Der Saatgut-Tresor und seine Aufgabe
In einem Vertrag haben die Staaten der Vereinten Nationen unter anderem festgehalten: Es soll eine Sammelstelle mit Proben für Samen von wichtigen essbaren Pflanzen der Welt geben. Deshalb begann 2006 der Bau des Saatgut-Tresors. Die norwegische Inselgruppe Spitzbergen wurde als Ort dafür gewählt, weil es dort sehr kalt und abgelegen ist. So entstand der „Svalbard Global Seed Vault“ (auf Deutsch: „Weltweiter Saatgut-Tresor Spitzbergen“) - ein riesiger Tresor, der mit seinen dicken Wänden die Samen unzähliger essbarer Pflanzen schützen soll. Die Pflanzen-Samen vieler Länder lagern dort.
Bild vergrößern © picture alliance / Winfried Rothermel | Winfried Rothermel
Im Saatgut-Tresor werden vor allem Pflanzen, die wichtig für die Ernährung von Menschen sind, eingelagert. Hier sieht man Weizenkörner.
Kostbare Informationen für die Zukunft
Alle Samen im Tresor werden eingefroren, damit sie lange haltbar bleiben. So sollen sie auch dann sicher bleiben, wenn es in anderen Ländern Kriege, Naturkatastrophen oder Probleme mit Ernten gibt. Ungefähr 700 Millionen Samen von Sammelstellen aus 85 Ländern liegen im Saatgut-Tresor.
Länder lagern ihre Samenkörner zum Schutz ein
Diese Sammelstellen für Samen, auch Saatgutbanken genannt, gibt es auch in den einzelnen Ländern. Ein Grund für die Einrichtung von Saatgutbanken ist, dass viele Pflanzen vom Aussterben bedroht sind. Besonders wichtig sind Samen von Pflanzen, die in vielen Ländern täglich gegessen werden, zum Beispiel Reis, Weizen, Gerste, aber auch Kichererbsen, Maiskörner und Bohnen. Von ihnen sollte es viele Sorten geben. So kann nicht eine einzige Krankheit, ein einziger Schädling oder Extremwetter die Ernte vernichten. Das alles hilft, die Ernährung für die Menschen in der Zukunft zu sichern.
Kritik am Saatgut-Tresor
Nichtregierungsorganisationen kritisieren, dass man nur Samen aus dem Saatgut-Tresor erhalten kann, wenn man welche hingebracht hat. Sie befürchten, dass manche Länder so in der Zukunft leer ausgehen würden. Besonders, wenn sie zu arm sind, um überhaupt Saatgut einlagern zu können. Andere fragen sich, ob die Samenkörner von heute beim Pflanzen in der Zukunft mit dem neuen Klima auf der Erde zurechtkommen und heranwachsen können.