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Was haben die Paralympics und Olympia mit Politik zu tun?
1. Olympische Winterspiele, Paralympics und Politik

Berlin, am 4. Januar 2022: Demonstranten protestieren gegen die Olympischen Winterspiele in Peking

Berlin, am 4. Januar 2022: Demonstration gegen die Olympischen Winterspiele in Peking

Bei den Olympischen Winterspielen und den Paralympics geht es, wie bei vielen großen Sportereignissen, immer auch um Politik. Bereits die Wahl der Olympiastadt hat mit Politik zu tun. Die Stadt und das Land, in denen die Olympischen Spiele und die Paralympics stattfinden, werden für die Zeit der Wettkämpfe im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit stehen. Menschen weltweit sehen schöne Bilder und hören Berichte über das Austragungsland. Sie können sich eine Meinung über das Land bilden.

China, ein mächtiger Staat

China will der Welt mit Olympia und den Paralympics zeigen, dass es ein erfolgreiches und mächtiges Land ist. Es will die Menschen weltweit beeindrucken und deutlich machen, dass die Volksrepublik China eine Weltmacht ist. Deswegen hat auch der chinesische Staatspräsident dafür gesorgt, dass alles getan wird, um erfolgreiche Spiele durchzuführen. Kritik an den Spielen und an der chinesischen Politik wird im eigenen Land nicht geduldet.

Menschenrechtsverletzungen in China

China ist keine Demokratie, sondern ein Einparteienstaat, der autoritär regiert wird. Es gibt keine freien Wahlen und keine Meinungsfreiheit. Die kommunistische Partei gibt vor, welche Politik gemacht wird. Wer dagegen protestiert und eine andere Meinung vertritt, riskiert seine Freiheit oder sogar sein Leben. Viele Kritiker und Kritikerinnen des Regimes sitzen im Gefängnis. Menschenrechtsorganisationen und Regierungen in aller Welt kritisieren China wegen Menschenrechtsverletzungen.
Besonders brutal geht das Regime in der Region Xinjiang im Nordwesten von China gegen die Uiguren vor, die dort die Bevölkerungsmehrheit bilden. Sie gehören einer Glaubensgemeinschaft des Islam an. Seit 2017 werden sie vom chinesischen Staat verfolgt und in Umerziehungslagern eingesperrt.
Auch in Hongkong hat die chinesische Regierung Proteste gegen ihre Politik mit brutaler Härte verfolgt. Wer sich dort für Freiheit und Demokratie einsetzt, wird verfolgt, eingesperrt und mundtot gemacht.

Joshua Wong (geboren 1996) setzt sich in Hongkong für Demokratie und Freiheit ein. Er und andere Kritiker/innen wurden dafür vom chinesischen Staat verhaftet.

Joshua Wong (geboren 1996) setzt sich in Hongkong für Demokratie und Freiheit ein. Er und andere Kritiker/innen wurden dafür vom chinesischen Staat verhaftet.

Diplomatischer Boykott

Viele Menschen fordern, dass die Politiker/innen ihrer Länder nicht zu den Olympischen Spielen nach China reisen. Dadurch soll gezeigt werden, dass die Menschenrechtsverletzungen in China nicht einfach hingenommen werden. Der chinesische Staat soll nicht den Eindruck erwecken können, dass die vielen Menschenrechtsverletzungen keine Rolle in den internationalen Beziehungen spielen. Die USA, Großbritannien, Australien, Litauen und Kanada haben daher entschieden, keine hochrangigen politischen Vertreter/innen nach Peking zu schicken. Die Europäische Union hat noch nicht entschieden, wie sie gemeinsam handeln wird. Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird nicht nach China reisen und auch die Außenministerin Annalena Baerbock sowie die Innenministerin Nancy Faeser, die für den Leistungssport in Deutschland zuständig ist, werden China während der Olympischen Spiele nicht besuchen.

Nachhaltigkeit

Ein Prinzip für die Organisation Olympischer Spiele und Paralympics soll Nachhaltigkeit sein. Negative Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschen sollen vermieden werden. In China aber wird der Schutz der Umwelt bei Olympia und den Paralympics in weiten Teilen missachtet. Die Pisten für die Ski-Wettkämpfe wurden in einem Naturschutzgebiet angelegt, Proteste von Wissenschaftler/innen wurden nicht beachtet. Da die Region um Peking im Winter keinen Schnee hat, wird seit November 2021 das Wasser für Schneekanonen aus umliegenden Stauseen Hunderte von Metern die Berge hochgeleitet. Etwa 10 Liter pro Sekunde sprühen Schneekanonen auf die Pisten, damit verbunden ist ein hoher Ausstoß von Klimagasen wie Kohlendioxid. Einige Wissenschaftler/innen befürchten, dass es die „unnachhaltigsten Spiele aller Zeiten“ werden.


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