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Versammlungsfreiheit

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Gruppe auf einem Planeten, im Hintergrund erkennt man die Erde. Illustration zu Artikel 8 des Grundgesetzes: Versammlungsfreiheit

Versammlungsfreiheit

Es ist Mittwochmorgen an der Galileo-Galilei-Schule. Ulla und Hanna, die besten Freundinnen aus der Klasse 6b, sind bereits sehr aufgeregt. Heute Nachmittag findet die große Versammlung statt, zu der die beiden eingeladen haben. Hoffentlich kommen viele Schüler/-innen und machen bei dem Projekt mit.

Ulla und Hanna und ihre Großeltern

Neulich, als es draußen mal wieder geregnet hat, haben sich Ulla und ihre Freundin Fotoalben angeschaut. „Das war schön früher, es war immer lustig, wir haben immer so viel zusammen gespielt“ erzählt Ulla und erklärt ihrer Freundin, wen man auf den Fotos sieht: ihre Mama kurz nach Ullas Geburt, ihre große Schwester Annika beim Angeln, ihren Papa beim Kirschkernweitspucken und ihre Oma. Als Ulla noch klein war, hat ihre Oma noch bei ihnen gewohnt, jetzt lebt sie schon seit längerem in einem Seniorenheim. „Ich fühle mich wohl hier, aber es könnte mehr los sein«, so hatte sie beim letzten Besuch ein wenig geklagt. „Manchmal ist es hier einfach langweilig. Ich habe auch schon mit Frau Schmitz-Bertoff, der Dame im Zimmer nebenan, darüber gesprochen. Sie wäre so froh, wenn sie mal Besuch bekäme. Weißt, du, ihre Enkelkinder wohnen einfach so weit weg, sie können sie nicht so oft besuchen.“ Ulla hat das Hanna erzählt. „Ich würde meinen Opa auch so gerne öfter sehen“, sagte Hanna, „aber das geht nicht. Er wohnt 100 Kilometer entfernt, da kann ich ihn nicht einfach mit dem Fahrrad besuchen“.

Frau Moll hat eine Idee
Hund. Illustration zu Artikel 8 des Grundgesetzes: Versammlungsfreiheit

In der nächsten Sozialkundestunde erzählen die beiden Mädchen von ihren Großeltern. Vielen geht es ähnlich wie Ulla und Hanna. Björn zum Beispiel bedauert, dass er, nachdem sie umgezogen sind, mit seinen Großeltern nur noch am Telefon spricht. Seine Großmutter hatte mit ihm immer erstklassige Drachen gebaut. Und Tom denkt an die Ausflüge, die er mit seinem Opa zur Kettcarbahn unternommen hat, als der noch bei ihnen im Haus wohnte. Da hat Frau Moll, ihre Lehrerin, eine Idee: „Wie wäre es, wenn wir einmal in der Woche die Bewohner des Seniorenheims besuchen würden? Ihr könntet von euch und euren Großeltern erzählen und ihr würdet sicherlich vieles Interessantes von früher erfahren. Das wäre für alle doch bestimmt sehr schön. Wenn ihr wollt, spreche ich mal mit der Leiterin von der „Grünen Heide“. Das Heim ist hier um die Ecke.“

Noch mehr Ideen

„Eigentlich eine gute Idee“, finden viele in der Klasse, andere sind skeptisch. „Ich fände es besser, wenn nicht nur unsere Klasse dorthin geht, sondern auch andere Schüler mitmachen, dann sind wir nicht die einzigen“, ruft Viola. Sie selbst ist nämlich etwas unsicher, ob sie mit ihren Klassenkameraden das alleine so hinbekommt. „Noch eine gute Idee“, findet Frau Moll. „Warum soll nicht unsere Schule eine Patenschaft für das Seniorenheim übernehmen. Dann können auch die älteren Schüler mitmachen, die haben vielleicht auch Spaß daran. Am besten wir veranstalten eine Schul-Versammlung und schauen mal, wie das Interesse ist. Ich schlage vor, ihr bereitet die Versammlung vor und macht euch schon mal Gedanken, wie wir das organisieren können.“ Gesagt, getan. Ulla, Hanna, Tom und Björn nehmen die Sache in die Hand. Sie malen mit ihren Freunden Handzettel und laden im Internetforum der Schule zur „Ersten Versammlung Aktion Grüne Heide“ ein. Treffpunkt: Aula, in der großen Pause. Und nun sind sie alle gespannt. Finden die anderen ihre Idee gut? Wird jemand zur Versammlung kommen?

Eine Schulversammlung in der Aula
Gruppe an einem Tisch. Illustration zu Artikel 8 des Grundgesetzes: Versammlungsfreiheit

Tatsächlich, es kommen Schüler aus fast allen Klassen, die Aula ist zur Hälfte gefüllt. Ulla und Hanna stellen gemeinsam mit Frau Moll das Projekt „Patenschaft“ kurz vor. Björn und Tom machen Vorschläge, wie die Patenschaft organsiert werden könnte. „Jeden Donnerstag können vier Schüler oder Schülerinnen in das Heim gehen“, findet Sven. „Ich bin eher für montags“, ruft Lena. Nun, da ist sicherlich noch einiges, was abgesprochen und überlegt werden muss…
„Das ist doch super gelaufen“, freut sich Hanna als die Versammlung vorbei ist. „Ein voller Erfolg!“, lobt die Lehrerin. „Vielleicht können wir schon nächsten Monat mit unseren Besuchen beginnen“. „Das Treffen hat viele gute Ideen gebracht« freut sich Ulla. „Und viele, die mitmachen wollen“, pflichtet Tom bei. „Jetzt müssen wir sehen, dass die Ideen auch umgesetzt werden. Das besprechen wir dann bei der nächsten Versammlung!“

Artikel 8 des Grundgesetzes

(1) Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.
(2) Für Versammlungen unter freiem Himmel kann dieses Recht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes beschränkt werden.

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