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Freitag, 19. Februar 2021
Marie Juchacz spricht als erste Frau im Parlament, 1919

von und
Die Aufnahme vom 28.1.1932 zeigt Marie Juchacz zusammen mit dem Reichstagspräsidenten Paul Löbe, dem Generalsekretär der Französischen Sozialistischen Partei, Paul Faure und Pietro Nenni, ehemaliger Redakteur des "Avanti" bei einer Kundgebung der S.P.D. im Sportpalast in Berlin.

Die deutsche Sozialpolitikerin und Frauenrechtlerin Marie Juchacz im Jahre 1932.

Frauen im deutschen Parlament – das ist für uns heute eine ganz normale Sache, wenn wir auch manchmal denken mögen, es könnten schon ein paar mehr sein...

Eine Frau mischt mit

Vor 102 Jahren, am 19. Februar 1919, aber war es fast wie eine Revolution, dass eine Frau im Deutschen Parlament (das man damals Nationalversammlung nannte) ans Mikrofon ging und eine Rede hielt. Es war Marie Juchacz, eine Sozialdemokratin, und sie zeigte Selbstbewusstsein: Die Frauen, so betonte sie, hätten keinerlei Grund, der Regierung dafür dankbar zu sein, dass sie nun auch im Parlament mitmischen dürften. Denn letztlich habe die Regierung den Frauen nur das gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist. Nämlich das Wahlrecht und die Möglichkeit, politisch aktiv zu sein.

Wie war es vorher?

Frauen waren das, was man heute „politisch entmündigt“ nennen würde. Sie hatten kein Recht, für ihre Interessen in politischen Einrichtungen zu kämpfen. Bis 1908 durften sie weder in politischen Vereinen Mitglied sein, noch an politischen Versammlungen teilnehmen.

Kampf für Gleichberechtigung

Die Frauenbewegung hatte schon im 19. Jahrhundert für die Gleichberechtigung gekämpft, aber es war ein langer und schwieriger Kampf und die Erfolge waren mäßig. Doch nach dem Ersten Weltkrieg, in der Verfassung der Weimarer Republik, stand es dann schwarz auf weiß: das Wahlrecht galt für „alle mindestens zwanzig Jahre alten männlichen und weiblichen Personen“.

Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt ein Plakat aus dem Jahre 1919 mit der Aufschrift: "Wähle! Der Heimat Schicksal wird durch Dich bestimmt!" Mit dem Plakat sollten Frauen erinnert werden, sich an der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung 1919. zu beteiligen.

"Wähle! Der Heimat Schicksal wird durch Dich bestimmt!" Wahlaufruf an Frauen 1919.

Und die Frauen haben dieses Wahlrecht wahrgenommen!

82 Prozent gaben ihre Stimme ab bei der Wahl zur ersten Nationalversammlung, 37 Frauen zogen als Abgeordnete ins Parlament. Eine von ihnen war Marie Juchacz. Sie hat sich ihr Leben lang für die Frauen eingesetzt und auch dafür gekämpft, dass es den armen Menschen besser ging.

Wahlberechtigte Frauen und Männer vor einem Berliner Wahllokal am 19. Januar 1919

Wahlberechtigte Frauen und Männer vor einem Berliner Wahllokal am 19. Januar 1919

Erste Bundeskanzlerin

Inzwischen ist bei der Gleichberechtigung von Frauen und Männern vieles erreicht worden. Im Deutschen Bundestag stellen Frauen fast ein Drittel aller Abgeordneten, Frauen haben Ministerposten, in den Parteien haben sie mehr als nur ein Wort mitzureden. Und 2005 wurde Angela Merkel Deutschlands erste Bundeskanzlerin.

Angela Merkel (CDU) wird am 22.11.2005 im Deutschen Bundestag in Berlin als Bundeskanzlerin durch Bundestagspräsident Norbert Lammert vereidigt.

Angela Merkel wird am 22. 11. 2005 im Deutschen Bundestag als Bundeskanzlerin vereidigt.

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