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Freitag, 9. Oktober
Gründung der „Aktion Mensch“, 1964

von und

Rudi Cerne, Botschafter von "Aktion Mensch", neben einer zum 50. Jubiläum 2014 herausgegebenen überdimensionalen "Aktion Mensch"-Sonderbriefmarke.

Menschen mit Behinderungen helfen und über Behinderungen aufklären - das war von Anfang an das Ziel der „Aktion Mensch“.

Ein Skandal gab den Anstoß

Die „Aktion Mensch e. V.“ ( früher „Aktion Sorgenkind“) wurde heute vor 62 Jahren, am 9. Oktober 1964, gegründet. Der Anlass dafür waren die bis dahin nicht ausreichend erforschten Nebenwirkungen eines Medikamentes. Schwangere Frauen, die das Schlafmittel Contergan einnahmen, schädigten damit unwissentlich ihre noch ungeborenen Kinder. Die Babys des sogenannten „Contergan-Skandals“ kamen mit Fehlbildungen zur Welt. Zu den ersten Zielen des neugegründeten Vereins gehörte es, über das Schicksal dieser Kinder zu informieren und ihnen zu helfen.

Durch das Medikament Contergan fehlgebildete Kinder werden in Hannover behandelt.

Durch das Medikament Contergan fehlgebildete Kinder werden in Hannover behandelt.

Fernsehshows brachten das Geld

Das ZDF strahlte von Anfang an regelmäßig Fernsehshows für die "Aktion Sorgenkind" aus. Darin fand eine Lotterie statt, deren Einnahmen Projekten des Vereins zugute kamen. In den Sendungen wurde auch für die Organisation geworben und zu Spenden aufgerufen. Bis 1970 gab es dafür die Show "Vergißmeinnicht“. Danach wurden Sendungen wie „Drei mal Neun“, „Der große Preis“ oder „Goldmillion“ ausgestrahlt, die sehr beliebt waren und viel Geld einbrachten. Die Beteiligung an der Soziallotterie ist nach wie vor groß. Regelmäßig machen Millionen Menschen mit. Außerdem finanziert sich die Organisation durch Spendengelder.

Neuer Slogan, neuer Name

Im Jahr 1995 änderte sich der Blickwinkel: Wurden Menschen mit Behinderungen zuvor als bemitleidenswert dargestellt, rief man nun auf, sie auf Augenhöhe zu behandeln. Dazu passte der neue Slogan „Ich will kein Mitleid, ich will Respekt“. Fünf Jahre später wurde dann auch der Name geändert: Aus der „Aktion Sorgenkind“ wurde die „Aktion Mensch“. Es geht also darum, die Menschen mit ihren Behinderungen anzuerkennen und sicherzustellen, dass sie am Leben in der Gesellschaft teilnehmen können. In den letzten Jahren ist vor allem Inklusion, also das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung, ein großes Thema.

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