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Lexikon

Frauenbewegung

von und
Zwei Symbole für 'weiblich' sind auf eine Kachelwand gesprüht. Sie werden von der Frauenbewegung als Erkennungszeichen verwendet.

Das Erkennungszeichen der Frauenbewegung.

Beginn der Frauenbewegung

Jahrhunderte lang hatten Frauen viel weniger Rechte als Männer. Sie durften zum Beispiel keine Schulen oder Universitäten besuchen, keinen Beruf selber bestimmen und auch nicht wählen gehen. Am Ende des 18. Jahrhunderts entstand in vielen Ländern die Frauenbewegung. Frauen kämpften um die Gleichberechtigung in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. In Deutschland entstanden Frauenvereine und Frauenorganisationen, die die Rechte der Frauen verbessern wollten.

Politische Forderungen
Auguste Schmidt und Louise Otto-Peters, 1871, zwei einflussreiche Vertreterinnen der Frauenbewegung in Deutschland.

Auguste Schmidt und Louise Otto-Peters, zwei wichtige Vertreterinnen der Frauenbewegung in Deutschland im 19. Jahrhundert.


Fast alle Frauenorganisationen forderten das Wahlrecht für Frauen, die gleiche Schulbildung wie die Männer und das Recht, einen Beruf frei zu wählen. Das Wahlrecht für Frauen wurde in Deutschland erst 1918 eingeführt. Ende 1960 entstand in Deutschland die sogenannte neue Frauenbewegung, die auch als „Feminismus“ bezeichnet wird. Die Feministinnen fordern, dass die Bevorzugung von Männern in der Gesellschaft beendet wird und Frauen mehr Einfluss erhalten. Nur dann könne die Benachteiligung der Frauen überwunden werden.

Es gibt noch viel zu tun
Plakate aus dem Nachlass der SPD-Politikerin Elisabeth Selbert sind Kassel im Archiv der deutschen Frauenbewegung zu sehen. Elisabeth Selbert (1896-1986) setzte sich als Abgeordnete des Parlamentarischen Rates dafür ein, dass die Gleichberechtigung von Männern und Frauen im Grundgesetz steht.

Elisabeth Selbert (1896-1986) setzte sich als Abgeordnete des Parlamentarischen Rates nach dem Zweiten Weltkrieg dafür ein, dass die Gleichberechtigung von Männern und Frauen im Grundgesetz steht.


Auch heute fordern viele Frauen und Männer, dass die Gleichberechtigung von Frauen verbessert wird. Zwar gibt es viele Gesetze, die die Gleichstellung von Frauen und Männern festschreiben. Allerdings werden viele Frauen noch immer benachteiligt - im Arbeitsleben oder der Berufskarriere. Ein Ziel der Frauenbewegung heute ist es, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern.

Eure Fragen dazu...

yannik 06.07.2007

Gab es auch krieg zwischen den Frauenbewegungen und den *Bürgern*
oder forderten die Frauenenbewegungen mehr rechte und qurden die forderungen honoriert?

Redaktion

Hallo yannik, Frauen mussten sich ihre Rechte erkämpfen, aber nicht in einem Krieg. Die Männer waren nicht wirklich erfreut, ihre politische Macht mit Frauen, die als das "minderwertige" Geschlecht betrachtet wurden, zu teilen. Frauen sollten den Haushalt und die Kinder betreuen, aber sich nicht an der Politik beteiligen. Besonders in England und in den USA machten die Frauen durch öffentliche Proteste, Hungerstreiks und Ungehorsam auf sich aufmerksam. Als sie damit keinen Erfolg hatten, warfen sie auch Schaufenster ein und zündeten Landsitze an. Im Erstem Weltkrieg ersetzten Frauen die Männer in den Fabriken und den anderen Arbeitsstellen, weil die Männer als Soldaten kämpften. Dadurch konnten sie für die 4 Jahre des Ersten Weltkrieges ihre Positionen stärken. Sie kämpften für das volle Bürgerrecht und das Wahlrecht für Frauen. Auf englisch heisst das suffrage, deshalb erhielten sie den Namen Suffragetten. In den USA erhielten die Frauen 1919 das Wahlrecht, in Großbritannien erst 1928, in Spanien 1931 und in Deutschland auch 1919. Zur Geschichte in Deutschland kannst Du auf dieser Seite viele Informationen finden.

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