Direkt zum Inhalt

Lexikon

Kapitalismus

von und
Arbeiter in einer Glashütte - dargestellt auf einem Holzstich von 1890, nach einem Gemälde von Alois Eckardt.

Arbeiter in einer Glashütte im 19. Jahrhundert. Der Holzstich entstand 1890 nach einem Gemälde des Malers Aloys Eckardt.

Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung

Mit "Kapitalismus" bezeichnet man eine bestimmteWirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Angebot und Nachfrage bestimmen Markt und Produktion. Das Kapital sind Maschinen, Anlagen, Fabrikhallen, Geld, Fahrzeuge und so weiter. Im Kapitalismus befindet sich das Kapitel im Besitz von Unternehmern. Der Staat greift wenig oder gar nicht in das Wirtschaftsgeschehen ein. Die Unternehmer können weitgehend frei arbeiten und arbeiten lassen. Der Staat schützt das Privateigentum und die Unternehmer.

Beginn des Kapitalismus
Die Zeit der Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert, als die ersten Fabriken entstanden, gilt als Beginn des Kapitalismus. Damals arbeiteten die Menschen oft unter sehr schlimmen Bedingungen in den Fabriken. Meist war der Lohn gering, die Arbeit war schwer und Gesetze zum Schutz der Arbeiter gab es nicht.
Reformen

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die kapitalistischen Wirtschaftsordnungen der westlichen Industriestaaten reformiert. Der Staat beeinflusste durch Gesetze und politische Maßnahmen das Wirtschaftsgeschehen, und die stärker gewordenen Gewerkschaften vertraten die Interessen der Arbeiter.

Heute: Marktwirtschaft

Auch heute funktionieren die Wirtschaftssysteme in vielen Industrieländern nach den kapitalistischen Grundsätzen. Aber der Staat versucht durch Gesetze dafür zu sorgen, dass die Menschen nicht mehr ausgebeutet werden und es gerechter zugeht am Markt. Viele Fabriken sind in privater Hand oder gehören Aktiengesellschaften und großen Konzernen. Der Staat schützt das Privateigentum. Meistens wird heute statt von "Kapitalismus" von "Marktwirtschaft" gesprochen. In Deutschland gibt es die soziale Marktwirtschaft.

FAQ / Häufig gestellte Fragen

(Frequently Asked Questions - das ist die englische Übersetzung von "häufig gestellte Fragen")
Kina 17.03.2021

Was bezeichnet man als "Frühkapitalismus" und wer war Jakob Fugger?

Redaktion

Hallo Kina, als Frühkapitalismus wird häufig das"moderne" Wirtschaften der großen Handelsgesellschaften am Beginn der Neuzeit, also im 16. Jahrhundert, bezeichnet. Damals entwickelte sich eine Wirtschaftsform, in der große Geldgeber (Kapitalisten) anfingen, die Produktion und den Handel bestimmter Waren zu organisieren und zu kontrollieren. Nicht mehr die Hersteller, sondern die Kapitalbesitzer bestimmten zunehmend darüber, was hergestellt wurde. Einer der berühmtesten Vertreter dieser frühen Form des Kapitalismus war der Augsburger Handelsherr Jakob Fugger. Auf dieser Seite des Hauses der Bayerischen Geschichte erfährst du mehr zu dieser wichtigen Persönlichkeit an der Schwelle zur Moderne.

eure weiteren Fragen dazu...

KEINE AHNUNG VON GESCHICHT 15.04.2021

WAS IST KAPITALISMUS? ICH VERSTEHE ES NICHT

Redaktion

Hallo KEINE AHNUNG VON GESCHICHT, Kapitalismus oder freie Marktwirtschaft sind Begriffe für ein Wirtschaftssystem, in dem Angebot und Nachfrage auf dem Markt das wirtschaftliche Handeln bestimmen und der Staat sich nicht in das Wirtschaftsgeschehen einmischt. Wir haben das oben in unserem Text und auch in unserem Artikel "Freie Marktwirtschaft" genauer erklärt. Schreib uns doch, was genau du nicht verstehst. Dann können wir dir sicher weiter helfen.

Lernen 📚 07.04.2021

Gibt es den Kapitalismus noch heute in DE?

Redaktion

Hallo Lernen 📚 , Kapitalismus ist ein anderes Wort für Marktwirtschaft. Das Wirtschaftssystem der Bundesrepublik Deutschland ist ein kapitalistisches System. Die Freiheit der Märkte wird allerdings durch die Soziale Marktwirtschaft beschränkt, wo es sonst zu Ungerechtigkeiten oder zur Ausnützung von Marktmacht kommen kann. Mehr dazu kannst du in unserem Lexikon bei den Begriffen "Freie Marktwirtschaft" und "Soziale Marktwirtschaft" lesen.

Viktoria 20.02.2021

Inwiefern greift der Staat heutzutage in die Marktwirtschaft ein?

Mit freundlichen Grüßen
Viktoria

Redaktion

Hallo Viktoria , das Wirtschaftssystem der Bundesrepublik Deutschland ist die Soziale Marktwirtschaft. Das Kennzeichen dieses Wirtschaftssystems ist es, dass der Staat dort in das Geschehen in der Wirtschaft eingreift, wo es sonst zu sozialen Ungerechtigkeiten oder dem Missbrauch von Macht durch einzelnen Marktteilnehmer kommt. Solche Eingriffe können Gesetzesmaßnahmen sein wie der Kündigungsschutz oder direkte Eingriffe in das Handeln der Wirtschaftsakteure beispielsweise durch das Kartellamt. Lies dazu doch mal unseren Lexikonartikel "Soziale Marktwirtschaft" hier im Lexikon von Hanisauland. Da erfährst du noch mehr zu diesen staatlichen Eigriffen in die Marktwirtschaft.

mari 28.10.2013

was ist der gegensatz von kapitalismus?

Redaktion

Hallo mari, der Kapitalismus, also das marktwirtschaftliche System, setzt auf die Freiheit des Einzelnen und darauf, dass sich die Wirtschaft dann am besten entwickelt, wenn der Staat so wenig wie möglich eingreift. Lies dazu doch auch mal unseren Artikel "Freie Marktwirtschaft" hier im Kinderlexikon von Hanisauland. Das an der Lehre von Karl Marx orientierte System in der Sowjetunion versuchte dagegen, Wirtschaft und Gesellschaft durch den Staat zu ordnen und zu regulieren. Wie eigentlich in allen kommunistischen Systeme gab es dabei aber viele Ungerechtigkeiten, es wurden Menschen verfolgt und ins Gefängnis oder ins Arbeitslager gesteckt, und die individuelle Freiheit wurde eingeschränkt. Dazu kam, dass die sogenannte Zentralverwaltungswirtschaft sich als nicht geeignet erwiesen hat, die wirtschaftlichen Bedürfnisse der Menschen zu erfüllen. Man hat deswegen nach dem Ende der UdSSR häufig vom Sieg des freiheitlichen kapitalistischen Systems über den Kommunismus gesprochen.

Uwe 08.03.2007

ist kapitalistische Marktwirtschaft gleich Kapitalismus

Redaktion

Hallo Uwe, das ist eine sehr interessante Frage, denn tatsächlich werden diese beiden Begriffe häufig im gleichen Sinn verwendet. Das hat damit zu tun, dass in den westlichen Industriestaaten die Marktwirtschaft von Anfang an kapitalistisch geprägt war; erst spät hat man angefangen, beide Begriffe zu unterscheiden. Tatsächlich werden heute mit den beiden Begriffen unterschiedliche Aspekte des wirtschaftlichen Handelns beschrieben. Wie du oben im Text lesen kannst, bezeichnet man mit Kapitalismus ein Wirtschaftssystem, bei dem sich das Kapital (Geld, Produktionsmittel wie Maschinen oder Fabriken) im Besitz von privaten Unternehmern befindet. Diese Unternehmer entscheiden auf dem "Markt", was sie produzieren, wo und an wen sie etwas verkaufen. Ihr Ziel ist es, dabei einen größtmöglichen Gewinn zu machen. Der Kapitalismus stellt also eine Form der Marktwirtschaft dar, die von privatem Eigentum bestimmt wird. Der Begriff der Marktwirtschaft ist im Vergleich zum Begriff des Kapitalismus weitergehend. Er beschreibt, dass es einen Markt gibt, der durch Angebot und Nachfrage geregelt wird. Die Güter, die auf diesem Markt gehandelt werden, können landwirtschaftliche oder industriell erzeugte Produkte sein, aber auch Dienstleistungen oder Kapitel in Form von Geld, Aktien, etc. Heute ist die kapitalistische Marktwirtschaft das häufigste Wirtschaftssystem, aber es gibt viele Ausprägungen, darunter auch Formen, in denen der Staat stark in das wirtschaftliche Geschehen eingreift. Ein gutes Beispiel dafür war beispielsweise das nationalsozialistische System. Lies am besten auch noch mal die Begriffe Marktwirtschaft und Zentralwirtschaft in unserem Lexikon nach.

Auch im HanisauLand machen wir am Wochenende Pause.
Nächste Woche könnt ihr hier wieder eure Fragen stellen!