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Soziale Frage

von und
Kinder arbeiten im Jahr 1858 in einer Papiermühle in Aschaffenburg. Gezeigt werden große Laufräder, vor denen Kinder sitzen.

Kinder arbeiten in einer Papiermühle in Aschaffenburg. Das Bild entstand 1858.

Viele soziale Probleme
Mit diesem Begriff werden die vielen sozialen Probleme bezeichnet, die es in Deutschland seit Mitte des 19. Jahrhunderts als Folge der Industriellen Revolution gab.
Lösungsversuche der Sozialen Frage
Viele Menschen machten sich Gedanken, wie man diese Probleme lösen könnte. Auch die Kirchen, Arbeiterorganisationen und Parteien entwickelten dazu Ideen. Nach und nach entstand seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die moderne Sozialpolitik.
"Neue Soziale Frage"

In den letzten Jahren hört man öfters den Begriff „Neue Soziale Frage“. Damit sind die sozialen Probleme gemeint, die unsere heutige Gesellschaft kennzeichnen. Dazu zählen neue Formen der Armut, das Wohnungsproblem, die Ausgrenzung bestimmter Gruppen der Gesellschaft oder auch die Schwierigkeiten, die alte Menschen oder alleinstehende Mütter haben.

(Unser Tipp: Lies auch einmal nach bei den Stichworten Sozialstaat, Sozialleistung, Soziale Marktwirtschaft, Sozialversicherung.)

FAQ / Häufig gestellte Fragen

(Frequently Asked Questions - das ist die englische Übersetzung von "häufig gestellte Fragen")
Linda 09.04.2021

Heey,
Wie ist denn eigentlich die soziale Frage entstanden?

Redaktion

Hallo Linda, der Begriff "Soziale Frage" entstand in der Zeit der frühen Industrialisierung um 1850. Von Anfang an wurde er verwendet, um die unterschiedlichen sozialen Probleme, die durch die Industrialisierung, das Bevölkerungswachstum und die Verstädterung entstanden waren, zusammenzufassen. Dazu zählten die harten und ungerechten Arbeitsbedingungen in der Industrie, die Wohnungsnot und das Elend in den engen und verdreckten Städten, die Arbeitslosigkeit und die elenden Lebensumstände der arbeitenden Bevölkerung. Der Begriff wurde auch schnell zu einem politischen Begriff. Die frühen Sozialreformer haben ihn verwendet, um auf die Größe der sozialen Probleme und die engen Zusammenhänge zwischen der Liberalisierung der Wirtschaft und der wachsenden Armut großer Bevölkerungsteile aufmerksam zu machen, und die Arbeiterbewegung übernahm ihn, um ihren Forderungen mehr Gewicht zu verleihen. Damit wurde auch deutlich gemacht, dass es nicht darum gehen konnte, einzelne kleine Reformschritte zu unternehmen, sondern dass diese "Frage" (heute würden wir vielleicht den Begriff "Herausforderung" verwenden) eine umfassende Lösung erforderte.

üü 26.02.2021

wie reagierten die politik auf die aufkommende soziale frage

Redaktion

Hallo üü, die soziale Frage in der Mitte des 19. Jahrhunderts brachte in der Politik wichtige Reformen und Neuerungen hervor. Grundsätzlich galt, dass sich die Staaten jetzt in immer stärkerem Maße für soziale Probleme interessieren und engagieren mussten. Zu den frühen Maßnahmen gehörten Gesetze gegen Kinderarbeit und Frauenarbeit, Hygieneprogramme zur Verbesserung der Lebensumstände in den Industriestädten oder die Einführung der Sozialversicherung im Deutschen Reich in den 1880er Jahren.

eure weiteren Fragen dazu...

LOLA 07.05.2021

Hi Ich hab eine kleine frage
wie hat sich die Lebensverhältnisse der einfachen (arbeitenden) Menschen durch die Industrialisierung verändert ?

Redaktion

Hallo LOLA, mit der Industrialisierung veränderten sich die Lebensverhältnisse der Menschen grundsätzlich. Viele mussten auf der Suche nach Arbeit vom Land in die schnell wachsenden Industriestädte flüchten. Dort lebten sie unter beengten und häufig extrem unhygienischen Verhältnissen. Arbeit gab es vor allem in den neu entstandenen Fabriken, in denen es lange Arbeitszeiten, wenig Pausen und strenge Regeln gab. Oft fanden die Menschen keine feste Arbeit, sondern mussten sich als Tagelöhner durchschlagen und jeden Tag von neuem auf Arbeitssuche begeben. Auch Kinder und Frauen mussten in der Industrie arbeiten, um etwas zum Lebensunterhalt der Familien beizutragen. Schaut doch mal in dein Geschichtsbuch, da findest du sicher auch Informationen zur Veränderung der Lebenswelt der Menschen im 19. Jahrhundert durch die Industrialisierung.

Kira 04.05.2021

Danke, für euren Hilfreichen Artikel! Jetzt bin ich gut auf die baldige Geychichts-LEK vorbereitet👍🏻☺️🍀!
Liebe Grüße und nochmals Dankeschön

Redaktion

Hallo Kira, danke für die nette Rückmeldung! Viel Erfolg für deine Geschichte-LEK!

luna 30.04.2021

Hallo, wie endete die soziale Frage im 19. Jahrhundert schliesslich?

Redaktion

Hallo luna, für die Lösung der Sozialen Frage im 19. Jahrhundert wurden viele und ganz unterschiedliche Lösungsansätze entwickelt. Dazu gehört die staatliche Sozialpolitik der 1880er Jahre mit der Einführung der Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung. Auch auf der Ebene der Städte und Kreise wurde das System der sozialen Fürsorge seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer weiter ausgebaut. Wichtig waren auch die Rolle der Gewerkschaften als Vertreter der Rechte der Arbeitnehmer oder die vielfältigen Versuche auf kirchlicher Seite, zur Beseitigung des sozialen Elends beizutragen. Ein sehr bekanntes Beispiel ist hier die Jugendfürsorge im "Rauhen Haus" des Pastors Wichern in Hamburg. Auch die radikalen Vorschläge zur Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse durch Karl Marx zählen zu den Lösungsansätzen der Sozialen Frage. Schau doch mal auf die Seite des Deutschen Historischen Museums www.dhm.de/lemo, da findest du viele weitere Hinweise zu deiner Frage. Auch in deinem Geschichtsbuch wird dazu sicher einiges stehen.

Ben 13.04.2021

War die Verschmutzung damals genau so schlimm wie heute?

Redaktion

Hallo Ben, auch im 19. Jahrhundert gab es Umweltverschmutzung. Die Fabriken bliesen ihre Abgase ungefiltert in die Luft, Abwässer wurden in den nächsten Fluss geleitet und in den Straßengräben lief das Blut aus den Schlachtereien offen herum. Darüber gesprochen wurde damals auch schon, aber noch längst nicht so viel wie heute. Nach und nach entstanden dann im Zeitalter der Industrialisierung erste Gesetze, die die Verschmutzung der Umwelt eingrenzen sollten. Heute gibt es viele Gesetze und die Umweltverschmutzung ist nicht so deutlich sichtbar wie im 19. Jahrhundert. Aber in Wirklichkeit belastet unsere Zeit die Umwelt viel viel schlimmer als es in früheren Zeiten der Fall war.

Carosofia 08.04.2021

Hallo, ich habe einen Text über die Soziale Frage heute und die veränderten Gesellschaftsschichten zu schreiben mir fehlt aber jegliche Information habt ihr Infos für mich? Danke

Redaktion

Hallo Carosofia, zur sozialen Frage, wie sie als Folge der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts entstand, haben wir oben in unserem Artikel einiges geschrieben. Auch zur Lösung dieser sozialen Probleme findest du dort Informationen. Aber es gibt auch immer wieder neue Probleme, die heute häufig als "Neue Soziale Frage" bezeichnet werden. Wirtschaftliche Krisen wie die Finanzkrise oder die durch die aktuelle Corona-Pandemie ausgelösten wirtschaftlichen Probleme können neue soziale Herausforderungen hervorbringen. Das führt in aller Regel auch zu Problemen in der Arbeitsmarktpolitik, beispielsweise wenn sehr schnell viele Arbeitsplätze wegfallen oder Firmen ihre Arbeitnehmer nur durch Kurzarbeit, Lohnverzicht oder andere Maßnahmen halten können. Auch die wachsende Wohnungsnot vor allem in großen Städten wird heute oft als eine neue Form der sozialen Frage beschrieben. Wirklich vergleichen kann man die Lebensbedingungen der Arbeiterfamilien im 19. Jahrhundert allerdings nicht mit der Situation heute. Der Sozialstaat und die Soziale Marktwirtschaft tragen sehr wirkungsvoll dazu bei, dass ähnliche soziale Missstände heute nicht mehr vorstellbar sind.

Franka 26.03.2021

Hi,
ich soll bedeutende Vertreter des Staates bei der sozialen Frage raussuchen. Wen außer Otto von Bismarck gibt es denn da noch?

Redaktion

Hallo Franka, es waren vor allem Wissenschaftler und Vertreter/innen der Kirchen, die sich Gedanken zur Lösung der Sozialen Frage im 19. Jahrhundert machten. Dazu zählen der Volkswirtschaftler Gustav Schmoller, der Mediziner Rudolf Virchow, der Pfarrer Johann Hinrich Wichern oder die Hamburger Philanthropin Amalie Sieveking. Im späten 19. Jahrhundert wurde die Frauenbewegung immer wichtiger bei der Lösung der Sozialen Frage. Alice Salomon, Gertraud Bäumer oder Helene Lange spielten dabei eine wichtige Rolle. In deinem Geschichtsbuch und auch auf der Seite des Deutschen Historischen Museums www.dhm.de/lemo findest du sicher Informationen zu den genannten Personen.

malti 09.03.2021

Hallo ich habe eine Frage welche lautet was man eigentlich unter der Sozialen Frage versteht.

Redaktion

Hallo malti, als soziae Frage wurde im 19. Jahrhundert die Vielzahl der sozialen Probleme bezeichnet, die in der Folge der schnellen Industrialisierung und Verstädterung entstanden waren. Dazu zählt die massenhafte Verarmung der Industriearbeiter, die Wohnungsnot, die Verschlechterung der hygienischen Zustände in den Städten und die wachsende Ungleichheit zwischen den sozialen Schichten. Oben in unserem Artikel haben wir noch mehr zu diesem Thema geschrieben.

Xxx 23.02.2021

Was gab es für Lösungsansätze

Redaktion

Hallo Xxx, für die Lösung der Sozialen Frage im 19. Jahrhundert wurden viele und ganz unterschiedliche Lösungsansätze entwickelt. Dazu gehört die staatliche Sozialpolitik der 1880er Jahre mit der Einführung der Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung. Auch auf der Ebene der Städte und Kreise wurde das System der sozialen Fürsorge seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer weiter ausgebaut. Wichtig waren auch die Rolle der Gewerkschaften als Vertreter der Rechte der Arbeitnehmer oder die vielfältigen Versuche auf kirchlicher Seite, zur Beseitigung des sozialen Elends beizutragen. Ein sehr bekanntes Beispiel ist hier die Jugendfürsorge im "Rauhen Haus" des Pastors Wichern in Hamburg. Auch die radikalen Vorschläge zur Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse durch Karl Marx zählen zu den Lösungsansätzen der Sozialen Frage. Schau doch mal auf die Seite des Deutschen Historischen Museums www.dhm.de/lemo, da findest du viele weitere Hinweise zu deiner Frage. Auch in deinem Geschichtsbuch wird dazu sicher einiges stehen.

Catharina 16.02.2021

Wie ist man auf die Idee mit den Dampfmaschienen und den ganzen Versicherungen gekommen?

Redaktion

Hallo Catharina, die Dampfmaschine wurde im 18. Jahrhundert von einem englischen Ingenieur erfunden. Auf dieser Seite des TÜV Nord erfährst du viele weitere Einzelheiten zu dieser wichtigen Erfindung. Was du mit Versicherungen meinst, können wir leider nicht richtig verstehen. Interessierst du dich für die Sozialversicherung, die in den 1880er Jahren eingeführt wurden? Dann lies doch mal bitte unter diesem Stichwort in diesem Lexikon nach.

Lisa 15.02.2021

Hi
Mir wurde neulich im Geschichte Unterricht eine Frage gestellt und zwar was war die soziale Frage genau dazu sollten wir ein paar Fakten aufschreiben
LG Lisa

Redaktion

Hallo Lisa , lies doch mal bitte, was wir oben in unserem Artikel zur Sozialen Frage im Zeitalter der Industrialisierung geschrieben haben. Damit kannst du deine Aufgabe problemlos lösen.

Pancreas 10.02.2021

wie Bewerte ich den Erfolg der Lösungsansätze?

Redaktion

Hallo Pancreas, für die Lösung der Sozialen Frage im 19. Jahrhundert wurden viele und ganz unterschiedliche Lösungsansätze entwickelt. Dazu gehört die staatliche Sozialpolitik der 1880er Jahre mit der Einführung der Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung. Auch auf der Ebene der Städte und Kreise wurde das System der sozialen Fürsorge seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer weiter ausgebaut. Wichtig waren auch die Rolle der Gewerkschaften als Vertreter der Rechte der Arbeitnehmer oder die vielfältigen Versuche auf kirchlicher Seite, zur Beseitigung des sozialen Elends beizutragen. Ein sehr bekanntes Beispiel ist hier die Jugendfürsorge im "Rauhen Haus" des Pastors Wichern in Hamburg. Auch die radikalen Vorschläge zur Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse durch Karl Marx zählen zu den Lösungsansätzen der Sozialen Frage. Schau doch mal auf die Seite des Deutschen Historischen Museums www.dhm.de/lemo, da findest du viele weitere Hinweise zu deiner Frage. Auch in deinem Geschichtsbuch wird dazu sicher einiges stehen, was dir hilft, eine Einschätzung zu deiner Frage zu finden.

LADYMANGO 04.02.2021

Ich sollte für den Geschichtsunterricht recherchieren, vielen Dank für die Informationen!

Redaktion

Hallo LADYMANGO, gern geschehen! Wir freuen uns immer, wenn wir euch bei euren Fragen weiterhelfen können. Und dass du mit deiner Frage bei uns gelandet bist, zeigt ja auch, dass du dich schon ein wenig auskennst mit dem Recherchieren im Internet und nicht einfach irgendwo etwas abschreibst, von dem man gar nicht weiß, ob es überhaupt stimmt.

Sebastian 31.01.2021

Warum kann Sozialpolitik soziale Missstände herbeiführen, obwohl diese eigentlich mit ihrer Hilfe beseitigt werden sollte?

Redaktion

Hallo Sebastian , dass Sozialpolitik soziale Missstände schaffen kann, die es vorher nicht gab, halten wir nicht für wahrscheinlich. Politische Entscheidungen können durchaus negative Folgen für einzelne Gruppen der Bevölkerung haben. Beispielsweise wird jede Erhöhung der Steuern einzelne Menschen besonders treffen. Aber sozialpolitische Entscheidungen sollen ja die Linderung eines gesellschaftlichen Problems zur Folge haben. Dabei kann es sicher vorkommen, dass die Lösung nicht die richtige ist und darum nicht zu dem gewünschten Ziel führt. Das heißt aber nicht, dass die Lage durch diese Maßnahme schlechter wird, als sie ohnehin war. Vielleicht fallen dir selbst ein paar Beispiele ein, wo das doch der Fall war.

Amy 28.01.2021

Mir wurde die Frage in Religion gestellt....
'Erarbeite dir eine Definition der "sozialen Frage".
Liebe grüße (:

Redaktion

Hallo Amy, oben im Text haben wir einiges dazu geschrieben, wie man im 19. Jahrhundert zur Zeit der Industrialisierung die Soziale Frage definierte. Lies dir das doch mal in Ruhe durch. Dann hast du sicher auch eine Lösung für deine Religions-Aufgabe. Und vielleicht hast du auch eine Idee, warum dir diese Aufgabe gerade in Religion gestellt wird. Überleg doch mal, was für Gefühle die Not und Ungerechtigkeit gegenüber den Armen bei den christlichen Kirchen in dieser Zeit ausgelöst haben könnten.

Jannik 25.01.2021

Ist es heute genauso schlimm wie damals?

Redaktion

Hallo Jannik, nein, die soziale Lage heute ist nicht mit der Situation zur Mitte des 19. Jahrhunderts zu vergleichen. Damals gab es keine Arbeitsschutzgesetze, die Arbeitszeiten, den Einsatz von Kindern in den Fabriken oder Sicherheitsfragen regelten. Arme Menschen waren so arm, dass es oft nur gerade so zum Überleben reichte. Es gab keine soziale Sicherung, die ihnen das Überleben erleichtert hätte. Es gab auch keine Sozialversicherungen, die Menschen in Krankheit, Alter oder ohne Arbeit absicherten. Die Wohnungssituation war mit unser heutigen überhaupt nicht zu vergleichen, oft lebten große Familien mit fünf und mehr Kindern in zwei Räumen ohne Zugang zu Wasser und Toiletten. Diese Liste der Unterschiede können man noch lange fortsetzen. Heute leben wir zum Glück in einem Sozialstaat, der dafür sorgt, dass soziale Ungerechtigkeiten möglichst verhindert werden und den Menschen ein würdiges Leben ermöglicht. Lies dazu doch mal unseren Artikel "Sozialstaat" hier im Lexikon von Hanisauland.

Elli 24.01.2021

Was waren die Lösungsversuche der Kirche und was war die Fürsorge der Unternehmen?
Gruß von Elli bei der HAUSARBEIT SCHREIBEN

Redaktion

Hallo Elli, die beiden großen christlichen Kirchen spielten eine große Rolle bei der Lösung der Sozialen Frage. Seit1850 entstanden viele kleine kirchliche Vereine und Organisationen, die sich um Arme, um Waisenkinder oder um Jugendliche aus schwierigen sozialen Lagen kümmerten. Diese häufig an einem Ort tätigen Initiativen schlossen sich bald in einem so genannten Dachverband zusammen. Auf der einen Seite war das das Diakonische Werk der Evangelischen Kirchen, auf der anderen Seite die katholische Caritas. Diese Wohlfahrtsorganisationen, wie sie bald genannt wurden, wirken an vielen Stellen bei der Lösung der Sozialen Frage mit. Auch heute noch spielen sie eine wichtige Rolle in unserem Sozialstaat. Auch Unternehmen wirkten vereinzelt mit bei der Lösung der Sozialen Frage. Ein bekanntes Beispiel ist die Firma Krupp, die in Essen eine Wohnsiedlung für ihre Arbeiter, die Margarethenhöhe, errichtete. Auch andere Unternehmen bauten Wohnungen für ihre Arbeiter, organisierten den Schulunterricht für die Kinder ihrer Arbeiter oder stellten Frauen ein, die sich um schwangere Frauen und junge Mütter kümmerten. Insgesamt war die Eigeninitiative der Unternehmen aber ein eher weniger bedeutender Beitrag zur Lösung der Sozialen Frage.

Blümchen 23.01.2021

Hallo,
Ich würde gerne wissen, ob die soziale Frage mit den Lösungsansätzen gelöst wurde?
Liebe Grüße

Redaktion

Hallo Blümchen, für die Lösung der Sozialen Frage im 19. Jahrhundert wurden viele und ganz unterschiedliche Lösungsansätze entwickelt. Dazu gehört die staatliche Sozialpolitik der 1880er Jahre mit der Einführung der Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung. Auch auf der Ebene der Städte und Kreise wurde das System der sozialen Fürsorge seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer weiter ausgebaut. Wichtig waren auch die Rolle der Gewerkschaften als Vertreter der Rechte der Arbeitnehmer oder die vielfältigen Versuche auf kirchlicher Seite, zur Beseitigung des sozialen Elends beizutragen. Ein sehr bekanntes Beispiel ist hier die Jugendfürsorge im "Rauhen Haus" des Pastors Wichern in Hamburg. Auch die radikalen Vorschläge zur Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse durch Karl Marx zählen zu den Lösungsansätzen der Sozialen Frage. Alle diese Maßnahmen und Ideen haben zur Lösung der Sozialen Frage beigetragen. Mindestens ebenso wichtig aber war es, dass sich die Industrialisierung im 19. Jahrhundert erfolgreich entwickelte. Dadurch entstand mehr Wohlstand, von dem nach und nach immer mehr Menschen profitierten. Schau doch mal auf die Seite des Deutschen Historischen Museums www.dhm.de/lemo, da findest du viele weitere Hinweise zu deiner Frage. Auch in deinem Geschichtsbuch wird dazu sicher einiges stehen.

Tina 14.01.2021

Soziale Frage
Wie nennt man diese Zeit?

Redaktion

Hallo Tina, die Soziale Frage ist ein Begriff, der in der Zeit der frühen Industrialisierung ab ungefähr 1850 viel verwendet wurde. Die Sozialreformer, die diesen Begriff verwendeten, machten damit auf die vielen gesellschaftlichen Probleme aufmerksam, die sich in dieser Zeit zeigten. Dazu gehörten die schwere und oft gefährliche Arbeit in den Fabriken, die große Armut vier Menschen, die hygienischen Probleme in den schnell wachsenden Industriestädten oder auch die wachsende Ungleichheit zwischen den Besitzenden und den Arbeitern. Oben in unserem Text haben wir noch mehr dazu geschrieben.

Sonne 07.01.2021

Welche sind die Aspekte der sozialen Frage im Bezug auf Arbeit und Haushalt und allgemeine Lebensbedingungen?

Redaktion

Hallo Sonne, die "Soziale Frage" ist ein historischer Begriff. Damit wurden die unterschiedlichen sozialen Probleme zusammengefasst, die in der frühen Zeit der Industrialisierung auftraten: Massenarmut, schwere Arbeitsbedingungen, das Wohnungselend, die miserablen hygienischen Zustände in den überfüllten Städten und anderes mehr. Aber natürlich gibt es auch heute noch gesellschaftliche Probleme, von denen viele Menschen betroffen sind. Dazu zählen beispielsweise Arbeitslosigkeit, die Probleme, eine bezahlbare Wohnung zu finden, oder die große Zahl schlecht bezahlter Tätigkeiten. Diese beeinflussen das Leben und Arbeiten vieler Menschen in unterschiedlicher Weise. Lies doch mal unsere Artikel "Soziale Marktwirtschaft" und "Sozialstaat" hier im Lexikon von Hanisauland. Wenn du dann noch eine spezielle Frage hast, kannst du uns gerne noch einmal schreiben.

Lola 10.12.2020

Hi, könnt ihr uns bitte helfen?
Wir würden gerne wissen, was die Soziale Frage ist und was die ökologischen Folgen davon sind? So im Bezug auf neue Lebens-, Arbeits - Umweltbedingungen der Industrialisierung. ;)

Liebe Grüße Lola
9b

Redaktion

Hallo Lola, als "Soziale Frage" bezeichnete man in der Zeit der Industrialisierung um die Mitte des 19. Jahrhunderts die gesellschaftlichen Probleme, die durch das schnelle Bevölkerungswachstum, das enge Zusammenleben in den Industriestädten oder durch die Arbeitsbedingungen in den Fragen entstanden waren. Dazu gehörten unter anderem die große Armut vieler Menschen, die Wohnungsnot, die schlimmen hygienischen Zustände in den Arbeitersiedlungen, Kinderarbeit oder die harten Arbeitsbedingungen in den Fabriken. Die dem BEgriff "Soziale Frage" wurde zum Ausdruck gebracht, dass diese Probleme eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft waren , die es zu lösen galt. Mit der Industrialisierung nahm auch die Belastung der Umwelt durch die Menschen zu. Flüsse wurden verunreinigt, Fabrikabgase in die Luft geblasen, Rohstoffe wie die Kohle ausgebeutet und anderes mehr. Lest dazu doch auch mal unseren Artikel oben und schaut auch mal auf die Seite des Deutschen Historischen Museums www.dhm.de/leo und in euer Geschichtsbuch. Da werdet ihr bestimmt auch einiges zu diesem interessanten Thema finden.

anne 07.11.2015

welche rolle spielt dabei die christliche sozialarbeit?

Redaktion

Hallo anne, während der Zeit der Industrialisierung gaben die Religion und der Glaube vielen Menschen Halt und die Kirchen linderten die Not durch karitative Einrichtungen und milde Gaben. Dahinter stand vor allem das christliche Gebot der Nächstenliebe. Daneben traten auch zunehmend Initiativen einzelner Kirchenvertreter, die sich die Linderung des Loses der Arbeiter zum Ziel setzten. Dazu zählen der Mainzer Bischof Ketteler, der die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung begründete, oder Adolph Kolping, der mit dem nach ihm benannten Werk die erste Einrichtung zur Unterstützung der Gesellen gründete. Auf evangelischer Seite hat vor allem Pastor Friedrich Bodelschwingh großen Einfluss gehabt. Auf ihn geht die sogenannte "Innere Mission" zurück, bis heute spielen die Bodelschwinghschen Anstalten Bethel eine wichtige Rolle in der kirchlichen Sozialarbeit.

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