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Freitag, 18. September 2020
Die ersten Paralympics starten, 1960

von und

Rollstuhlfechten bei den Paralympics 2012

Die Tage vom 18. bis zum 25. September 1960 in Rom waren für Sportlerinnen und Sportler mit Behinderung ein besonderes und richtungsweisendes Ereignis. Das erste Mal fanden die Paralympics am gleichen Ort, in den gleichen Sportarenen und nur wenige Tage nach den berühmten Olympischen Spielen statt. Damit erfuhren die sportlichen Hochleistungen von Menschen mit Behinderung endlich die Beachtung, die sie verdienen.

Paralympics: Olympische Spiele für Menschen mit Behinderung

Damals in Rom wurde das Sportereignis noch nicht Paralympics genannt, sondern "International Stoke Mandeville Games". Erst seit 1988 werden die Olympischen Spiele für Menschen mit Behinderung "Paralympics" oder "Paralympische Spiele" genannt. Woher dieser Name kommt, ist nicht ganz klar. Manche Menschen meinen, dass "Paralympics" vom englischen Wort "paralysis" kommt, was "Lähmung" bedeutet. Wahrscheinlich geht der Name aber auf das griechische Wort "para" zurück, das heißt "sich anschließen", in diesem Fall "sich den Olympischen Spielen anschließend".

Wie verliefen die ersten Paralympics?

Heute vor 60 Jahren starteten 400 Sportlerinnen und Sportler den Kampf um die Medaillen. Nur querschnittsgelähmte Menschen waren bei den Paralympics zugelassen. Bei der Eröffnungszeremonie jubelten über 5.000 Zuschauer den Teilnehmenden aus 23 Nationen zu. In Bogenschießen, Rollstuhlfechten, Schwimmen, Rollstuhlbasketball, Snooker, Tischtennis, Leitathletik und Dartchery (eine Kombination aus Bogenschießen und Darts) wurden anschließend 57 Wettkämpfe ausgetragen.
Einige Sportler/innen zeigten, dass sie in verschiedenen Sportarten sehr gut waren. So gewann Marlene Muhlendyck aus Deutschland im Rückenschwimmen, Tischtennis und einigen Leichtathletik-Wettkämpfen Medaillen. Auch die Australierin Daphne Ceeney startete erfolgreich in mehreren Disziplinen. Sie wurde unter anderem Zweite im Bogenschießen und Speerwerfen und gewann Goldmedaillen im Brustschwimmen und Kraulen über 50 Meter.

Rollstuhl-Basketball bei den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro

Rollstuhl-Basketball bei den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro. Hier spielt das japanische gegen das kanadische Team.

Immer mehr Teilnehmende

Seit den ersten Paralympics hat sich bis heute viel verändert: Bei den Wettkämpfen in Rio de Janeiro im Jahr 2016 traten mehr als 4.000 behinderte Athletinnen und Athleten aus 170 verschiedenen Ländern gegeneinander an. So viele wie noch nie zuvor. Anders als 1960 dürfen heute nicht nur Menschen mit einer Querschnittslähmung an den Paralympics teilnehmen. Damit alle behinderten Sportlerinnen und Sportler eine faire Chance auf den Sieg haben, werden sie in fünf Gruppen unterteilt: Blinde und Sehbehinderte, Spastisch Gelähmte, Rollstuhlfahrer und Querschnittsgelähmte, Amputierte und die Gruppe der anders körperlich Behinderten. Am Ende gibt es in den verschiedenen Wettkämpfen eine Siegerin oder einen Sieger.

Immer mehr Sportarten

Auch die paralympischen Sportarten sind vielfältiger geworden. Zum Beispiel werden mittlerweile in 7er-Fußball, Goalball, Parakanu, Reiten, Rollstuhltennis, Segeln, Sitzvolleyball und Triatholon Medaillen verliehen. In insgesamt 528 Wettkämpfen gaben 2016 alle ihr Bestes, um Medaillen, Rekorde und Ruhm zu erlangen.
Einige Sportarten werden nur für behinderte Menschen aus einer Gruppe angeboten. Judo ist zum Beispiel nur für Sehbehinderte zugelassen und Rollstuhl-Basketball nur für Rollstuhlfahrer/innen. Auch Goalball spielen nur sehbehinderte Athletinnen und Athleten. Im Inneren des Balls befindet sich dann eine Glocke, so dass die Sportler/innen hören, wo sich der Klingelball befindet. Ziel ist es, den Ball ins gegnerische Tor zu rollen. Bei manchen Sportarten sind die Regeln verändert. So liegen zum Beispiel beim Gewichtheben die Sportlerinnen und Sportler auf einer Bank, da sie die Gewichte nicht im Stehen in die Höhe reißen können.

Die deutsche Leichtathletin Vanessa Low beim Weitsprung während der Paralympics in Rio de Janeiro 2016.

Die deutsche Leichtathletin Vanessa Low beim Weitsprung während der Paralympics in Rio de Janeiro 2016.

Vordenker und Gründer Ludwig Guttmann


Sportliche Wettkämpfe für Menschen mit Behinderung wurden schon vor den ersten Paralympics ausgetragen. Dafür hat sich unter anderem der Arzt Ludwig Guttmann eingesetzt. Er hatte gemerkt, dass Sport für Menschen mit einer körperlichen Behinderung eine gute Wirkung hat. Daher veranstaltete er bereits 1948 in der Nähe von London die "Stoke Mandeville Games". Aus dieser Idee entwickelten sich im Laufe der Jahre die Paralympics. Somit gilt Guttmann als Gründer der Paralympics.

Der Arzt Ludwig Guttmann gilt als Vordenker der Paralympics.

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