Am 16. Juni 1953 protestierten Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter in Ostberlin in der DDR. Sie sahen nicht ein, dass sie noch mehr als bisher schon arbeiten sollten, ohne dafür wenigstens mehr Geld zu bekommen. Die Arbeiter streikten, viele Menschen unterstützten sie. Heute vor 73 Jahren, am 17. Juni, kam es zum ersten großen Volksaufstand in der DDR. Die Menschen wehrten sich nicht nur gegen die Erhöhung der Arbeitszeit. Sie forderten auch freie Wahlen und das Ende der Unfreiheit. Manche riefen: „Weg mit der SED-Regierung“.
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Demonstration auf dem Potsdamer Platz in Ost-Berlin in der DDR am 17. Juni 1953.
Der Aufstand wird niedergeschlagen
Aber die politische Führung der DDR und die Machthaber in der Sowjetunion wollten diesen Protest nicht hinnehmen. Sowjetische Panzer fuhren am Mittag des 17. Juni in die Straßen von Ostberlin. Soldaten der Nationalen Volksarmee der DDR gingen in Stellung. Die Demonstrierenden wurden beschossen. Es gab viele Tote und Verwundete.
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Sowjetische Panzer beziehen am 17. Juni 1953 in Ostberlin Stellung gegen die Protestierenden.
Nationalfeiertag in der Bundesrepublik
In den Tagen nach dem 17. Juni wurden etwa 20.000 Personen verhaftet. Viele tausend Menschen wurden ins Gefängnis geworfen. In der Bundesrepublik war der 17. Juni bis 1990 Nationalfeiertag. Bis heute findet jedes Jahr eine Veranstaltung im Deutschen Bundestag statt, die an den Aufstand vom 17. Juni 1953 erinnert.