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Lexikon

Nationalversammlung

von und
Die Frankfurter Paulskirche, durch einen Torbogen fotografiert. Hier kam 1848 die erste deutsche Nationalversammlung zusammen.

Die Frankfurter Paulskirche, der Tagungsort der ersten deutschen Nationalversammlung in den Jahren 1848-1849.

Begriffserklärung

In einer Nationalversammlung kommen Menschen zusammen, die gewählt wurden, um für die Nation wichtige Entscheidungen zu treffen. Die wichtigste Aufgabe der Nationalversammlung ist in der Regel, eine neue Verfassung für das Land zu machen.

Französische Revolution
Die erste Nationalversammlung bildete sich in Frankreich zu Beginn der Französischen Revolution im Jahre 1789. Die Nationalversammlung verstand sich als Vertretung aller Bürger. Sie verkündete die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte und erarbeitete eine Verfassung.


Deutsche Nationalversammlung 1848/49
In Deutschland kam die erste Nationalversammlung während der Revolution von 1848/1849 in der Frankfurter Paulskirche zusammen. Sie hatte das Ziel, eine neue Verfassung für ganz Deutschland zu entwerfen.


In diesem Gebäude, dem Deutschen Nationaltheater in Weimar, tagte 1919 die Deutsche Nationalversammlung.

In diesem Gebäude, dem Deutschen Nationaltheater in Weimar, tagte 1919 die Deutsche Nationalversammlung.

Weimarer Republik

Erst 1919 nach dem Ersten Weltkrieg und dem Ende des deutschen Kaiserreiches wurde wieder eine deutsche Nationalversammlung einberufen. Diese oberste Volksvertretung tagte in Weimar. Darum wird sie auch als Weimarer Nationalversammlung bezeichnet. Sie beschloss eine demokratische Verfassung für Deutschland, die so genannte Weimarer Verfassung. Der Grundsatz dieser Verfassung lautete: "Die Staatsgewalt geht vom Volke aus". Deutschland wurde damit zu einem demokratischen Staat. Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte erhielten auch die Frauen das aktive und passive Wahlrecht.

Nationalversammlung und Parlament

In vielen Ländern der Welt, so in den meisten afrikanischen Staaten, wird das Parlament als „Nationalversammlung“ bezeichnet. In der Bundesrepublik Deutschland sowie in den meisten europäischen Ländern, mit Ausnahme von Frankreich, gibt es den Begriff der Nationalversammlung nicht mehr. Heute heißt das deutsche Parlament Deutscher Bundestag.

Eure Fragen dazu...

Ronny 20.01.2021

Hallo! Wir sind in Geschichte gerade bei Nationalversammlungen in Frankfurt und so. Unsere Aufgabe ist es nun das Wollen der Fraktionen zu erklären. Da unser Geschichtsbuch aber sehr kompliziert geschrieben ist, und ich eure Seite gut erklärt finde, dachte ich mir schreibe ich euch . Aber nun zu meiner Frage: was wollte die "liberale Mitte" ? Und/ oder was ist eine konstituinelle Monarchie?

Redaktion

Hallo Ronny, in der Nationalversammlung von 1848/49 (man nennt sie auch Paulskirchenversammlung, weil sie in der Paulskirche in Frankfurt am Main tagte) gab es wie in unserem heutigen Parlament unterschiedliche Fraktionen. Da gab es die Demokraten, die das Wahlecht für alle Bürger forderten. Oder die Republikaner, die alle Fürsten und Könige absetzen wollten. Die Mehrheit der Liberalen aber stellte keine solchen extremen Forderungen. Diese "liberale Mitte" forderte vor allem eine Verfassung, eine Konstitution, für Deutschland. Darin sollten die Rechte der Bürgerinnen und Bürger im Staat festgeschrieben sein, um diese vor der Willkür der Herrscher zu schützen.Die Macht der Herrscher sollte durch die Verfassung beschränkt werden. Heute gibt es in Europa nur noch konstitutionelle Monarchien. In diesen Monarchien gibt es einen König oder eine Königin als Staatsoberhaupt. Aber die politische Macht hat das vom Volk gewählte Parlament. Das Parlament entscheidet auch über die Regierung. Zum Thema "Konstitutionelle Monarchie" findest du auch einen eigenen Artikel in unserem Lexikon. Wir hoffen, dass wir dir ein bisschen weiterhelfen konnten. Wenn du aber noch eine spezielle Frage hast, kannst du uns auch gerne noch einmal schreiben.

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