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Ansteigende Kurve, abflachende Kurve?

Titel-Illustration: Coronavirus "So funktioniert virale Verbreitung"  für Kinder erklärt. Illustration zeigt ein Handybild mit der Nachricht "Schick mich an 2 Freunde" und einer ansteigenden Kurve im Hintergrund.

Abbildung 1 - "So funktioniert virale Verbreitung" für Kinder erklärt

Vielleicht hast du in den Berichten über das Coronavirus und Covid-19 die Begriffe ansteigende oder abflachende Kurve oder den englischen Ausdruck "Flatten the curve" schon einmal gehört. Hier kannst du nachlesen, was damit gemeint ist.

Tag 1 – Der Start

Stell dir vor, du entdeckst heute ein Bild auf deinem Handy, das sich nach einer Woche automatisch löscht. Du schickst das Bild morgen an zwei Freunde mit der Bitte, das Bild am nächsten Tag auch an zwei Freunde zu versenden.

Tag 2 bis 7 – Die Verbreitung

Man könnte sagen, dein Handy hat sich mit dem Bild „angesteckt“ oder „infiziert“ und am nächsten Tag steckst du zwei weitere Handys damit an.
Du wirst sehr erstaunt sein, wie viele Handys am Ende der ersten Woche dieses Bild haben. Die Zahl der „angesteckten“ Handys (im Fachjargon „Fallzahlen“) steigt rasant an.

"So funktioniert virale Verbreitung" für Kinder erklärt: Abbildung 2 - Tag 1 bis 7. Die Illustration zeigt, wie viele Handys am Ende der ersten Woche dieses Bild haben.
Die 1. Woche – eine exponentielle Kurve

Würdest du die Zahlen für jeden Tag in einen Kalender eintragen und die Punkte verbinden, zeigt die Linie eine immer stärker steigende Kurve nach oben – eine sogenannte „exponentielle“ Kurve.

"So funktioniert virale Verbreitung" für Kinder erklärt: Abbildung 3 Illustration zeigt, wie die "Infektionskurve" in Woche 1 exponentiell ansteigt.
Die 2. bis 4. Woche – ein exponentielles Wachstum

Wenn das so weiter ginge, wären nach zwei Wochen über 16.000 Handys mit dem Bild „infiziert“. Um sie alle zu verstauen, wären 130 Schulranzen nötig. Nach drei Wochen wären es über 2.000.000 (2 Millionen) Handys. Das sind etwa drei große Schulbusse randvoll mit Handys. Nach vier Wochen hätten ungefähr 270 Millionen Handys das Bild geladen. Würde man sie der Reihe nach hintereinander legen, würde die Schlange einmal um die ganze Erdkugel reichen!

So funktioniert virale Verbreitung" für Kinder erklärt: Woche 2 bis 4 mit  exponentiellem Wachstum. Die Illustration veranschaulicht das exponentielle Wachstum
Kleine Änderung, große Wirkung - Zurück zur 2. Woche

Damit das nicht passiert, schickst du am Ende der ersten Woche eine Nachricht herum, das Bild von nun an nur noch an eine Person zu schicken. Die Zahl der Empfänger verdoppelt sich jetzt nicht mehr. Außerdem löscht sich das Bild nach und nach von den Handys, die das Bild eine Woche zuvor bekommen haben.

"So funktioniert virale Verbreitung" für Kinder erklärt:  Woche 2 mit langsamerer Verbreitung. Eine kleine Änderung zeigt eine große Wirkung.
Die 2. und 3. Woche – eine abflachende Kurve

Wenn du diese Zahl wieder in deine Kalender-Tabelle einträgst, siehst du, wie die Kurve von Tag zu Tag wieder abflacht. Dein Aufruf, nur noch ein Bild zu schicken, wird in der Fachsprache „flatten the curve“ („Die Kurve abflachen“) genannt. In der dritten Woche ist aus der ansteigenden Kurve sogar eine gerade Linie geworden, da die Anzahl der neu „angesteckten“ Handys gleich der Anzahl der täglich gelöschten Bilder ist.

"So funktioniert virale Verbreitung" für Kinder erklärt: Abbildung 6 zeigt Woche 2 und 3 mit abflachender Kurve.
Die 4. Woche – eine abfallende Kurve

Schickst du am Ende der dritten Woche die Aufforderung heraus, das Bild gar nicht mehr weiter zu schicken, wird ab der laufenden vierten Woche kein Handy mehr das Bild weitergeben. Da sich das Bild automatisch von den „infizierten“ Handys löscht, sind bald wieder alle Handys "gesund".

Coronavirus "So funktioniert virale Verbreitung" für Kinder erklärt: Abbildung 7 zeigt, die Woche 4 mit abfallender Kurve, weil das Bild nicht mehr verschickt wurde.



Übrigens: Hättest du das Bild zu Beginn der Aktion an drei, statt an zwei Freunde geschickt, mit der Bitte, sie sollen am nächsten Tag das gleiche tun, wären schon nach drei Wochen alle Handys auf der ganzen Welt mit dem Bild „angesteckt“.

Schau doch auch einmal in unserem Mobbing-Spezial unter dem Kapitel Cybermobbing nach. Ähnlich rasant könnte sich ein Bild von Freunden im Internet verbreiten, das du ohne ihre Erlaubnis herumschickst! Auch die Verbreitung von Falschmeldungen und Fake News und des Coronavirus funktioniert nach diesem Muster.

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