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Lexikon

Kommunismus

von und
Erstausgabe des Kommunistischen Manifests von Marx und Engels mit dem berühmten Abschlussaufruf "Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!"

Im "Kommunistischen Manifest" von 1848 haben Karl Marx und Friedrich Engels ihre Ideen zur Veränderung der Gesellschaft niedergeschrieben.

Produktionsmittel sollen allen Menschen gehören
Der Begriff "Kommunismus" geht auf das lateinische Wort „communis“ zurück, was „gemeinsam“ bedeutet. Der Kommunismus hat eine bestimmte Vorstellung davon, wie eine ideale menschliche Gesellschaft aussehen sollte: Allen Menschen soll gemeinsam das gehören, was für den Lebensunterhalt notwendig ist. Das sind die sogenannten "Produktionsmittel". Dazu gehören zum Beispiel Geräte und Maschinen, aber auch das Land, auf dem Weizen, Gemüse und andere Dinge angepflanzt werden.
Anfänge im 19. Jahrhundert

Als politische Lehrmeinung entstand der Kommunismus im 19. Jahrhundert, als die Industrialisierung begann. Immer mehr Menschen mussten damals in den Fabriken für wenig Lohn arbeiten. Diejenigen, denen die Maschinen und Fabriken gehörten, waren die sogenannten „Kapitalisten“. Sie wurden immer reicher, ohne aber die Arbeiter an diesem Wohlstand teilhaben zu lassen.

Karl Marx und Friedrich Engels
Karl Marx (1818-1883) war der wichtigste Vertreter der kommunistischen Ideen. Er machte sich Gedanken darüber, wie man die Wirtschaft und den technischen Fortschritt gerecht gestalten könnte. In seinem Buch „Das kommunistische Manifest“, das Karl Marx gemeinsam mit Friedrich Engels geschrieben hat, forderte er das Ende der „Ausbeutung des Menschen durch den Menschen“. Das Privateigentum sollte abgeschafft werden.


Auf dem Gelände des ehemaligen Marx-Engels-Forums, Berlin, steht die Bronze-Skulptur von Karl Marx (sitzend) und Friedrich Engels vom Bildhauer Ludwig Engelhardt.

Auf dem Gelände des ehemaligen Marx-Engels-Forums in Berlin steht die Bronze-Skulptur von Karl Marx (sitzend) und Friedrich Engels vom Bildhauer Ludwig Engelhardt.

Der Kommunismus im 20. Jahrhundert

Der Grundgedanke von Marx und Engels wurde von anderen Denkern (zum Beispiel Wladimir Iljitsch Lenin) weiterentwickelt. Im 20. Jahrhundert wurde er Grundlage verschiedener politischer Herrschaftsformen. Nach der sogenannten russischen Oktoberrevolution im Jahr 1917, in der Lenin eine führende Rolle spielte, entstand in der Sowjetunion eine Staats- und Gesellschaftsordnung, die als Endziel eine kommunistische Gesellschaft anstrebte. Auf dem Weg zu einer solchen Gesellschaft sollte als Vorstufe der Sozialismus verwirklicht werden.

Terrorherrschaft
Tatsächlich kam es in kommunistischen Staaten, also in Staaten, die den Kommunismus verwirklichen wollten, zu Terror, Willkür und schrecklichen Ungerechtigkeiten. In der Diktatur der Sowjetunion, die eine der größten kommunistischen Mächte war, haben viele Millionen Menschen ihr Leben verloren, weil sie anderer Meinung waren als die Herrschenden.

Eure Fragen dazu...

Leyla 26.04.2021

Was findet Marx an der Gesellschaft seiner Zeit ungerecht

Redaktion

Hallo Leyla, Karl Marx fand die Gesellschaft seiner Zeit grundsätzlich ungerecht. Im Zentrum stand dabei für ihn die Verteilung des Kapitals und der Produktionsmittel, also von Geld, Maschinen und Fabriken. Diese war aus seiner Sicht ungerecht, denn sie bevorteilte einen kleinen Teil der Gesellschaft und lieferte den weitaus größeren Teil, die Arbeiter und ihre Familien, der Armut aus. Diese Not und Armut der Massen konnten sein Freund Friedrich Engels und er in den englischen Industriestädten problemlos sehen. Lies dazu doch bitte einmal unseren Artikel oben und auch unseren Lexikonartikel "Soziale Frage".

Christian 10.04.2021

Im Bezug auf die Frage von Anna, Kommunismus und Diktatur, kannst Du bitte André etwas mehr schreiben. ¿Liegt der immer wieder anwesende Diktaturen neben Kommunismus and die nicht klare Ideen von Karl und Marx? ¿Haben Karl und Marx irgendwo in seine Buchern angedeutet, Gewalt kann o der darf eingesetzt werden?

Redaktion

Hallo Christian, ganz konnten wir deine Frage leider nicht verstehen, da fehlten wohl ein paar Wörter. Aber wir haben den Eindruck, dass du wissen willst, ob Kommunismus zwangsläufig zu einer Diktatur führen muss. Auch wenn das in der Theorie nicht zwingend sein mag, so ist doch eine Tatsche, dass viele Millionen Menschen sehr schlechte Erfahrungen in kommunistischen Staaten gemacht haben. Es kam zu schlimmen Auswüchsen, zu Terrorherrschaften, viele Millionen Menschen sind in Lager eingesperrt und dort gequält worden oder auch getötet worden. So will zwar der Kommunismus von seiner Idee her soziale Ungleichheit verhindern, aber es kam in vielen kommunistischen Staaten zu großer Ungerechtigkeit und zu Willkür. Es war leider oft so, dass sich die Mächtigen in solchen Staaten auf Kosten des arbeitenden Volkes bereichert haben und nicht vor Gewalt zurückschreckten, wenn ihnen jemand widersprochen hat. Für viele Menschen bedeutet Kommunismus eine Einschränkung der persönlichen Freiheit. Man konnte in vielen dieser Staaten nicht mehr frei sagen, was man wollte, man musste die eine kommunistische Partei wählen und durfte ohne Erlaubnis auch nicht umziehen, den Job wechseln oder gar das Land verlassen. Was Karl Marx betrifft, so konnte er sich sicher nicht vorstellen, mit welcher Grausamkeit und Zielstrebigkeit kommunistische Diktatoren wie Stalin in der Sowjetunion oder Mao in der Volksrepublik China politische Gegner und andere nicht in ihr Weltbild passende Menschen verfolgen würden. Auch die Weiterentwicklung seiner Ideen beispielsweise durch Lenin hat er so sicher nicht vorausgesehen. Aber auch bei Marx gibt es schon die Vorstellung einer Diktatur des Proletariats und des Klassenkampfes, der zur Beseitigung aller bürgerlichen Klassen führen soll. Einen friedlichen Übergang zu einer kommunistischen Gesellschaft hat Marx sich nicht vorstellen können.

Helle 07.04.2021

Hi,ich wollte bloß anmerken,dass man das System in der Volksrepublik China eigentlich nicht mehr Kommunismus nennen
kann,da man dort 1978 den Kapitalismus eingeführt hat.

Redaktion

Hallo Helle, es ist richtig, dass die heutige Volksrepublik China nicht mehr in jeder Hinsicht als kommunistisch bezeichnet werden kann. Allerdings ist die Durchsetzung des Kapitalismus nicht in allen Regionen des Landes in vergleichbarer Weise erfolgt wie in den bekannten Metropolen. Ihrem Anspruch nach ist die Volksrepublik aber nach wie vor ein sozialistisches Land unter der alleinigen Führung des Kommunistischen Partei Chinas. In der aktuellen Verfassung bezeichnet sich das Land als "sozialistischer Staat unter der Demokratischen Diktatur des Volkes, der von der Arbeiterklasse geführt wird und auf dem Bündnis der Arbeiter und Bauern beruht." Schau dir dazu doch einmal dieses Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung an.

Zemrom 10.03.2021

Ich habe gehört das kommunistisch als gegensatz zu liberal verwendet wird. Das verstehe ich nicht ganz. Kann Kommunismus nicht auch mit liberal sein einhergehen?

Redaktion

Hallo Zemrom, in der kommunistischen Lehre gibt es ein klar beschriebenes Bild der Gesellschaft. Auf der einen Seite stehen die Arbeiter (die Proletarier), auf der anderen Seite diejenigen, die über das Kapital verfügen (die Bourgeoisie). Zwischen diesen "Klassen" gibt es keine Übereinstimmungen. Das Ziel ist es, die Bourgeoisie im Klassenkampf zu vernichten und die Diktatur des Proletariats zu errichten. In diesem Gesellschaftsbild ist für liberale Ideen kein Platz. Es gibt keine Toleranz für abweichende Meinungen und keine Pluralität.

Felicia 08.03.2021

Warum war der Kommunismus damals so attraktiv für viele Menschen? (Bsp. Anfänge der DDR, usw.)

Redaktion

Hallo Felicia, die Idee, dass allen alles gehört, ist natürlich sehr attraktiv - vor allem für diejenigen, die nicht mit Wohlstand und Reichtum ausgestattet sind. Und das ist der weitaus größte Teil der Menschheit. Es hat sich aber gezeigt, dass in den Ländern, die dieses Ziel der klassenlosen Gesellschaft verwirklichen wollten, das nicht geklappt hat. Es gab immer eine Klasse, die herrschte und die vorschrieb, wie alles zu laufen hatte. Auch das System der Planwirtschaft war nicht in der Lage, mit den kapitalistisch ausgerichteten Ländern zu konkurrieren und Wohlstand und sozialen Frieden plus Freiheit für die Bevölkerung sicherzustellen. Praktisch ohne Ausnahme wurden alle kommunistischen oder sozialistischen Staaten zu Diktaturen einer Einheitspartei, in denen Unfreiheit und Unterdrückung herrschte.

Rudi 04.03.2021

Warum wird der Kommunismus seit den 1840er Jahren zu einer so starken politischen Kraft werden könnte?

Redaktion

Hallo Rudi, der Kommunismus war für viele Menschen attraktiv, weil die Zustände in der Industrialisierung so schlimm waren. In unserem Artikel "Soziale Frage" haben wir das genau erklärt. Wo viele Menschen das Gefühl haben, dass keine soziale Gerechtigkeit herrscht, finden Ideen einer gerechteren Welt leicht Anhänger. So ist der Kommunismus zu einer der wichtigsten politischen Ideen des 19. und 20. Jahrhunderts geworden.

Anna 25.02.2021

Ist der Kommunismus eine Diktatur? Und wenn ja - wieso kommen dann "schlechte" Menschen oft an die Macht und keine, die wirklich für Gerechtigkeit kämpfen?

Redaktion

Hallo Anna, das ist eine berechtigte Frage. Tatsächlich ist der Kommunismus zunächst einmal eine politische Theorie. Ob man diese Idee des Kommunismus gut oder schlecht findet, muss jeder selbst entscheiden. Bei der Beurteilung kann man aber kaum vergessen, dass der Kommunismus zwar von der Idee her gut klingt, aber nie so umgesetzt worden ist. Viele Millionen Menschen haben sehr schlechte Erfahrungen gemacht in kommunistischen Staaten. Es kam es zu schlimmen Auswüchsen, zu Terrorherrschaften, viele Millionen Menschen sind in Lager eingesperrt und dort gequält worden oder auch getötet worden. So will zwar der Kommunismus von seiner Idee her soziale Ungleichheit verhindern, aber es kam in vielen kommunistischen Staaten zu großer Ungerechtigkeit und zu Willkür. Es war leider fast immer so, dass sich die Mächtigen in solchen Staaten auf Kosten des arbeitenden Volkes bereichert haben und nicht vor Gewalt zurückschreckten, wenn ihnen jemand widersprochen hat. Ob daran auch die Idee des Kommunismus "schuld" ist, die ja keine demokratische Gewaltenteilung und Machtbeschränkung vorsieht und darum gewissermaßen den Missbrauch von Macht ermöglicht, ist oft diskutiert worden.

Severin 23.02.2021

Gibt es heute noch Länder die kommunistisch sind?

Redaktion

Hallo Severin, heute gibt es nicht mehr viele Staaten, die sich als kommunistisch oder als sozialistisch bezeichnen. Dazu gehören die Volksrepublik China, Nordkorea und Kuba.

Hildegard 12.02.2021

Was ist die Lehre des Kommunismus?

Redaktion

Hallo Hildegard, der Kommunismus hat eine klare Vorstellung von einer idealen menschlichen Gesellschaft: Allen Menschen sollen gemeinsam die Produktionsmittel gehören, die für den Lebensunterhalt notwendig sind. Das sind zum Beispiel Geräte und Maschinen, das Land, auf dem angepflanzt wird, die Tiere, von denen die Menschen leben, die Häuser, in denen sie wohnen. Nach dieser Vorstellung, die es schon im Altertum gab, sollen alle Dinge, die gemeinsam hergestellt werden, auch gerecht verteilt werden. Entstanden ist diese Gesellschaftsvorstellung in der Epoche der Industrialisierung im 19. Jahrhundert.

Dragina 10.02.2021

Denken Sie das der Kommunismus jemals funktionieren kann?

Redaktion

Hallo Dragina, wir können hier im Kinderlexikon von Hanisauland leider nicht in die Zukunft schauen. Darum können wir deine Frage auch nicht mit Ja oder Nein beantworten, aber doch einige Hinweise geben, warum zumindest im bisherigen Verlauf der Geschichte die Umsetzung des Kommunismus eigentlich immer schlecht funktioniert hat. Der Kommunismus geht von einem idealistischen Menschenbild aus, das leider nicht vorausgesetzt werden kann. Auch darum kam es dort, wo kommunistische Machthaber herrschten, zu schlimmen Auswüchsen und zu Terrorherrschaften. Viele Millionen Menschen sind in Lager eingesperrt und dort gequält oder auch getötet worden. So will zwar der Kommunismus von seiner Idee her soziale Ungleichheit verhindern, aber es kam in vielen kommunistischen Staaten zu großer Ungerechtigkeit und zu Willkür. Es war leider oft so, dass sich die Mächtigen in solchen Staaten auf Kosten des arbeitenden Volkes bereichert haben und nicht vor Gewalt zurückschreckten, wenn ihnen jemand widersprochen hat. Man konnte in vielen dieser Staaten nicht mehr frei sagen, was man wollte, man musste die eine kommunistische Partei wählen und durfte ohne Erlaubnis auch nicht umziehen, den Job wechseln oder gar das Land verlassen.

Bethany 10.02.2021

Könnten Sie den Unterschied zwischen Sozialismus, Kommunismus, Marxismus und Faschismus erklären

Redaktion

Hallo Bethany, lies doch mal bitte unsere Lexikon-Artikel zu diesen Themen. Da haben wir auch schon einiges zu den Zusammenhängen und Unterschieden geschrieben. Wenn du dann noch mehr wissen willst, kannst du uns gerne noch einmal fragen.

Younes 01.02.2021

Welche sind die Vorteile und welche sind die Nachteile des Kommunismus?

Redaktion

Hallo Younes , theoretisch ist der größte Vorteil des Kommunismus, dass es nicht reiche und arme Menschen gibt, sondern dass alle materiell gleichgestellt sind. In einem gewissen Sinn ist das also ein sehr faires System. Der größte Nachteil des Kommunismus ist aber, dass er die Individualität der Menschen unterdrückt. Unter einer kommunistischen Herrschaft kann sich ein Mensch nicht in der Form entfalten, wie es ihm in einer Demokratie möglich ist. Vor allem aber haben sich nahezu alle kommunistischen Regierungen als verbrecherisch entpuppt, weil sie die Menschenrechte missachtet haben. Das war in der ehemaligen Sowjetunion oder der DDR der Fall und ist heute auch in China, Nordkorea oder auf Kuba nicht anders. Dazu kommt, dass die Planwirtschaft, die alle Menschen materiell gleichstellen soll, meist nicht funktioniert. Bisher waren die Versuche, ein kommunistisches System positiv umzusetzen, nicht erfolgreich.

Mimmi 13.01.2021

Hallo,
die SPD hat ja damals die Idee des Kommunismus vertreten.
Nun zu meiner Frage: Wie werden die führenden Schichten des Kaiserreichs auf die SPD reagiert haben und wie werden sie mit ihr umgegangen sein?

Danke für eine Antwort

Redaktion

Hallo Mimmi, die traditionellen führenden Schichten des Kaiserreichs fühlten sich durch die Ideen der Sozialisten bedroht. Reichskanzler Bismarck versuchte sogar, die SPD und ihre Vertreter durch heftige Maßnahmen zu unterdrücken und die Aktivitäten der Sozialisten zu verbieten. Von 1878 bis 1890 gab es dafür ein besonderes Gesetz, das so genannte Sozialistengesetz. Viele führende Vertreter der SPD wurden vor Gericht gestellt und zu Gefängnisstrafen verurteilt. Die SPD und ihre Wähler und Unterstützer/innen haben sich davon aber nicht beeindrucken lassen. Bis zum Ende des Kaiserreichs und in vielen Fällen noch weit darüber hinaus hielt sich aber das Misstrauen der alten Eliten gegenüber der SPD. Schau doch mal auf die Seite des Deutschen Historischen Museums www.dhm.de/lemo. Da erfährst du noch viel mehr über die Innenpolitik des Kaiserreichs und über den Aufstieg der SPD.

GRG 12.01.2021

Hallo,
ich habe einige Fragen zum Kommunismus:

Was will der Kommunismus und warum? Wen genau will er befreien?
Gegen wen richtet er sich, wer muss im 19. Jahrhundert Angst vor ihm haben?

Danke für hilfreiche Antworten

Redaktion

Hallo GRG, oben in unserem Text haben wir gleich am Anfang geschrieben, was die Ziele des Kommunismus sind und wie diese nach der Vorstellung von Karl Marx erreicht werden sollten. Lies dir das doch mal in Ruhe durch und schau dir auch unsere Antworten auf die Fragen von anderen Kindern in den FAQ an. Die "Profiteure" dieser erstrebten klassenlosen Gesellschaft sollten die Arbeiter sein, die, wie Marx und Engels es im berühmten "Kommunistischen Manifest" geschrieben haben, ihre Ketten abwerfen sollten. Gerichtet hat sich diese Lehre gegen die besitzenden Schicht. Das war für Marx vor allem die Bourgeoisie, also die Klasse, die über Geld und Kapital wie Fabriken oder Maschinen verfügte.

samawat 06.01.2021

Was sind die Merkmale und Anziehungskraft des Marxismus-Leninismus?(Theorie)

Redaktion

Hallo samawat, Marxismus ist eine politische, philosophische und wissenschaftliche Theorie, die auf den Schriften von Karl Marx (1818-1883) und Friedrich Engels (1820-1895) beruht. Im Zentrum steht dabei die Vorstellung der "Diktatur der Arbeiterklasse" in einer kommunistischen Gesellschaft, die nach dem Ende der Klassengegensätze entstehen soll. Der Begriff Marxismus-Leninismus wird oft benutzt um die Erscheinungsform des Kommunismus in der Sowjetunion und den von ihr kontrollierten Ländern zu beschreiben. Der Führer der Sowjetunion Stalin (1879-1953) erfand diesen Begriff, um seinen Herrschaftsansprüchen mehr Gewicht zu geben, indem er sich auf Marx und Lenin (1870-1924), den Gründer der Sowjetunion, bezog. Lies zu den Merkmalen dieses Herrschaftssystems doch einmal unsere Aurikel" Kommunismus", "Sozialismus" und "Zentralverwaltungswirtschaft" hier im Lexikon von Hanisauland. Da haben wir auch einiges zur Kritik an diesen Ideen geschrieben, die in der Realität fast immer zu Gewalt, Unterdrückung und Diktatur führten.

Anna Lena 04.01.2021

In welchen Ländern war Terror stark verbreitet

Redaktion

Hallo Anna Lena, deine Frage können wir nicht so allgemein beantworten. Terrorismus gibt es in vielen Ländern und je nach dem, um welche Ziele es sich handelt, werden Terrorakte von ganz unterschiedlichen Menschen begangen.

Marini 07.12.2020

Aus welchen Gründen entwickelte die kommunistische Ideee sich zu Willkür und Ungerechtigkeit, wenn sie doch genau das Gegenteil bewirken sollte?
Mit welchen Begründungen verloren Menschen Rechte und Freiheiten? Wie wurden diese Einschränkungen gerechtfertigt?

Redaktion

Hallo Marini, in der kommunistische Lehre, die sich im 20. Jahrhundert herausgebildet hat, gab es keinen Platz für Gegner des Systems. Bereits Marx hatte mit seiner Formulierung von der "Diktatur des Proletariats" angedeutet, dass die angestrebte Herrschaft der Arbeiterklasse eine totale Herrschaft sein sollte. Dennoch sind seine Vorstellungen von der gerechten kommunistischen Gesellschaft bis heute für viele Menschen attraktiv. Leider ist aber aus diesen Ideen eine Ideologie, eine Weltanschauung geworden, die mit Gewalt durchgesetzt wurde. Für die Machthaber in den kommunistischen Staaten des 20. Jahrhunderts brauchte es keine Begründungen, wenn Gegner ihres Kurses verfolgt, unterdrückt oder umgebracht wurden. Über allem stand das Ziel der vermeintlich besten Gesellschaft. Dieses Ziel musste aus ihrer Sicht ohne jede Rücksicht verfolgt werden.

Lea 28.11.2020

Der kommunismus began aber im 18 Jahrhundert oder nicht ?19 Jahrhundert ist falsch können sie das ändern .

Redaktion

Hallo Lea , es gibt an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert einige politische Denker, die gelegentlich als Frühsozialisten bezeichnet werden. Auch richtig ist es, dass schon viel früher Ideen von einer Gesellschaft gleicher Menschen niedergeschrieben wurden, die man als Vorläufer der kommunistischen Ideen des 19. Jahrhunderts bezeichnen kann. Grundsätzlich ist aber nicht umstritten, dass das Idealbild einer kommunistischen Gesellschaft in den Schriften von Karl Marx und Friedrich Engels seit der Mitte des 19. Jahrhunderts entworfen wurde. Auch der Begriff des Kommunismus entstand in jenen Jahren.

Dein GEsicht 18.11.2020

Wie hielt Stalin sein Volk ständig in Angst?

Redaktion

Hallo Dein GEsicht, wie alle Diktatoren herrschte Stalin durch eine Mischung aus gewaltsamer Unterdrückung und der Bevorzugung bestimmter Gruppen. Diese waren ihm dann besonders treu ergeben. Politische Gegner wurden verfolgt und zu vielen Tausenden ermordet. Politische Reformen wie die Maßnahmen zur Bildung von großen Kollektiven in der Landwirtschaft wurden mit Gewalt erzwungen. Besonders berüchtigt ist die Zeit des „Großen Terrors“. Das waren die Jahre, in denen Stalin angebliche Spione und Gegner seines Systems willkürlich umbringen ließ. Dadurch stieg die Furcht immer weiter an. Keiner konnte sich sicher sein, nicht als „Abweichler“ bezeichnet und vor ein Schaugericht gestellt zu werden.

Lilli 18.11.2020

Was ist der Unterschied zwischen Kommunismus, Sozialismus und einer Diktatur?

Redaktion

Hallo Lilli, Sozialismus beschreibt in erster Linie die Verhältnisse in der Wirtschaft, es geht hier um Besitz und Herrschaft. Dagegen beschreibt der Kommunismus eine Gesellschaftsform, die auf dem Sozialismus aufbaut .Schau dir doch mal diese beiden Begriffe in diesem Lexikon an, dann siehst du schnell selbst, wo die Unterschiede liegen. Ob sozialistische Staaten Diktaturen sein müssen, ist umstritten. Tatsächlich haben die sozialistischen Experimente des 20. Jahrhunderts aber fast immer in einer Diktatur geendet. Theoretiker des Sozialismus wir Karl Marx Sozialismus fordern ja auch eine "Diktatur des Proletariats".

paula 23.09.2013

Hey dann ist der Kommunismus im Grunde also etwas gutes? Denn ich habe gehört das es nicht gut sei.

Redaktion

Hallo paula, ob man die Idee des Kommunismus gut oder schlecht findet, muss jeder selbst entscheiden. Viele Millionen Menschen haben aber sehr schlechte Erfahrungen gemacht in kommunistischen Staaten. In den Zeiten des Kalten Kriegs stand der demokratische Westen gegen die kommunistischen Ostblockstaaten. Der Kommunismus klingt zwar von der Idee her gut, er ist aber nie so umgesetzt worden. Stattdessen kam es zu schlimmen Auswüchsen, zu Terrorherrschaften, viele Millionen Menschen sind in Lager eingesperrt und dort gequält worden oder auch getötet worden. So will zwar der Kommunismus von seiner Idee her soziale Ungleichheit verhindern, aber es kam in vielen kommunistischen Staaten zu großer Ungerechtigkeit und zu Willkür. Es war leider oft so, dass sich die Mächtigen in solchen Staaten auf Kosten des arbeitenden Volkes bereichert haben und nicht vor Gewalt zurückschreckten, wenn ihnen jemand widersprochen hat. Für viele Menschen bedeutet Kommunismus eine Einschränkung der persönlichen Freiheit. Man konnte in vielen dieser Staaten nicht mehr frei sagen, was man wollte, man musste die eine kommunistische Partei wählen und durfte ohne Erlaubnis auch nicht umziehen, den Job wechseln oder gar das Land verlassen.

pelin 11.08.2006

ist russland ein kommunistischer staat?wenn ja sind dort auch die politiker kommunsten also die ganze bevölkerung?

Redaktion

Hallo Pelin, Russland war früher ein Teil der Sowjetunion (das nannte man auch UdSSR). Die Sowjetunion (1922-1991) war ein kommunistischer Staat mit kommunistischen Politikern. Ein Teil der Bevölkerung war sicherlich von der kommunistischen Staatsform auch überzeugt. 1991 wurde die Sowjetunion wegen wirtschaftlicher, sozialer und politischer Krisen aufgelöst und die vielen Staaten der Sowjetischen Union wurden wieder zu eigenständigen Staaten: Russland, Weissrussland, Litauen, Estland, Armenien, Georgien, Moldawien etc. Schau einmal auf einer Karte nach, welche Staaten noch dazu gehörten. Es gibt heute in Russland noch eine kommunistische Partei. 2003 erreichte sie bei den Wahlen nur 12,6 %.

Jgor 28.03.2006

In welchen Ländern war der Kommunismus stark verbreitet?

Redaktion

Hallo Jgor, die Sowjetunion war ein großes kommunistisches Land, dazu gehörten z.B. Estland, Lettland, Litauen, Ukraine, Weißrussland, Armenien, Kasachstan und Usbekistan.
Heute sind Nordkorea und Kuba bekannte kommunistische Staaten. Auch China gehört dazu.

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