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Was hat Sport mit Politik zu tun?
2. Die Fußball-EM und Corona

Das Coronavirus beeinflusst die EURO 2020 sehr. Auf dem Foto sieht man das UEFA Euro 2020 App-Zeichen auf einem Smartphone und im Hintergrund steht "Coroanvirus" geschrieben.

Das Coronavirus beeinflusst die EURO 2020 sehr.

Zum ersten Mal findet die Europameisterschaft in 11 Ländern statt und nicht wie bisher in einem oder zwei Ländern. Die Länder, in denen die Spiele stattfinden, müssen für die Sicherheit und Gesundheit der Spieler, Betreuer/innen und Fans sorgen. Das ist in der Zeit der Covid-19-Pandemie eine besonders schwierige Aufgabe. Die EM wurde wegen des Coronavirus schon von 2020 auf 2021 verschoben. Doch die Gefährdung durch das Virus ist auch in diesem Jahr keineswegs vorbei. Es wurden deshalb strikte Sicherheitsvorkehrungen getroffen, die dafür sorgen sollen, dass sich möglichst niemand infiziert.

Bevorzugte Behandlung von Fußballern

Das Interesse der Öffentlichkeit an der Fußball-EM ist sehr groß. Viele Menschen wollen, dass die Spiele stattfinden, sie wollen die Spiele „ihrer“ Mannschaft vor Ort oder am Bildschirm sehen. Doch damit das Turnier überhaupt stattfinden kann, müssen vor allem die Spieler mitmachen.
Die Spieler bereiten sich schon lange auf die Europameisterschaft vor. Sie spielen in ihren Profi-Clubs der Bundesliga oder einer ähnlichen Liga im Ausland, sie trainieren zusammen in der Nationalmannschaft und tragen Trainingsspiele aus. Während Freizeitsportler/innen auf gemeinsame sportliche Aktivitäten in den letzten Monaten verzichten mussten, durften die Fußballspieler der Bundesliga regelmäßig spielen. Die Sportverbände hatten mit den Politikern und Politikerinnen besondere Abmachungen getroffen. Sie hatten strenge Sicherheitskonzepte vorgelegt und immer wieder darauf verwiesen, wie wichtig die Bundesliga und auch die Europameisterschaft für die Menschen sind. Gerade in der Corona-Zeit sei es für viele Menschen eine große Freude, weiterhin den Leistungssport zu verfolgen. Aber sehen das alle so wie die Fußballvertreter?
Viele Menschen diskutieren, ob das gerecht ist. Und viele äußern Kritik an einer Entscheidung, die für gut verdienende Fußballer sicherstellt, dass sie weiter kicken können, während Freizeitsportler/innen und andere keinen Sport treiben dürfen.

Fans aus dem Inland

Zu großen Turnieren wie einer Europameisterschaft gehören normalerweise die Fans in den Stadien. Sie begleiten die Mannschaften und sorgen für Stimmung in den Stadien. Die UEFA (Union of European Football Associations), die Organisation, die die Spiele organisiert, will unbedingt, dass auch bei dieser EM Fans in die Stadien mitfiebern können – trotz der Covid-19-Pandemie. Doch wie kann das gelingen, wenn in den Ländern strikte Corona-Regeln gelten, wenn Abstand gehalten werden muss, um die Gesundheit der Fans und auch der Bevölkerung nicht zu gefährden?
Ob und wie viele Fans in die Stadien dürfen, wurde lange zwischen der UEFA und den Politiker/-innen in den Austragungsorten diskutiert. Inzwischen haben die meisten Städte Zusagen für eine begrenzte Anzahl an Fans gegeben. In Deutschland wurde das für den Austragungsort München nicht zugesichert. Kurz vor dem Spiel wurde entschieden, dass aufgrund der zurückgegangenen Inzidenzwerte 14.500 Fans im Stadion dabei sein dürfen. Alle Zuschauer/innen müssen getestet, geimipft oder genesen sein. Grundsätzlich wird von allen Fans außerhalb und innerhalb der Stadien verlangt, sich an die geltenden Hygiene-Regeln zu halten (Masken, Abstand halten und in vielen Stadien muss man ein negative Corona-Testergebnis vorlegen).

Fans aus dem Ausland

Viele Fans kommen aus dem Ausland. Für sie gelten die Regeln, die die verschiedenen Staaten für die Einreise aus anderen Ländern beschlossen haben. Diese Regeln sind unterschiedlich. So gilt derzeit zum Beispiel in Großbritannien und den Niederlanden, dass Fans nach ihrer Einreise in Quarantäne müssen. In Dänemark dürfen keine Fans aus dem Ausland einreisen. In Rumänien muss man nicht in Quarantäne, wenn man nur drei Tage im Land bleibt. Da niemand weiß, wie die Corona-Situation aktuell entwickelt, gibt es noch keine Klarheit darüber, was die internationalen Fans vor Ort erwarten wird. Die UEFA weiß, dass die letzte Entscheidungsbefugnis bei der Politik liegt. Doch wie frei sind die Städte in ihrer Entscheidung?
Es wurde sehr viel Geld in die Vorbereitung der Europameisterschaft gesteckt. Kurzfristige Spielabsagen können große finanzielle Folgen für die Städte und die UEFA haben. Die Hoffnung ist deshalb groß, dass während der EM keine Corona-Ausbrüche in den Austragungsorten stattfinden.

Bundestrainer Joachim Löw mit Co-Trainer Sorg und Köpke bei einem Spiel der Nationalmannschaft im März 2021. Wegen der Covid19-Pandemie tragen sie Masken.

Bundestrainer Joachim Löw mit Co-Trainer Sorg und Köpke bei einem Spiel der Nationalmannschaft im März 2021. Wegen der Covid19-Pandemie tragen sie Masken.


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