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Spezial

Die Diskussion um die Impfpficht

Ein Mann wird von einer Hausärztin gegen Corona geimpft

Eine Ärztin impft einen Patienten gegen das Corona-Virus.

Was ist Impfen?

Beim Impfen erhalten Menschen Medikamente, damit sie bestimmte schwere Krankheiten nicht bekommen oder eine Erkrankung damit nicht so schlimm verläuft. Dem Körper werden winzige Krankheitserreger gespritzt. Dadurch entsteht eine leichte Erkrankung, die man oft gar nicht spürt. Der Körper entwickelt dann Abwehrstoffe, die im Körper bleiben. Wie lange sie im Körper bleiben, ist bei jeder Impfung unterschiedlich. Wenn dann die schweren Krankheitserreger den Körper angreifen, wehrt sich der Körper mit den schon vorhandenen Abwehrstoffen. Allerdings kann es sein, dass Menschen eine Impfung nicht vertragen und es Nebenwirkungen gibt. In seltenen Fällen erkranken Menschen nach einer Impfung.

Impfungen konnten Krankheiten besiegen

Vor über 200 Jahren wurde die erste Schutzimpfung entdeckt. Mit Hilfe von Impfungen wurden in den letzten Jahrhunderten viele Krankheiten zurückgedrängt, denen vorher viele Menschen schutzlos ausgeliefert waren. Dazu gehören die Pocken oder auch die Kinderlähmung. Wichtig war es dabei, dass viele Menschen geimpft wurden. Denn durch die Impfung wird nicht nur der einzelne Mensch vor der Krankheit geschützt, sondern auch die Gesellschaft insgesamt. Denn je mehr Menschen geimpft sind, desto schlechter kann sich die Krankheit verbreiten. Man spricht auch von „Herdenimmunität“. „Immun“ bedeutet, dass man gegen etwas unempfindlich ist.

Impflicht

Weil das Impfen dazu beiträgt, viele Menschen gegen eine Krankheit zu immunisieren, haben Staaten bestimmte Impfungen zur Pflicht erklärt. 1874 wurde im damaligen Deutschen Reichstag die erste Impfpflicht gegen Pocken beschlossen. Seit 2020 ist in Deutschland die Impfung gegen Masern für viele Menschen zur Pflicht geworden. In der Corona-Pandemie wird in Deutschland darüber diskutiert, ob es eine Impfpflicht gegen Covid-19 geben soll.

Heftige Proteste

Viele Menschen protestieren während der Corona-Pandemie gegen die Einführung einer Impfpflicht. Es gibt Kritiker/innen, die befürchten, dass die Nebenwirkungen nicht ausreichend erforscht sind. Sie halten die möglichen Folgen für gefährlicher als das Risiko, schwer an Corona zu erkranken oder Long-Covid (spätere gesundheitliche Folgen einer Corona-Infektion) erleiden zu müssen.
Es gibt aber auch Menschen, die die Angst vor einer Corona-Schutzimpfung ausnutzen und mit Verschwörungserzählungen, falschen Informationen und Übertreibungen versuchen, andere Menschen gezielt zu beeinflussen und die Gesellschaft zu spalten.

Ja oder nein zur Impfpflicht?

Im Bundestag wird derzeit über die Einführung einer Impflicht gegen die Corona-Erkrankung diskutiert. Noch steht nicht fest, ob die Regierung eine Impfpflicht für alle vorschlägt und die Abgeordneten dafür stimmen werden.

Gründe für eine Impfpflicht: Um die Krankheit nachhaltig einzudämmen, müssen sich ausreichend viele Menschen impfen lassen. Geschieht das nicht freiwillig, sollen die Bürger/innen verpflichtet werden, sich impfen zu lassen. Dann erkranken nur noch wenige Menschen schwer an Corona. Die Krankenhäuser müssen dann nicht mehr so viele Corona-Patient/innen behandeln. Sie haben wieder mehr Platz für Menschen mit Krankheiten, für die es keine Impfung gibt.

Gründe gegen eine Impfpflicht: Das Grundgesetz sichert den Menschen das Recht auf körperliche Unversehrtheit und die Freiheit der Person zu (Artikel 2). Die Gegner/innen der Impfpflicht bewerten das Recht der Menschen auf körperliche Unversehrtheit als höchstes Gut. Jede/r soll selbst entscheiden können, ob er oder sie sich impfen lassen möchte und das Risiko von Nebenwirkungen eingehen will. Das Argument, dass es eine moralische Pflicht für den Einzelnen gibt, sich im Interesse der Gemeinschaft impfen zu lassen, lehnen sie ab.

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Erste Impfstoffproduktion

Emil von Behring produzierte vor 108 Jahren die 1. Impfstoffe in großen Mengen.