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Lexikon

Emanzipation

von und
Frauen demonstrieren 1912 für das Frauen-Wahlrecht in Deutschland.

Frauen demonstrieren 1912 für das Frauen-Wahlrecht in Deutschland.

Frauen werden eigenständig

Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie „eigenständig werden“. Im Sprachgebrauch wird „Emanzipation“ meist in Bezug auf die Rechte der Frauen angewendet. Gefordert wird dann, dass Frauen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik mehr Rechte erhalten. Die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen, die im Grundgesetz steht, solle endlich verwirklicht werden.

Erfolge der Frauenemanzipation
Ein Frau in Afghanistan trainiert für ein Radrennen. Dies ist sehr ungewöhnlich, denn bereits das Fahrradfahren ist für Frauen in der konservativen Gesellschaft Afghanistans nicht üblich.

Ein Frau in Afghanistan trainiert für ein Radrennen. Dies ist sehr ungewöhnlich, denn Fahrradfahren ist für Frauen in der Gesellschaft Afghanistans nicht üblich.


In den letzten Jahrzehnten haben Frauen viele Erfolge bei der Emanzipation erreicht. Inzwischen ist es selbstverständlich, dass Frauen jeden gewünschten Beruf ausüben können oder auch ihren Namen behalten können, wenn sie heiraten. Trotzdem gibt es noch Benachteiligungen für Frauen.
Emanzipation in der Geschichte

Von Emanzipation spricht man auch, wenn es darum geht, dass sich Personen oder Gruppen aus Unterdrückung befreien. Viele Völker in Afrika, Asien und Lateinamerika mussten sich in den vergangenen Jahrhunderten von der Unterdrückung durch Kolonialmächte befreien und selbstständig werden. Sie mussten sich von der fremden Herrschaft emanzipieren.

Eure Fragen dazu...

Mike 18.01.2021

Was war das Idealbild der Frau in der Bundesrepublik 1945

Redaktion

Hallo Mike, das eine und für alle Frauen zutreffende Idealbild der Frau hat es im Jahr 1945, als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging, nicht gegeben. Der lange Krieg mit seinen schrecklichen Folgen hatte in den Jahren zuvor die ganze deutsche Gesellschaft verändert. An vielen Stellen waren Frauen gefordert und hatten ganz neue Aufgabe übernommen. Das gilt für die Arbeit in den Fabriken, in denen für den Krieg wichtige Produkte hergestellt wurden. Das gilt für die Organisation der sozialen Aufgaben des Staates, in denen ohne den Einsatz von vielen Frauen nichts funktioniert hätte. Auch in den Familien hatten Frauen oft eine neue Rolle übernehmen müssen, wenn die Väter im Krieg oder in Gefangenschaft waren, verletzt oder sogar gefallen waren. So hatte sich das Bild von den Frauen im Lauf des Krieges verändert. Für viele Frauen war es klar, dass sie nicht mehr bereit waren, frühere Rollen in der Familie einzunehmen und den Männern ganz selbstverständlich das Sagen zu überlassen. Es gab aber auch Frauen, die froh waren, wieder etwas von der Verantwortung abgeben zu können. Für viele Männer, gerade auch für Männer, die den Krieg als Soldaten geführt und dort viel Leid gesehen und erfahren hatten, war es dagegen selbstverständlich, dass sie nach dem Krieg auch zuhause und natürlich in der Gesellschaft und in der Politik wieder die Führung übernehmen würden. So gab es viele unterschiedliche Vorstellungen über die Rolle der Frau in den Jahren nach 1945 und auch noch nach der Gründung der Bundesrepublik 1949. Wie viel sich geändert hatte, kann man in unserem Grundgesetz sehen. Erstmals wurde in eine deutsche Verfassung ein Grundrecht hineingeschrieben, das heute ganz selbstverständlich ist: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt."

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