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Spezial

Herausforderungen für die Demokratie

Illustration eines Kompromisses: Unterschiedliche Meinungen versuchen miteinander eine Lösung zu finden

Unterschiedliche Meinungen - Kompromisse

Wenn viele Menschen in Freiheit zusammenleben, stoßen oft unterschiedliche Meinungen aufeinander. Diese Vielfalt an Meinungen auszuhalten und sich mit anderen Menschen fair auseinanderzusetzen, sind Grundelemente einer demokratischen Gesellschaft.

„Eine Demokratie, in der nicht gestritten wird, ist keine“ — Helmut Schmidt


Das Zitat vom ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt (1974-1982) bedeutet, dass Streit zur Demokratie gehört. Dabei geht es oft darum, Kompromisse zu schließen. Dabei müssen die Menschen aufeinander zugehen und bereit sein, auch die Anliegen der anderen zu berücksichtigen. Das setzt Fairness und Toleranz voraus - und die Bereitschaft, sich auch mal mit seiner Meinung nicht durchzusetzen.

Die Bedeutung der Parteien

Eine wichtige Rolle beim Lösen von Konflikten in der Politik spielen die unterschiedlichen Parteien. Jede Partei steht mit ihrem Parteiprogramm für eine politische Richtung. Im Parlament treffen die Parteien mit ihren unterschiedlichen Zielen und Meinungen aufeinander und versuchen, für politische Probleme Lösungen zu finden. Wenn mehrere Parteien miteinander die Regierung bilden, müssen sie bereit sein, miteinander Kompromisse zu schließen. Dazu gehört, dass man sich gegenseitig zuhört, die Argumente der anderen ernst nimmt und gemeinsam prüft, wie eine Lösung aussehen könnte, der möglichst viele Menschen zustimmen können.

„Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen“ — Winston Churchill


Winston Churchill (1874-1965) war einer der bedeutendsten englischen Politiker des 20. Jahrhunderts.

Schutz von Minderheiten
In einer Demokratie entscheidet in der Regel die Mehrheit. Die unterlegene Minderheit muss das akzeptieren. In einer Demokratie müssen aber auch die Rechte der Minderheiten respektiert werden. Niemand darf diskriminiert werden, weil er oder sie zu einer Minderheit gehört.

„Die Demokratie, wie ich sie verstehe, muss den Schwächsten die gleichen Chancen zusichern wie dem Stärksten.“ — Mahatma Gandhi


Der indische Rechtsanwalt Mahatma Gandhi war der Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er hat sich für einen friedlichen Kampf ohne Waffen eingesetzt.

Wehrhafte Demokratie
Die Demokratie in Deutschland ist stabil. Umfragen und Wahlergebnisse zeigen, dass eine große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger die demokratische Grundordnung akzeptiert und die Demokratie für die beste Staatsform hält. Trotzdem aber kritisieren auch viele Menschen, dass in der Demokratie nicht alles funktioniert und dass es Probleme gibt, die schon lange auf eine Lösung warten. Solche Kritik gehört zu einem demokratischen Staat. Die Menschen nehmen ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahr und viele engagieren sich, um die Demokratie als Staatsform weiterzuentwickeln.
„Die Demokratie ist keine Staatsform, die man erreicht, sondern eine, die man bewahren muss.“ — Simone Veil

Die Französin Simone Veil (1927-2017) war die erste weibliche Präsidentin des Europäischen Parlaments.

Aber es gibt auch Menschen, die versuchen, die Demokratie als Staatsform abzuschaffen. Gegen die Feinde der Demokratie darf und kann sich der Staat wehren.
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