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Dienstag, 12. Mai
Geburtstag von Florence Nightingale

von und
Zeichnung eines Raumes, in dem etwa 15 Betten stehen, in denen verletzte Männer liegen. Viele von ihnen tragen Verbände, zum Beispiel um den Kopf. Eine Frau steht neben einem der Betten und dem darin liegendem Mann einen Becher mit einem Getränk oder Medizin darin. Im Bett daneben streckt ein weiterer Mann die Hand in die Richtung der Frau aus. Im Hintergrund tragen zwei Männer einen weiteren Verletzten auf einer Trage in das Gebäude.

Florence Nightingale hilft Patienten im Krankenhaus von Skutari, Albanien. Das Bild, eine Gravur, entstand etwa 1854/55.

Heute vor 206 Jahren, am 12. Mai 1820, wurde Florence Nightingale in der italienischen Stadt Florenz geboren. Die Tochter wohlhabender britischer Eltern wurde als Begründerin einer modernen Krankenpflege und als Reformerin des Gesundheitswesens weltberühmt.

Ein eingerahmter Brief und daneben die Zeichnung einer Frau.

Ein Brief von Florence Nightingale (rechts im Bild) an die britische Königin Victoria.

Krankenschwester gegen den Widerstand der Eltern

Florence wurde groß in einem Zeitalter, das heute als Industrielle Revolution bezeichnet wird. Viele Menschen lebten in extremer Armut. In den schnell gewachsenen Industriestädten gab es große Wohnungsnot und schreckliche hygienische Verhältnisse. Krankheit und Elend bestimmten das Leben der Arbeiterinnen und Arbeiter. Florence wollte den Menschen helfen und Kranke pflegen. Gegen den Widerstand ihrer Eltern erlernte sie den Beruf der Krankenschwester. Mit gerade einmal 30 Jahren leitete sie ein Hospital in der britischen Hauptstadt London.

Einsatz im Krimkrieg

Im Jahr 1854 brach der sogenannte Krimkrieg zwischen Russland und dem Osmanischen Reich aus. Auch britische Soldaten kämpften als Verbündete der türkischen Soldaten in diesem Krieg gegen Russland. So hörte man auch in London bald von den katastrophalen Verhältnissen in den Lazaretten (so nennt man die Krankenstationen für die Soldaten im Krieg). Florence Nightingale beschloss, mit 40 Pflegerinnen nach Skutari (einem Ort in der heutigen Türkei) zu gehen. Dort organisierte sie in den Krankenstationen die Pflege der verwundeten Soldaten. Weil sie auch nachts ihre Patienten besuchte, nannte man sie die „Dame mit der Lampe“. Bald nach Beendigung des Krimkrieges konnte sie mit großzügigen Spenden ehemaliger Soldaten eine Ausbildungsstätte für Krankenpflegerinnen errichten.

Das Gemälde zeigt einen auf der Straße halb liegend, halb sitzenden Mann. Neben ihm kniet eine Frau, die ihm einen Becher reicht. Um sie herum stehen viele weitere Menschen, die die Szene beobachten.

Florence Nightingale (in dem Gemälde unter dem kleinen Fenster zu sehen) kümmert sich um kranke und verwundete Soldaten in Skutari.

Richtlinien für die Pflege

Die Erfahrungen des Krimkrieges waren der Anstoss für viele Überlegungen von Florence Nigtingale. Dabei ging es um die Reform der Gesundheitsfürsorge und Veränderungen bei der Ausbildung der Krankenpflegerinnen (zu ihrer Zeit waren das fast immer Frauen). In ihren Lehrbüchern über die Krankenpflege betonte sie unter anderem, dass neben einer guten fachlichen Ausbildung auch charakterliche Fähigkeiten für einen solchen harten Beruf notwendig sind. Die Arbeit von Florence Nightingale war nicht nur wichtig für die Entwicklung der Gesundheitsfürsorge in ihrem Heimatland. Sie hatte auch großen Einfluss auf Henri Dunant, der 1864 das Rote Kreuz gründete. Florence Nightingale starb hoch geehrt und anerkannt im Alter von 90 Jahren am 13. August 1910 in London.