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Freitag, 25. Februar
Geburtstag von Karl May

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Winnetou (Pierre Brice, links), der „Häuptling der Apachen“, bespricht sich mit seinem "Blutsbruder" Old Shatterhand (Lex Barker) in einer Szene der Karl-May-Verfilmung "Winnetou 3" von 1965.

Pierre Brice als Winnetou und Lex Barker als Old Shatterhand in der Karl-May-Verfilmung "Winnetou 3" von 1965.

Mittlerweile sind die Helden Karl Mays etwas aus der Mode gekommen. Trotzdem kennen noch viele Menschen die Abenteuer von Old Shatterhand, Winnetou, Kara Ben Nemsi und all den anderen Helden aus den beliebten Reiseerzählungen. Bis heute zählt May zu einem der meistgelesenen deutschen Schriftsteller, in dessen Geschichten immer das Gute siegt.

Flucht aus dem Alltag

Karl May wurde heute vor 180 Jahren, am 25. Februar 1842, als Carl Friedrich May in Ernstthal (Sachsen) geboren. Der Vater Heinrich August May war ein einfacher Webergeselle und die große Familie entsprechend arm. Dem Vater war es wichtig, dass seine Kinder in der Schule ordentlich lernten, wollte er doch, dass sie es einmal besser haben als er. Den Jungen versorgte er mit Büchern, die May abschreiben und auswendig lernen musste. Diese boten May eine Ausflucht aus der kargen und armseligen Alltagswelt.

Im Konflikt mit dem Gesetz

Nach der Schule beschloss May, Lehrer zu werden. Doch während seines Studiums kam er immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Das erste Mal erwischte man ihn, wie er sechs Kerzen für den heimischen Christbaum entwenden wollte. Erst nach einem Gnadengesuch durfte er seine Lehrerausbildung fortsetzen. 1861 bestand May sein Lehrerexamen und bekam gleich eine Anstellung. Doch auch dieses Glück war nur von kurzer Dauer: May lieh sich ohne das Wissen seines Zimmergenossen eine Taschenuhr aus und wurde wegen Diebstahls zu einer sechswöchigen Freiheitsstrafe verurteilt. Unterrichten durfte er danach nicht mehr.

Eine erstaunliche Fantasie

In seiner Not machte May von seiner blühenden Fantasie Gebrauch, um Menschen zu betrügen oder sich ihr Vertrauen zu erschwindeln. Mehrmals musste er deswegen im Arbeitshaus oder im Gefängnis eine Strafe absitzen. Dort hatte er Gelegenheit zu lesen. Er liebte Reiseerzählungen, die in fremden und fernen Ländern spielten. Als May 1874 aus der Haft entlassen wurde, ging es endlich bergauf. May schrieb in Dresden als Redakteur zahlreiche Beiträge für Unterhaltungsblätter und das klappte so gut, dass er sich bereits 1878 als Schriftsteller selbstständig machte.

Ausstellung von 2006 bis 2007 über den Schriftsteller Karl May im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Im Vordergrund hängen ein Zitat von Karl May und die Reproduktion einer Fotografie von Old Shatterhand aus dem Jahr 1896.

Karl May-Ausstellung

Winnetou, Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi

Karl May erzählte Geschichten von Winnetou, Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi. Die erdachten Abenteuer seiner Helden erzählte May in der Ich-Form. So glaubten viele seine Leser/innen, dass er sich das alles nicht nur ausgedacht, sondern wirklich erlebt hätte oder zumindest schon die Länder bereist hätte, die er so ausführlich beschrieb. Entsprechend feierte man May als großen Helden und lud ihn zu vielen Empfängen der feinen Gesellschaft ein. Sein Erfolg brachte May aber auch Neider ein und in der Presse warf man ihm seine problematische Vergangenheit vor.

Späte Reisen

1899/1900 reiste May das erste Mal in den Orient und konnte sich nun all jene Schauplätze anschauen, die er zuvor in seinen Büchern beschrieben hatte. 1908 stand Mays letzte größere Reise an: Sechs Wochen lang erkundete er die Gegend, in der in seiner Phantasie die Heimat von Winnetou, dem „Häuptling der Apachen“ war. Am 30. März 1912 starb Karl May infolge einer Lungenerkrankung. Man setzte ihn in Radebeul bei. Dort finden noch heute jährlich die Karl-May-Festtage statt, die an den Urheber der tollen Abenteuer erinnern.