Direkt zum Inhalt

Lexikon

Nord-Süd-Konflikt

von und
Elendsviertel in Addis Abeba, Äthiopien.

Elendsviertel in Addis Abeba, Äthiopien.

Was mit dem Begriff gemeint ist

Fast alle reichen Industriestaaten liegen auf der nördlichen Erdhalbkugel in Europa und Nordamerika, die ärmeren Entwicklungsländer und Schwellenländer befinden sich überwiegend im südlichen Teil unserer Erde auf den Kontinenten Afrika, Asien und Südamerika. Mit "Nord-Süd-Konflikt" sind die Probleme gemeint, die sich aus den Unterschieden zwischen den reichen und den armen Staaten und den unterschiedlichen Entwicklungsmöglichkeiten dieser Länder ergeben.

Kolonialismus als Ursprung des Konflikts
Diese Unterschiede gehen auf das Zeitalter des Kolonialismus und des Imperialismus zurück. Damals beherrschten die europäischen Staaten die Welt. Die Kolonien in Asien, Afrika und Lateinamerika betrieben Landwirtschaft und lieferten Rohstoffe, aus denen die Kolonialmächte Fertigprodukte und Industriegüter herstellten. Dieses Ungleichgewicht blieb auch noch erhalten, als die ehemaligen Kolonien nach dem Zweiten Weltkrieg unabhängig wurden.


Probleme
Die Probleme wurden noch vermehrt durch stark wachsende Bevölkerungszahlen (man spricht auch von „Bevölkerungsexplosion“). Hinzu kam die Ausbeutung der Bodenschätze in den armen Ländern.
Nord-Süd-Dialog

Seit vielen Jahren versuchen die Entwicklungsländer, auf internationalen Konferenzen zu einer Einigung mit den reichen Industriestaaten zu kommen. Man spricht dabei vom „Nord-Süd-Dialog“. Um den Nord-Süd-Konflikt zu entschärfen, streben die armen Länder gerechte Handelsbeziehungen und eine neue Weltwirtschaftsordnung an, in der die Gegensätze ausgeglichen werden.

Eure Fragen dazu...

Pinkes Einhorn112 08.12.2020

welche Ursachen und Folgen hat der Nord Süd Konflikt

Redaktion

Hallo Pinkes Einhorn112, zu deiner Frage, wie der Nord-Süd-Konflikt entstanden ist, kannst du oben im Text etwas nachlesen. Vielleicht noch interessanter als die Wurzeln des Konflikts sind aber die Folgen, mit denen wir uns heute noch beschäftigen müssen. Den Nord-Süd-Konflikt wird es solange geben, solange keine wirkliche Lösung für den ungleiche Verteilung des Wohlstands auf der Erde erreicht ist. Immerhin wird seit vielen Jahren versucht, zumindest eine gerechtere Verteilung zu erreichen. So versuchen Entwicklungsländer und Industriestaaten auf internationalen Konferenzen zu einer Einigung zu kommen. Man spricht dabei vom "Nord-Süd-Dialog". Um den Nord-Süd-Konflikt zu entschärfen, streben die armen Länder gerechte Handelsbeziehungen und eine neue Weltwirtschaftsordnung an. Damit sollen die großen Gegensätze ausgeglichen werden. Daneben gibt es auch viele staatliche und internationale Maßnahmen. Dazu zählt beispielsweise die Entwicklungshilfepolitik. Zu der haben wir hier im Lexikon auch einen eigenen Artikel "Entwicklungsländer/ Entwicklungspolitik". Oder es gibt Hilfsprogramme der UNO - so zum Beispiel das UNHCR, die sich speziell um Entwicklungsländer und deren Entwicklung kümmert. Alle diese Maßnahmen bedeuten aber zwangsläufig, dass die reichen Länder den Armen etwas abgeben müssen. Das ist aber der Preis dafür, dass mehr Gerechtigkeit auf der Welt herrscht und ein Kaffeepflanzer in Südamerika oder eine Näherin in Asien ihren gerechten Lohn und nicht nur einen Hungerlohn erhalten. Wie du dir denken kannst, stößt das aber in den Industrieländern auf wenig Begeisterung. Und das ist das größte Problem beim Nord-Süd-Konflikt: Nicht alle Menschen können so gut leben wie wir. Damit alle Menschen gut leben können, heißt das für uns, dass wir nicht mehr wie bisher im allergrößten Übermaß weiterleben können und damit etwas schlechter als bisher leben würden. Immerhin gibt es immer mehr Menschen hier, die beispielsweise sogenannte "Fair Trade"-Produkte kaufen, die zwar etwas teurer sind, aber für die auch die Menschen in den armen Ländern mehr Geld bekommen.

Schreib uns

Schreibt uns eure Fragen