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Krieg in der Ukraine 2022

21. März 2022: Von einem russischen Luftangriff zerstörte Autos und Gebäude in der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

21. März 2022: Von einem russischen Luftangriff zerstörte Autos und Gebäude in der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

Was ist seit Kriegsbeginn passiert?

Am 24. Februar 2022 sind russische Truppen in die Ukraine einmarschiert. Damit hat Russland einen Krieg begonnen und das Völkerrecht gebrochen. Das Völkerrecht regelt, wie die Staaten miteinander umgehen. Dazu gehört, dass alle Staaten die Grenzen anderer Staaten respektieren. Angriffskriege sind verboten. Der ukrainische Präsident hat seine Landsleute dazu aufgefordert, das Land mit Waffen zu verteidigen. Männer zwischen 18 und 60 Jahren müssen als Soldaten gegen die Angreifer kämpfen.
Die russischen Truppen haben viele Städte und Dörfer zerstört. Viele Menschen haben ihr Zuhause verloren, tausende Menschen sind gestorben. In der Ukraine gibt es nicht mehr überall genug Wasser und Lebensmittel, es fehlen Medikamente und Dinge des alltäglichen Lebens. Zum Schutz vor Angriffen aus der Luft fliehen die Menschen in Keller, U-Bahnhöfe und unterirdische Schutzräume. Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer sind auf der Flucht, innerhalb des Landes und in die friedlichen Nachbarländer der Ukraine.

Warum hat Russland die Ukraine angegriffen?

Der russische Staatspräsident Wladimir Putin hat seit 2014 im Osten der Ukraine den Einfluss Russlands ausgebaut. Er hat die Kämpferinnen und Kämpfer unterstützt, die eine Loslösung des Donbass-Gebietes von der Ukraine wollten. Die Ukraine hat Widerstand gegen diese russische Politik geleistet. Putin will nun die Ukraine oder Teile des Landes unter seine Kontrolle bringen.

Wie reagieren die anderen Staaten auf den Krieg?

Die Vereinten Nationen, die Europäische Union und auch die deutsche Bundesregierung haben den Angriff Russlands auf die Ukraine scharf kritisiert. Die EU hat den Krieg als „Angriff auf die internationale Friedensordnung“ verurteilt.

Gemeinsam haben die Staatschefs der EU und anderer demokratischer Länder wirtschaftliche und finanzielle Strafen (Sanktionen) gegen Russland beschlossen. Diese Sanktionen sollen vor allem die russische Wirtschaft schwächen. Auf diese Weise soll der russische Staatspräsident Putin dazu veranlasst werden, den Krieg möglichst bald zu beenden.
Uneinigkeit besteht in der EU und ihren Mitgliedstaaten, ob die Strafen verschärft werden sollen. Denn die Sanktionen haben auch Auswirkungen auf die Länder der EU. So sind zum Beispiel die Preise von Benzin, Gas und Öl, aber auch von Lebensmitteln stark gestiegen.

Deutschland und andere Staaten schicken auch Waffen in die Ukraine, damit sich die Menschen dort besser gegen die Angreifer verteidigen können. Soldaten entsenden sie nicht, denn sie wollen nicht selbst Kriegspartei werden, also direkt in den Krieg eingreifen.

Viele Politikerinnen und Politiker bemühen sich darum, auch weiterhin im Gespräch mit der russischen Staatsführung zu bleiben. Sie hoffen, dass sich mit Gesprächen eine Lösung finden lässt, um den Krieg zu beenden.

Welche Rolle spielt die NATO?

Im Osten und Nordosten grenzt die Ukraine an Russland, im Norden an Belarus. Im Westen grenzt sie an Polen, die Slowakei und Ungarn, im Süden an Rumänien und Moldau. Polen, die Slowakei, Ungarn und Rumänien sind Mitglieder der NATO. Die Ukraine gehört nicht zur NATO.

Die NATO ist ein Militärbündnis. Das Hauptziel der NATO ist, die Sicherheit ihrer Mitgliedsstaaten zu gewährleisten und den Frieden vor allem in Europa zu sichern. Dazu gehört, dass sich die Länder gegenseitig unterstützen, wenn sie von anderen Ländern bedroht werden. Die NATO darf allerdings nur dann mit Soldaten eingreifen, wenn ein Mitgliedsstaat angegriffen wird. Sie darf dabei nur auf dem Staatsgebiet der Mitgliedsstaaten oder auf dem Gebiet des Angreifers eingreifen. Für alle anderen Handlungen braucht sie eine Ermächtigung durch die Vereinten Nationen (UNO) oder die betroffenen Staaten. Der NATO gehören derzeit 30 Staaten an. Die NATO hat nach dem Angriff Russlands beschlossen, mehr Truppen in den östlichen Mitgliedsstaaten zu stationieren, um die Staaten des Bündnisses schützen zu können. Die NATO-Staaten wollen aber keine Soldaten in die Ukraine schicken.

Wie reagieren die Menschen in Russland?

Kurz nach dem Kriegsbeginn haben tausende Menschen in verschiedenen Städten Russlands auf den Straßen gegen den Krieg protestiert. Mehr als 15.000 Demonstrantinnen und Demonstranten sollen inzwischen festgenommen worden sein. Denn öffentliche Proteste gegen den Krieg sind in Russland verboten.
In Russland wird die Berichterstattung über den Krieg durch die Regierung kontrolliert. Eine freie Presse gibt es nicht. Der Krieg in der Ukraine darf zum Beispiel nicht als „Krieg“ bezeichnet werden. Sehr viele Menschen informieren sich nur über das Staatsfernsehen. Es gibt kaum Möglichkeiten, sich anderweitig zu informieren. Inzwischen haben viele Journalistinnen und Journalisten und auch Kritiker/innen des Krieges das Land verlassen.

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