Direkt zum Inhalt

Lexikon

Mandat

von und
mehrfache Wiederholung des Buchstaben m

Ein Auftrag

Wie so viele fachliche Bezeichnungen stammt auch dieses Wort aus dem Lateinischen und bedeutet "Auftrag", "Weisung". Ein gewählter Abgeordneter im Deutschen Bundestag oder auch in einem Stadt- oder Landesparlament hat von seinen Wählerinnen und Wählern einen Auftrag erhalten. Er oder sie soll die Interessen der Wählerinnen und Wähler im Parlament vertreten. Auch eine Schulsprecherin hat von den Schülerinnen und Schülern ihrer Schule einen Auftrag erhalten. Sie hat das Mandat, die Mitschüler zu vertreten.

Rechtsanwälte

Auch ein Rechtsanwalt hat mit Mandaten zu tun. Wenn er jemanden rechtlich berät oder auch einen Angeklagten vor Gericht verteidigt, nimmt er damit ein Mandat war. Derjenige, der das Mandat, also den Auftrag zur Beratung oder Verteidigung erteilt, ist ein "Mandant".

FAQ / Häufig gestellte Fragen

(Frequently Asked Questions - das ist die englische Übersetzung von "häufig gestellte Fragen")
louiza 11.12.2019

Warum ist es so wichtig, dass die Abgeordneten in Deutschland nur ihrem Gewissen unterworfen und nicht an die Aufträge und Weisungen gebunden sind

Redaktion

Hallo louiza, das "Freie Mandat" bedeutet, dass die Abgeordneten ihren Wählerauftrag frei und ohne Bindungen an Parteien oder Fraktionen ausüben können. Will zum Beispiel eine Fraktion im Bundestag für ein gewisses Gesetz stimmen, so ist kein Abgeordneter der Fraktion dazu verpflichtet, diesem Gesetz auch tatsächlich zuzustimmen. Damit soll verhindert werden, dass die Abgeordneten in ihren Entscheidungen in unzulässiger Weise beeinflusst werden. Aus praktischen Gründen kommt es allerdings nur selten vor, dass Abgeordnete von ihrem freien Mandat Gebrauch machen und anders als der Rest der Fraktion abstimmen. Das ist manchmal ein Dilemma, das für die Abgeordneten nicht leicht zu lösen ist. Allerdings gibt es eben auch viele Entscheidungen, die nicht wirklich eine "Gewissensentscheidung" sind, sondern wo sich die Abgeordneten dann vielleicht gegen ihre eigene Neigung entscheiden, weil einfach ein Kompromiss gefunden werden muss, der dann wiederum ein hohes Ziel ist. Politik ist sehr oft so, dass man Kompromisse erzielen muss. Aber im Zweifelsfall hat immer das eigene Gewissen und die eigene Überzeugung des Abgeordneten Vorrang!

eure weiteren Fragen dazu...

Helena 16.03.2011

Was bedeutet das, wenn die Abgeordneten ihrem Gewissen unterworfen sind und nicht an Aufträge gebunden sind ?

Redaktion

Hallo Helena, das bedeutet, dass ihnen niemand vorschreiben darf, wie sie sich bei Abstimmungen zu entscheiden haben. In der Praxis ist es häufig so, dass alle Abgeordneten einer Fraktion gleich abstimmen. Sie ordnen ihre eigene Meinung dann unter Umständen der ihrer Fraktion unter. Der Fachausdruck dafür ist "Fraktionsdisziplin". Bei besonders schwierigen politischen Entscheidungen, bei denen es häufig auch um moralische Fragen geht, wird dieser Fraktionszwang aber ausdrücklich aufgehoben.

Anna 15.11.2004

Was ist ein Überhangmandat?

Redaktion

Hallo Anna, Überhangmandate entstehen in unserem Wahlsystem, das eine Personalisierte Verhältniswahl ist. (Schau da mal unter Wahlsystem in unserem Lexikon nach). Es werden Direktkandidaten direkt gewählt (mit der Erststimme) und mit der Zweitstimme die Partei gewählt wird. Über die Zweitstimmen wird ermittelt, wieviele Kandidaten der Partei zustehen. Ein Beispiel: eine Partei erhält vierzig Prozent der Zweitstimmen, das würde im Beispiel 40 Mandate bedeuten (dies ist aber nur ein Beispiel, es könnte auch 80 oder 100 oder eine ganze andere Zahl bedeuten). Von dieser Zahl an Mandaten, die entsprechend der Zweitstimmen der Partei zustehen, wird die Zahl der Direktkandidaten abgezogen. Also wenn die Partei 10 Direktmandate bekommen hat, stehen ihr bei 40 Gesamtmandaten (wie in unserem Beispiel) noch 30 Mandate (Abgeordnete) zu. Diese Abgeordneten bestimmt die Partei. (Vor den Wahlen wird eine sogenannte Liste von den Parteien erstellt, auf denen stehen diejenigen, die dann für die Partei in das Parlament kommen können). Wenn nun eine Partei proportional weniger Mandate zustehen, als sie aufgrund von Direktmandaten erhielt, kann sie diese Mandate behalten. Das sind die „Überhangmandate“. Im Beispiel: der Partei stehen 40 Mandate zu, sie hat aber 43 Direktmandate erhalten. Dann gibt es 3 Überhangmandate. Das ist zugegebenermaßen etwas kompliziert, aber hoffentlich trotzdem verständlich für dich.

Schreib uns

Schreibt uns eure Fragen