen, dass Ablehnung und Ausgrenzung im Sport, aber auch in unserer Gesellschaft keinen Platz haben.
Kurz vor der EURO 2020 wurde In Ungarn ein Gesetz erlassen, das Homosexualität verurteilt. Als Protest gegen diese Ausgrenzung von Menschen wollte der Münchner Oberbürgermeister während des Spiels zwischen Ungarn und Deutschland die Arena in Regenbogenfarben beleuchten lassen. Das hat die UEFA verboten. Viele Menschen sind darüber empört. Sie finden, dass die EURO 2020 ein wichtiges Zeichen für Toleranz und Menschenwürde hätte setzen soll. Einige deutsche Fußballvereine haben angekündigt, aus Protest gegen das ungarische Gesetz und die Entscheidung der UEFA ihre Stadien in Regenbogenfarben zu beleuchten.

Infrastruktur

Bei allen großen Sportveranstaltungen muss die Politik dafür sorgen, dass die Städte gut vorbereitet sind, damit sich viele Menschen dort sicher aufhalten können. Es braucht ausreichende Übernachtungsmöglichkeiten, die Fans müssen sich in der Stadt zurechtfinden können und mit Bussen und Bahnen zum Stadion reisen können. Die Stadien müssen in einem guten Zustand sein, damit dort viele tausend Menschen gefahrlos die Spiele verfolgen können. Viele Gastgeberländer und Gastgeberstädte geben viel Geld für den Ausbau der Infrastruktur aus, was manchmal auch kritisiert wird.

Die Städte werden bekannter

Bei großen Sportwettbewerben können nicht nur die Sportler/innen viel Ruhm ernten, sondern auch die Städte, in denen die Spiele stattfinden. Sie werden von den internationalen Medien ins Rampenlicht gestellt. Die Städte hoffen, langfristig von dieser Aufmerksamkeit einen Gewinn zu haben. Es kommen später mehr Reisende, vielleicht finden Veranstaltungen und Kongresse statt und dann verdienen die Menschen, die dort leben und arbeiten, mehr Geld. Weil die Städte bei erfolgreich durchgeführten Wettkämpfen viel Ruhm und Aufmerksamkeit erlangen können, haben sich auch viele Städte als Austragungsort für die EM beworben.

In München werden Spiele der EURO 2020 ausgetragen. Bild zeigt Logo des Spielortes München.

In München werden Spiele der EURO 2020 ausgetragen.

Austragungsort Baku in Aserbaidschan

Manchmal stößt die Entscheidung für einen Austragungsort auf öffentliche Kritik. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Wettkämpfe in einem Land stattfinden, in dem die politischen Verhältnisse den Erwartungen an offene Spiele widersprechen, weil die Menschen nicht frei ihre Meinung sagen können oder Journalistinnen und Journalisten an einer unabhängigen Berichterstattung gehindert werden. Bei der Vorbereitung der EM 2020 war das der Fall bei Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan. Aserbaidschan liegt an der Grenze von Asien zu Europa. Das Nationalteam von Aserbaidschan hat sich nicht für das Turnier qualifiziert, trotzdem werden in der Hauptstadt Baku vier Spiele stattfinden. Das Land war bis 1991 Teil der Sowjetunion, 1996 wurde es Mitglied der UEFA. Seit 2013 ist das aserbaidschanische Staatsunternehmen „Socar“, das Öl fördert, Sponsor der UEFA. Bei der Fußball-EM 2016 waren die Werbebanner „Energie aus Aserbaidschan“ bei vielen Spielen zu sehen. Das Unternehmen betreibt erfolgreiche Lobbyarbeit bei der UEFA, Vertreter von Aserbaidschan sitzen in wichtigen Gremien der UEFA. Das Land selbst aber wird seit langem autoritär regiert, eine freie Presse gibt es nicht. Immer wieder gab es Kritik an der Entscheidung der UEFA, in Baku wichtige Spiele durchzuführen, weil die demokratischen Werte in Aserbaidschan nicht geachtet werden. Doch zu einer Planänderung für die EM hat die Kritik nicht geführt.

Sport braucht Politik

Nicht nur bei sportlichen Höhepunkten wie einer Fußball-EM gilt: Sport braucht die Politik! Damit viele Menschen Sport treiben können, sorgt der Staat dafür, dass es Sportplätze und Sporthallen gibt. Der Staat kümmert sich grundsätzlich darum, dass in den Schulen Sportunterricht stattfindet. Und wenn die Corona-Pandemie es erlaubt, soll das auch bald wieder so sein. Der Staat unterstützt auch die Arbeit der Sportvereine und fördert den Leistungssport.

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