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Freitag, 16. Oktober 2020
Carlos und Smith protestieren bei den Olympischen Spielen 1968

von und
Die Sportler Tommie Smith und John Carlos streckten bei Olympia 1968 in Mexiko auf dem Siegertreppchen aus Protest gegen den Rassimus in den USA ihre Fäuste in den Himmel.

Verbotener Protest bei den Olympische Spiele 1968 von Carlos und Smith

Zwei Männer mit schwarzen Handschuhen und Socken, Schuhe in der Hand, Anstecker und geballten Fäuste sorgten heute vor 52 Jahren, am 16. Oktober 1968, für großen Aufruhr.

Tommie Smith und John Carlos befanden sich nicht irgendwo, sondern auf dem Siegerpodest der Olympischen Spiele 1968 in Mexiko. Während die US-amerikanische Nationalhymne gespielt wurde, senkten die Sieger des 200 Meterlaufs den Kopf und streckten die Fäuste in den Himmel. Mit ihrer Aktion setzten die Sportler am 16. Oktober 1968 ein starkes (und unerlaubtes) Zeichen gegen Rassismus und Apartheid. Mit ihrer Geste zeigten sie, dass sie die Bürgerrechtsbewegung der afro-amerikanischen Bevölkerung unterstützen.

Olympische Spiele 1968: Der US-Amerikaner Tommie Smith streckt die Arme hoch, weil er weiß, dass er das 200 Meter-Finale der Männer gewinnt.

US-Amerikaner Tommie Smith

Hass und Karriereende

Bei den Organisatoren der Olympischen Spiele und sehr vielen US-Amerikanern kam die Geste von Smith und Carlos nicht gut an. Auch das Publikum im mexikanischen Stadion buhte und pfiff die Sprinter aus. Sie mussten das Olympische Dorf verlassen und wurden aus dem Nationalteam geworfen. An Wettkämpfen durften sie nicht mehr teilnehmen. So endete auf dem Höhepunkt des Erfolgs ihre Sportkarriere. In den USA wurden Carlos und Smith von vielen weißen Menschen gehasst und verachtet. Sie erhielten sogar Morddrohungen. Der Protest hatte die Sportler berühmt gemacht und ihr Leben komplett verändert.

Verehrung und Auszeichnungen

Die schwarze Bevölkerung der USA und Menschenrechtler feierten Smith und Carlos für ihren Mut und ihren Einsatz. Auch andere schwarze Athleten folgten ihrem Beispiel während der Olympischen Spiele. Noch heute gilt der Protest als einer der berühmtesten und wichtigsten der Sportgeschichte. Auch der ersten afro-amerikanischen US-Präsident Barack Obama zeichnete die Sportler mehrfach aus. Für sein Engagement für Menschenrechte und gegen Rassismus erhielt Tommie Smith im Februar 2018 den Dresdner Friedenspreis.

Tommie Smith erhält Dresdner Friedenspreis, 2018

Ein aktuelles Thema
In den letzten Jahren wurden von Sportlerinnen und Sportlern immer wieder bei Veranstaltungen politische Zeichen gesetzt. So protestierte der erfolgreiche US-amerikanische American-Football-Spieler Colin Kaepernick im Jahr 2016 gegen Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA:
18. Dezember 2016: San Francisco 49ers Spieler Colin Kaepernick (mit der Nummer 7) und Eli Harold (mit der Nummer 58) knien während der Hymne nieder. In den USA erklingt vor den Spielen die Nationalhymne.

Colin Kaepernick kniet

Sport und Politik
Auch wenn die Olympischen Spiele, Weltmeisterschaften und andere Sportveranstaltungen nicht politisch sein wollen, spielt Politik doch immer eine Rolle.

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