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Bücher

Zuhause kann überall sein
Irena Kobald, Freya Blackwood

Cover: Zuhause kann überall sein

Verlag:
Knesebeck
Ort:
München
Erscheinungsjahr:
2022
Altersempfehlung:
empfohlen ab 5 Jahren
Seitenzahl:
32 Seiten

Schon bevor die Geschichte startet, turnt die Heldin über den Buchstaben des Buchtitels herum. Kein Wunder, dass die Tante des Mädchens es „Wildfang“ nennt. Doch mit dem Krieg geht auch ihr Name verloren. Und in dem neuen Land, in dem die beiden ankommen, herrscht zwar Sicherheit, aber alles ist fremd: die Leute, das Essen, die Tiere und Pflanzen, ja sogar der Wind! Die fremden Wörter fühlen sich wie ein kalter Wasserfall an, gegen den nur die eigenen Worte und Geräusche helfen, in die man sich hineinkuscheln kann wie in eine alte Decke. Unter der man am liebsten für immer bleiben würde! Doch die Begegnung mit dem Mädchen im Park verändert alles. Nicht schnell, nicht von einem Tag auf den anderen. Nach und nach werden fremde Wörter zu vertrauten Klängen – und nach und nach wird die alte Decke neu gewebt, aus immer mehr Wörtern und Begriffen. Und am Ende? Da wird wieder Rad geschlagen …

Eine schwere Lebensgeschichte wird mithilfe eines Bildes dargestellt – die eigene Sprache als kuschelige Decke. So wird schon für jüngere Kinder nachvollziehbar, wie schwer es ist, in ein neues Zuhause und eine neue Sprache hineinzufinden. Die Geschichte ist wunderbar erzählt, und doch braucht man den Text nicht unbedingt, um die Inhalte zu verstehen. Das Buch ist für Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen geeignet. Welche Gegenstände erkennst du? Wie heißen sie in deiner Sprache – und wie in der, die hier gesprochen wird? Wie mag sich das Mädchen fühlen? Was hättest du getan? Die Bilder liefern Denkanstöße, erzählen über den Text hinaus und fangen Gefühle wie Einsamkeit, Angst, aber auch Freundschaft und Zuversicht ein.

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