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Samstag, 31. Oktober 2020
"Rote Liste" für Deutschland, 1977

von und
Das Foto zeigt in Großaufnahme eine Biene, die auf einer Ackersenf-Blüte sitzt.

Biene

In Deutschland erschien heute vor 43 Jahren, am 31. Oktober 1977, die „Rote Liste der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten in der Bundesrepublik Deutschland“. Elf Jahre zuvor, im Jahre 1966, hatte die Weltnaturschutzorganisation bereits die erste weltweite Rote Liste veröffentlicht.

Der Große Feuerfalter steht auf der Liste der bedrohten Arten.

Warum gibt es Rote Listen?

In einer Roten Liste stehen Tier- und Pflanzenarten, die in einer bestimmten Region ausgestorben, verschollen oder stark gefährdet sind. Etwa alle zehn Jahre erarbeitet diese Liste das Bundesamt für Naturschutz zusammen mit Wissenschaftler/innen. Die Roten Listen sollen helfen, Entscheidungen zu fällen, die die Umwelt betreffen – zum Beispiel welches Naturgebiet muss besonders geschützt werden oder wo können neue Straßen und Wohnungen gebaut werden. Anhand der Listen kann man aber nicht nur sehen, welche heimische Tier- und Pflanzenarten gefährdet sind. Man kann darin auch ablesen, welche Arten überhaupt in einer Region vorkommen und wie sich die Bestände über die Jahre hinweg entwickelt haben.

Natur schützen

Waldrodungen, Klimawandel und eine stärkere Ausdehnung von Städten und Wirtschaftsgebieten sind oft die Ursache für die Bedrohung der Tiere und Pflanzen. Auch Bienen, Ameisen, Feldhamster und verschiedene Arten von Fledermäusen, die Moorente, Mönchskraut und viele weitere Tiere, Pflanzen und Pilze sind in Teilen Deutschlands vom Aussterben bedroht. Um diese Entwicklung aufzuhalten, sind Naturschutzmaßnahmen besonders wichtig. Wenn die Wasserqualität in unseren Flüssen besser wird, können hier bestimmte Fischarten wieder leben. Wenn die Luft reiner wird und die Industrie weniger Schadstoffe in die Umwelt abgibt, können empfindliche Moosen und Flechte wieder wachsen. Durch solche Maßnahmen haben sich in den letzten Jahren die Bestände einiger Tier- und Pflanzenarten erholt. Sie erscheinen jetzt in der Blauen Liste. Seit 1998 stehen dort Tiere und Pflanzen, die man erfolgreich schützen und vorläufig von der Roten Liste bedrohter Arten streichen konnte.

Der Rotkehl-Brilliantkolibri ist vom Aussterben bedroht.