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Sozialismus

von und
Eine rote Fahne. Rot ist die Farbe der Sozialisten.

Rot ist die Farbe der Sozialisten.

Gleichheit und Solidarität

Der Sozialismus ist eine politische Lehre, die Gleichheit und Solidarität aller Menschen betont. Einige seiner Grundideen wurden schon im 18. Jahrhundert, in der Zeit der Aufklärung, beschrieben. Aber erst im 19. Jahrhundert, als es mit der Industrialisierung immer mehr Armut und Elend unter den Arbeitern gab, entwickelte sich der Sozialismus zu einer Massenbewegung. Verschiedene Ideen wurden nun zu einer politischen Lehre zusammengefasst, die sich bald in zwei Strömungen teilte.

Demokratischer Sozialismus

Am Ende des 19. Jahrhunderts vertraten die Arbeiterschaft und die Gewerkschaften den demokratischen Sozialismus. Durch schrittweise Veränderungen sollten die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse und damit die Lebensbedingungen der Menschen verbessert werden. Keiner sollte mehr über andere Menschen Macht ausüben, wenn er nicht demokratisch gewählt war. Aus dieser Bewegung ist die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, die SPD, hervorgegangen.

Revolutionärer Sozialismus

Der revolutionäre Sozialismus strebte dagegen einen gewaltsamen Umsturz und einen radikalen Neuanfang in Wirtschaft und Gesellschaft an. Er verstand sich als Übergangsstadium zum Kommunismus. Nach der russischen Oktoberrevolution im Jahre 1917 entstand so in der Sowjetunion der „real existierende Sozialismus“. Auch in anderen Staaten wurde das sozialistische System eingeführt. Fast überall führte der Sozialismus zu einer Gewaltherrschaft, in der viele Menschen unterdrückt wurden. Um 1990 kam es zum Zusammenbruch vieler sozialistischer Gesellschaftsordnungen.

Sozialistische Parteien heute

In den demokratischen Staaten Westeuropas gibt es nach wie vor sozialistische und sozialdemokratische Parteien. Sie wollen Vorstellungen des Sozialismus auf der Grundlage der Demokratie verwirklichen.

Eure Fragen dazu...

lanalana 21.02.2021

Wo ist der Sozialismus entstanden?

Redaktion

Hallo lanalana, frühe sozialistische Bewegungen und Denker gab es im 18. Jahrhundert vor allem in Frankreich und in England. Die eigentliche sozialistische Lehre wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von den Deutschen Karl Marx und Friedrich Engels in England entwickelt.

Laraaa 27.01.2021

Wieso lässt der Sozialismus sich nicht durchsetzen?

Redaktion

Hallo Laraaa, das ist eine wichtige Frage. Es gab ja in der Zeit des Kalten Krieges viele Staaten, die sich als sozialistisch bezeichnet haben. Dabei gab es aber immer ein großes Problem: In allen sozialistischen Staaten wurde von den Regierenden der Sozialismus auch dann eingeführt und gegebenenfalls mit Gewalt durchgesetzt, wenn die Mehrheit der Menschen das nicht wollte. Deswegen finden in solchen Staaten auch bis heute keine freien Wahlen statt, weil nämlich dann herauskommen könnte, dass der Sozialismus nicht gewollt ist. Deswegen waren sozialistische oder kommunistische Staaten oft auch Diktaturen. In diesen ging es nicht darum, was die Menschen mehrheitlich wollten, sondern darum, wie die Staatsmacht ihre Interessen durchsetzen konnte. Gegner wurden verfolgt, oft ins Gefängnis geworfen, eine kritische freie Presse gab es nicht und ebensowenig die Meinungsfreiheit.

Hh 25.01.2021

Was hat der sozialismus mit der russischen Revolution zu tun

Redaktion

Hallo Hh, die so genannte Oktoberrevolution von 1917 in Russland endete mit der Machtübernahme der kommunistischen Bolschewiki unter der Führung von Lenin. Die Revolutionsführer beriefen sich bei ihrem Aufstand in erster Linie auf die Lehren von Karl Marx und Friedrich Engels zum Sozialismus.

Lala 14.01.2021

Im ersten Text ist leider ein 'n' zu viel. LG :)

Redaktion

Hallo Lala, danke für dein aufmerksames Lesen. Wir haben den Fehler korrigiert. Viele Grüße aus dem HanisauLand!

Hugo 28.12.2020

Inwieweit halten Sie diese Ideologie und ihre Grundsätze für nachvollziehbar?

und

Inwieweit und in welchen Teilen halten Sie sie heute noch für relevant?

Redaktion

Hallo Hugo, wir haben heute schon eine ausführliche Antwort auf eine ähnliche Frage, wie du sie stellst, geschrieben. Lies doch mal bitte bei unseren Antworten auf eure Fragen nach.

Geschichtsüberforderet 28.12.2020

a) Was ist Sozialismus?
b) Inwieweit ist diese Ideologie und ihre Grundsätze nachvollziehbar?
c) Inwieweit und in welchen Teilen sind die heute noch relevant?
Ich freue mich über jegliche hilfreichen Anmerkungen.

Redaktion

Hallo Geschichtsüberforderet, Sozialismus ist eine politische Weltanschauung, die darauf abzielt, eine solidarische Gesellschaft zu schaffen, in der die Grundwerte Freiheit und Gleichheit verwirklicht werden. Entstanden sind diese Ideen als politische Lehre an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Die wichtigsten Theoretiker des Sozialismus waren dann zur Mitte des 19. Jahrhunderts Karl Marx und Friedrich Engels. In ihren Arbeiten vertraten sie die Meinung, dass der Sozialismus die Vorstufe des Kommunismus sei. Bei ihnen beschreibt Sozialismus in erster Linie die Verhältnisse in der Arbeitswelt, es geht hier um Besitz und Herrschaft, dagegen beschreibt der Kommunismus eine Gesellschaftsform, die auf dem Sozialismus aufbaut. Mit der so genannten Oktoberrevolution von 1917 wurde der Sozialismus zu einer der wichtigsten Staatstheorien weltweit. Heute gibt es nur noch wenige Staaten, in der Regel Diktaturen, die sich als sozialistisch bezeichnen wie Kuba. Wie es bereits in deiner Frage anklingt, haben viele Menschen große Vorbehalte gegen Kommunismus und Sozialismus. Ein Grund dafür ist, dass Kommunismus und Sozialismus von der Idee her zwar gut klingen, so aber nie umgesetzt worden sind. Stattdessen kam es zu schlimmen Auswüchsen, zu Terrorherrschaften und einer sozialen Ungleichheit, die man ja eigentlich verhindern wollte. Die Sowjetunion und die Volksrepublik China, Nordkorea oder auch Kuba sind traurige Beispiele für solche Entwicklungen. In der Realität war es leider oft so, dass sich die Mächtigen in solchen Staaten auf Kosten des arbeitenden Volkes bereichert haben und nicht vor Gewalt zurückschreckten, wenn ihnen jemand widersprochen hat. Für viele Menschen bedeutete das Leben in einer sozialistischen Gesellschaft eine Einschränkung der persönlichen Freiheit. Man konnte in vielen dieser Staaten nicht frei sagen, was man wollte, man musste die eine sozialistische Partei wählen und durfte ohne Erlaubnis auch nicht umziehen, den Job wechseln oder gar das Land verlassen. All das hat dann auch dazu geführt, dass sich die Menschen im Osten Europas, beispielsweise auch in der DDR, Ende der 1980er Jahre gegen diese Systeme aufgelehnt haben. Lies doch auch mal unseren Artikel "Kommunismus" hier im Lexikon von Hanisauland. Da erfährst du noch mehr zu den Zusammenhängen.

Oliwia 02.12.2020

Der Unterschied zwischen sozialdemokratische partei und sozialistische?

Redaktion

Hallo Oliwia, heute gibt es in Europa vor allem sozialdemokratische Parteien. Sie verbinden sozialistische Vorstellungen über die Gesellschaft mit demokratischen Ideen. Anders als die traditionellen Sozialisten wollen die sozialdemokratischen Parteien heute nicht mehr den Kapitalismus abschaffen. Sie wollen stattdessen die Wirtschaft mit demokratischen Methoden so gestalten, dass die Lebenssituation aller Menschen verbessert wird.

Thomas 04.02.2004

War die Ostzone, wo meine Oma wohnt, ein sozialistisches Land?

Redaktion

Viele Leute haben früher "Ostzone" zur DDR gesagt. Die DDR hat von sich behauptet, ein sozialistischer Staat zu sein. Aber viele Ideen des Sozialismus sind dort nicht verwirklicht worden (dazu haben wir etwas in dem Beitrag geschrieben).

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Nächste Woche könnt ihr hier wieder eure Fragen stellen!