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Mittwoch, 1. Juli 2020
Gleichberechtigungsgesetz tritt in Kraft, 1958

von und
Plakate aus dem Nachlass der SPD-Politikerin Elisabeth Selbert sind Kassel im Archiv der deutschen Frauenbewegung zu sehen. Elisabeth Selbert (1896-1986) setzte sich als Abgeordnete des Parlamentarischen Rates dafür ein, dass die Gleichberechtigung von Männern und Frauen im Grundgesetz steht.

Elisabeth Selbert (1896-1986) setzte sich als Abgeordnete des Parlamentarischen Rates nach dem Zweiten Weltkrieg dafür ein, dass die Gleichberechtigung von Männern und Frauen im Grundgesetz steht.

Stell dir folgendes vor:

  • Du heiratest und dein Auto und dein Geld gehören danach deinem Ehepartner.
  • Du heiratest und danach kann dein Ehepartner verbieten, dass du arbeiten gehst.
  • Du heiratest und darfst danach kein eigenes Konto mehr besitzen.


Das kommt dir verrückt vor? War es aber bis vor 62 Jahren nicht. Denn diese Regelungen galten für alle Frauen in Deutschland.
Erst als am 1. Juli 1958 das Gleichberechtigungsgesetz für Männer und Frauen in Deutschland gültig wurde, durften Ehefrauen auch nach der Heirat eigenes Vermögen haben und ein eigenes Konto besitzen. Seitdem musste eine Ehefrau ihren Ehemann zum Beispiel nicht mehr um Erlaubnis bitten, wenn sie arbeiten wollte.

1949: Zwei Gesetze, die sich widersprachen
Seit dem Jahr 1949 stand in Artikel 3 des Grundgesetzes „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“. Der Gleichberechtigungsartikel war erst nach längeren Auseinandersetzungen ins Grundgesetz aufgenommen worden. In der Gesellschaft wurde damals heftig diskutiert, ob Frauen den Männern gleichgestellt werden sollten und was das im Alltag bedeuten würde.
Der Artikel 3 des Grundgesetzes zur Gleichheit von Männern und Frauen. Nach Artikel 3 darf auch Niemand wegen seiner Rasse, Herkunft oder politischen Anschauungen diskriminiert werden.

Artikel 3 des Grundgesetzes

1958: Das Gleichberechtigungsgesetz
Das nötige Gleichberechtigungsgesetz, das zum Beispiel die bisherigen Regelungen zur Berufstätigkeit ändern sollte, wurde von vielen Menschen abgelehnt. Andere waren der Meinung, dass Frauen noch mehr Rechte bekommen sollten als es im neuen Gesetz vorgesehen war.
1977: Die Eherechtsreform
Das Gleichberechtigungsgesetz war ein wichtiges Gesetz zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Gleiche Rechte in allen Bereichen hatten Frauen und Männer damit aber noch nicht bekommen. Mehr Rechte für Frauen wurden erst nach und nach umgesetzt.
Gleichberechtigung ist noch nicht erreicht

Bis heute erfolgten viele weitere gesellschaftliche und gesetzliche Änderungen. Und dennoch sind Frauen in vielen Bereichen immer noch benachteiligt gegenüber Männern. Für die Durchsetzung gleicher Rechte von Frauen und Männern setzen sich bis heute vor allem viele Frauenorganisationen ein.

Illustation zur Gleichberechtigung: Mann und Frau befinden sich auf einer Waage.

Gleichberechtigung

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