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Spezial

Wie soll man hier entscheiden? Politische Diskussionen zum Wohnen

Um einen Tisch sitzen Männer und Frauen und hören gebannt einem der Teilnehmenden zu.

Wenn man unterschiedliche Meinungen hat, muss man miteinander darüber sprechen.

Über die Wohnungsbaupolitik wird in Deutschland heftig gestritten. Viele Menschen kritisieren, dass es in den Städten zu wenige günstige Wohnungen gibt. Andere beklagen, dass sich die Politik zu wenig darum kümmert, dass viele Menschen die ländlichen Gebiete verlassen und in den Dörfern leere Häuser und Wohnungen zurückbleiben. Wohnen ist ein politisches Feld, das auch viele andere politische Fragen betrifft.

Neubauten mit Gerüsten, die entlang der Mauern hoch gezogen wurden

Beim Bauen müssen viele Vorschriften beachtet werden.

Bauvorschriften

In Deutschland gibt es viele Vorschriften, die beim Bauen beachtet werden müssen (vgl. Kapitel 2). So soll sichergestellt werden, dass die Häuser die Gesundheit der Menschen nicht gefährden. Beim Bauen und Wohnen soll auch Energie eingespart werden und vieles mehr. Die Anforderungen an ein umweltfreundliches und sicheres Wohnen machen das Bauen teuer und schwierig. Deshalb fordern viele Menschen, dass es weniger Bauvorschriften geben soll. Andere aber betonen, dass es gut ist, dass der Staat zum Beispiel auf das Einsparen von Energie auch beim Bauen achtet, auch wenn das Geld kostet.

Welche Überlegungen habt ihr dazu?

Ein streng geschütztes Insekt: die grüne Flussjungfer

Ein streng geschütztes Insekt: die grüne Flussjungfer

Naturschutz und Wohnen

Manchmal sollen Wohnungen dort gebaut werden, wo seltene Insekten ihr Zuhause haben und es viele alte Bäume gibt. Dann fordern Umweltinitiativen oft, dass dort keine Siedlung gebaut werden soll, weil Umwelt und Natur geschützt werden müssen. „Jeder muss einen Beitrag zum Naturschutz leisten, auch wir in unserer Stadt“, sagen die Umweltschützer. „Wir brauchen Wohnungen und zwar schnell“, sagen dann aber diejenigen, die auf Wohnungssuche sind.

Was haltet ihr von diesen Überlegungen?

Luxuswohnungen in  Berlin - die Fassade zeigt große blanke Fensterscheiben in Metallrahmen

Manchmal stehen teure Wohnungen lange leer und werden nicht vermietet.

Leere Wohnungen vermieten?

In vielen Städten, in denen Wohnungsnot herrscht, gibt es auch Häuser, die leer stehen. Nach deutschem Recht kann niemand dazu gezwungen werden, sein Haus oder seine Wohnung zu vermieten. Den Wohnungseigentümern gehören die Wohnungen und deshalb können sie selbst entscheiden, was sie mit ihren Wohnungen machen. Diskutiert wird, was der Staat tun könnte, damit die Eigentümer ihre Wohnungen vermieten. Es gibt manche, die fordern, dass bei sehr starker Wohnungsnot die Eigentümer gezwungen werden sollten, die Wohnungen zu vermieten. Andere fürchten, dass dann keine neuen Wohnungen mehr gebaut werden, weil Eigentümer Angst haben, nicht mehr selbst entscheiden zu können, an wen sie vermieten. Andere fordern, dass der Staat mehr Ideen entwickeln sollte, um Eigentümer davon zu überzeugen, leerstehende Wohnungen zu vermieten.

Was könnten das für Ideen sein?

Ein U-Bahngleis mit vielen Pendlern

Viele Pendler am U-Bahnhof

Das Pendeln erleichtern

Viele Menschen wollen in der Stadt wohnen, weil ihr Arbeitsplatz dort ist. Wenn es bessere Möglichkeiten gäbe, mit dem Zug oder der Straßenbahn aus ländlichen Gegenden in die Stadt zu pendeln, würden vielleicht mehr Menschen auf dem Land leben wollen. Deshalb fordern manche Fachleute, Schienennetze auszubauen und das Pendeln zu erleichtern oder kostenlose Bus- und Bahntickets anzubieten. Andere glauben nicht, dass die Menschen lange Wege zur Arbeit in Kauf nehmen wollen. Einige sagen auch, dass Pendler oft mit dem Auto unterwegs sind und ihre Abgase die Umwelt verschmutzen.

Wie würdet ihr euch entscheiden?

Frau, Mitte 50, arbeitet von Zuhause aus, mit Laptop und kommuniziert per Headset mit Kollegen, Homeoffice, auf dem Sofa

Homeoffice mit Laptop

Corona und Homeoffice

In der Corona-Pandemie haben viele Menschen ihren Arbeitsplatz nach Hause ins „Homeoffice“ verlegen müssen. Viele finden es gut, dass sie von zu Hause arbeiten können und dadurch auch mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen. Andere finden es nicht so gut, dass das Zuhause nun auch zum Arbeitsplatz wird und die Familie oft Rücksicht nehmen muss, wenn die Eltern in der Wohnung fürs Büro arbeiten müssen. Sie wollen nicht, dass es nach Corona weiterhin viel Homeoffice gibt.

Was meint ihr dazu?


Bei vielen dieser Politikbereiche stoßen unterschiedliche Meinungen aufeinander. Die Politikerinnen und Politiker müssen darum gemeinsam mit der Bevölkerung Lösungen finden, die nachhaltig sind und ein gutes Wohnen und Leben für die Menschen ermöglichen.

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