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Lexikon

Industrialisierung

von und
Was heißt Industrie?

Mit dem Wort "Industrie" meint man allgemein die Gewinnung von Rohstoffen, also zum Beispiel von Erdöl oder Eisen. Dazu gehört auch die Verarbeitung dieser Stoffe zu Autos, Kunststoffen oder vielen anderen Dingen, die in Fabriken und Anlagen erfolgt.

Veränderte Arbeitswelt
Der Unternehmer Robert Bosch (1861-1942) gehört zu den Pionieren der Elektroindustrie in Deutschland. Hier sieht man ihn vor seinem Stand auf der Berliner Automobil-Ausstellung 1931.

Der Unternehmer Robert Bosch (1861-1942) gehört zu den Pionieren der Elektroindustrie in Deutschland.


Wenn sich die Industrie in einem Land ausbreitet und im Verhältnis zum Handwerk und zur Landwirtschaft einen immer größeren Platz einnimmt, dann wird das Land "industrialisiert". Es gibt dann auch andere Arbeitsplätze als zuvor: Wer zum Beispiel bisher in der Landwirtschaft arbeitete, findet jetzt Arbeit in der Fabrik. Auch die Gesellschaft verändert sich: Haben die Menschen früher vor allem auf dem Land gearbeitet, so ziehen sie nun in die Nähe der Fabriken, also in die Städte.

Industrielle Revolution

Besonders stark zeigten sich diese Veränderung an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert zunächst in Großbritannien und dann in Deutschland. Immer mehr Maschinen wurden erfunden und Fabriken gegründet. Viele Millionen Menschen wurden zu Industriearbeitern. Diese einschneidenden Veränderungen, die in manchen Ländern zu schweren sozialen Krisen führten, bezeichnet man auch als “Industrielle Revolution“.

FAQ / Häufig gestellte Fragen

(Frequently Asked Questions - das ist die englische Übersetzung von "häufig gestellte Fragen")
minetim05 19.03.2019

Wie fand die Bevölkerung es, dass so viele Erfindungen entstanden?

Redaktion

Hallo minetim05, die Reaktionen auf neue Erfindungen sind zu allen Zeiten und ganz besonders seit der Industrialisierung sehr unterschiedlich gewesen. Die Einführung der Dampfmaschine, des mechanischen Webstuhls und der Fabriken überhaupt haben zu Beginn der Industrialisierung das Leben der Menschen verändert. Viele alte Berufe verloren ihre Bedeutung und die Menschen mussten sich neue Tätigkeiten suchen. Auf der anderen Seite entstanden auch neue Jobs, ohne die die wachsende Bevölkerung nicht hätte ernährt werden können. Bis heute gilt, dass die Maschine oder heute die Roboter viele Arbeiten leichter und schneller machen können, als das Menschen möglich wäre. Viele dieser Jobs überlässt man auch gerne den Maschinen, weil sie körperlich anstrengend oder gesundheitsschädlich sind. Aber das Problem bleibt dabei, dass die Menschen, die ihre Arbeit durch die Neuerungen verlieren, zu Veränderungen gezwungen sind und sich gelegentlich auch als Verlierer der Erfindungen fühlen.

eure weiteren Fragen dazu...

Helena 10.12.2014

Wie wirkte sich die Industralisierung auf die Frauen aus?

Redaktion

Hallo Helena, viele direkte Vorteile brachte den Frauen die Industrialisierung zunächst nicht. Ihre Tätigkeit verlagerte sich jetzt aus dem häuslichen Bereich in die Fabriken, wo sie als Arbeitskräfte gebraucht wurden. Sie erhielten dafür aber meist weniger Lohn als die Männer und wenn sie nach der Arbeit nach Hause kamen, wartete in der Regel noch die ganze Hausarbeit auf sie. Politisch mitreden oder wählen durften sie nicht. Lange gefallen ließen sich die Frauen das nicht. Denn je mehr sie außer Haus die gleiche Arbeit wie Männer ausführten, desto mehr Rechte forderten sie. Das war die Situation zur Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Im 20. Jahrhundert war die Industrialisierung soweit vonstatten gegangen und auch die Frauen hatten mit ihren Bewegungen für mehr Rechte bereits erste Erfolge erzielt. In einigen Ländern konnten sie jetzt bald selbst wählen gehen.

Sylvana 17.09.2006

Wieviele Menschen blieben noch auf dem Lande wohnen?

Redaktion

Hallo Sylvana, 1871 wohnten noch zwei Drittel des deutschen Bevölkerung in ländlichen Gebieten und ein Drittel in den Städten. 1914 kehrte sich das Verhältnis Stadt-Land nahezu um:es wohnten nur noch ein Drittel der deutschen Bevölkerung auf dem Lande, dagegen zwei Drittel in den Städten. Lies einmal in Deinem Geschichtsbuch unter den Stichwörtern Verstädterung, Landflucht und Wandel in der Landwirtschaft nach. Auch hier findest Du weitere Informationen.

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