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Krieg in der Ukraine 2022

21. März 2022: Von einem russischen Luftangriff zerstörte Autos und Gebäude in der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

21. März 2022: Von einem russischen Luftangriff zerstörte Autos und Gebäude in der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

Am 24. Februar 2022 sind russische Truppen in die Ukraine einmarschiert. Damit hat Russland einen Krieg begonnen und das Völkerrecht gebrochen. Das Völkerrecht regelt, wie die Staaten miteinander umgehen. Dazu gehört, dass alle Staaten die Grenzen anderer Staaten respektieren. Angriffskriege sind verboten.

Warum hat Russland die Ukraine angegriffen?

Durch den Krieg gegen die Ukraine will der russische Staatspräsident Wladimir Putin die Ukraine oder Teile der Ukraine unter seine Kontrolle bringen. Schon 2014 hat Russland die Halbinsel Krim im Südosten der Ukraine militärisch besetzt. Seitdem will Putin auch das Donbass-Gebiet im Osten mit Gewalt von der Ukraine loslösen. Die Ukraine leistet Widerstand gegen diese russische Politik.

Was ist seit Kriegsbeginn passiert?

Der Krieg dauert schon viele Monate. In der Ukraine verteidigen die Soldaten ihr Land gegen die Angreifer. Andere Staaten unterstützen die Ukraine zum Beispiel durch Waffenlieferungen. Sowohl auf ukrainischer wie auf russischer Seite sind viele tausend Menschen gestorben.
Die russischen Truppen haben viele Städte und Dörfer zerstört. Viele Menschen haben ihr Zuhause verloren, zehntausende Menschen sind verletzt oder getötet worden. Aus Angst vor Angriffen leben viele Menschen in Kellern und unterirdischen Schutzräumen. Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer sind auf der Flucht, innerhalb des Landes und in die friedlichen Nachbarländer der Ukraine. In der Ukraine gibt es an vielen Orten nicht mehr genug Wasser und Lebensmittel, es fehlen Medikamente und Dinge des alltäglichen Lebens. Einige Teile der Ukraine im Westen sind nicht so stark von den russischen Angriffen betroffen. Doch auch dort haben die Menschen Angst und sorgen sich um ihre Familien und Freunde.
Im Herbst 2022 hat Putin eine sogenannte Teilmobilmachung verkündet. Das bedeutet, dass jetzt noch mehr Soldaten aus Russland zum Kämpfen in die Ukraine geschickt werden. Seit einiger Zeit zerstört die russische Armee gezielt Straßen, Energiewerke und Wasserspeicher. Dadurch soll der Widerstandswillen der Menschen gebrochen werden. Ein solcher Krieg gegen die Zivilbevölkerung ist ein Kriegsverbrechen.

Wie reagieren die anderen Staaten auf den Krieg?

Die Vereinten Nationen, die Europäische Union und auch die deutsche Bundesregierung verurteilen den Angriff Russlands auf die Ukraine. Die EU bezeichnet den Krieg als „Angriff auf die internationale Friedensordnung“.

Gemeinsam haben die Staatschefs der EU und anderer demokratischer Länder wirtschaftliche und finanzielle Strafen (Sanktionen) gegen Russland verhängt. Diese Sanktionen sollen die russische Wirtschaft schwächen und dazu führen, dass Putin bald den Krieg beendet. Putin hat auf die Sanktionen reagiert, indem er unter anderem die Gaslieferungen nach Europa verringert und teilweise eingestellt hat. Dadurch ist die Energie in Europa knapp geworden. Die Preise vor allem von Benzin und Gas sind stark gestiegen. Auch andere Dinge wie Lebensmittel sind viel teurer geworden, weil für die Herstellung Energie gebraucht wird. Die europäischen Staaten versuchen, die hohen Energiepreise und die Inflation, die damit verbunden ist, in den Griff zu bekommen.

Waffenlieferungen

Deutschland und andere Staaten schicken auch Waffen in die Ukraine, damit sich die Menschen dort besser gegen die Angreifer verteidigen können. Die Staaten senden aber keine Soldaten in die Ukraine. Sie wollen nicht Kriegspartei werden, also direkt in den Krieg eingreifen.

Gespräche führen

Viele Politikerinnen und Politiker zeigen der Ukraine mit Gesprächen und Besuchen ihre Unterstützung. Sie bemühen sich auch darum, mit der russischen Staatsführung in Kontakt zu bleiben. Sie hoffen, dass Gespräche dabei helfen, den Krieg bald zu beenden.

Welche Rolle spielt die NATO?

Im Osten und Nordosten grenzt die Ukraine an Russland, im Norden an Belarus. Im Westen grenzt sie an Polen, die Slowakei und Ungarn, im Süden an Rumänien und Moldau. Polen, die Slowakei, Ungarn und Rumänien sind Mitglieder der NATO. Die Ukraine gehört nicht zur NATO.

Die NATO ist ein Militärbündnis. Das Hauptziel der NATO ist, die Sicherheit ihrer Mitgliedsstaaten zu gewährleisten und den Frieden vor allem in Europa zu sichern. Dazu gehört, dass sich die Länder gegenseitig unterstützen, wenn sie von anderen Ländern bedroht werden. Die NATO darf allerdings nur dann mit Soldaten eingreifen, wenn ein Mitgliedsstaat angegriffen wird. Sie darf dabei nur auf dem Staatsgebiet der Mitgliedsstaaten oder auf dem Gebiet des Angreifers eingreifen. Für alle anderen Handlungen braucht sie eine Ermächtigung durch die Vereinten Nationen (UNO) oder die betroffenen Staaten. Der NATO gehören derzeit 30 Staaten an. Die NATO hat nach dem Angriff Russlands beschlossen, mehr Truppen in den östlichen Mitgliedsstaaten zu stationieren, um die Staaten des Bündnisses schützen zu können. Die NATO-Staaten wollen keine Soldaten in die Ukraine schicken.

Was passiert in Russland?

Kurz nach Kriegsbeginn haben tausende Menschen in verschiedenen Städten Russlands auf den Straßen gegen den Krieg protestiert. Öffentliche Proteste gegen den Krieg sind in Russland verboten. Tausende Demonstrantinnen und Demonstranten wurden festgenommen. Viele Russinnen und Russen haben in den letzten Monaten ihr Land verlassen. Viele fürchten, dass sie wegen der Teilmobilmachung als Soldaten gegen die Ukraine kämpfen müssen.
In Russland wird die Berichterstattung über den Krieg durch die Regierung kontrolliert. Eine freie Presse gibt es nicht. Der Krieg in der Ukraine darf zum Beispiel nicht als „Krieg“ bezeichnet werden. Sehr viele Menschen informieren sich nur über das Staatsfernsehen. Andere Informationen sind kaum verfügbar.

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