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Stand / Stände

von und
mehrfache Wiederholung des Buchstaben s

Früher: Ständegesellschaft

Das Wort „Stand“ bezog sich in früheren Jahrhunderten darauf, welchen Wert eine Person oder eine Personengruppe in der Gesellschaft hatte. Man sprach von einer Ständegesellschaft: Die Gesellschaft oder das Staatswesen waren ständisch organisiert. Jeder Stand hatte bestimmte Aufgaben, die mit Rechten, aber auch mit Pflichten verbunden waren.

Eine Ordnung der Gesellschaft aus dem Mittelalter
Die Ständeordnung stammte aus dem Mittelalter. Den ersten Stand bildeten die Kleriker oder die Geistlichen, also Bischöfe, Äbte, Priester und Mönche. Der zweite Stand bestand aus Adligen, also beispielsweise Herzögen, Grafen, Baronen und Rittern. Zum dritten Stand gehörten in den Städten die wohlhabenden Bürger. Auf dem Land bildeten die freien Bauern den dritten Stand. In späteren Jahrhunderten wurden dann einfach alle Menschen, die nicht zum ersten oder zum zweiten Stand gehörten, zum dritten Stand gezählt.
Das Ende der Ständegesellschaft

Mit der Industrialisierung entstand eine neue wichtige Gruppe in der Gesellschaft: die Industriearbeiterschaft. Für sie kam die Bezeichnung „vierter Stand“ auf. Zugleich verloren aber in der Industriegesellschaft die Stände immer mehr an Bedeutung. Die letzten Vorrechte der oberen Stände wurden in Deutschland 1918 nach dem Ende des Ersten Weltkrieges abgeschafft.
Übrigens: Im "Standesamt" lebt die alte Vorstellung vom Stand heute noch weiter. Wer auf dem Standesamt heiratet, verändert seinen Familienstand - aus dem oder der Ledigen werden Verheiratete.

Eure Fragen dazu...

Ich 02.12.2022

Welche Merkmale gehören zum 2.Stand?

Redaktion

Hallo Ich, in der feudalen Ordnung des Mittelalters und der frühen Neuzeit gehörten zum zweiten Stand die Adeligen, also beispielsweise Herzöge, Grafen, Barone und Ritter. Das war ursprünglich die waffentragende Schicht der Bevölkerung, die Konflikte und Krieg ausfocht, für die Sicherheit der Bauern und ihrer Familie sorgte und diesen Land zur Bearbeitung als Lehen gab.

Sabrina 01.12.2022

Wie konnte man im Mittelalter seinen Stand verbessern ?

Redaktion

Hallo Sabrina, im Grunde war das Mittelalter eine sehr statische Gesellschaft. D.h., dass man im feudalen System kaum eine Chance hatte, aus seinem eigenen Stand in einen anderen Stand zu wechseln. Die beste Möglichkeit bestand für Kinder aus dem Dritten Stand darin, in ein Kloster zu gehen oder ein kirchliches Amt anzustreben. Der Wechsel in den geistlichen Stand, bedeutete aber nicht notwendigerweise eine große Verbesserung in Hinsicht auf die Lebensumstände. Auch Fahrer und Mönche oder Nonnen zählten nicht zu den wohlhabenden Menschen in dieser Zeit. In den Adelsstand aufzusteigen, war kaum möglich. Dazu brauchte es ganz besondere Umstände wie eine außergewöhnliche Hilfe für einen Fürsten, die einem dann die Gunst des Adeligen einbrachte und möglicherweise eine Erhöhung in den Adelsstand.

Birnenbaum 1234 30.11.2022

Warum setzte Ludwig 14. vor allem Leute aus dem Bürgerstand und nicht Adlige als seine Minister ein? Was mussten die Minister tun?

Redaktion

Hallo Birnenbaum 1234 , die königlichen Beamten waren in der Regel gut ausgebildete Bürgerliche, meist Juristen oder Ökonomen, die dem König helfen sollten, die Verwaltung besser zu organisieren. Die höchsten Staatsbeamten und Minister waren zum Teil aber weiterhin Adelige. Allerdings versuchte der König, die Adeligen möglichst von der Verwaltung des Staates fernzuhalten, um seine absolutistische Herrschaft zum Ausdruck zu bringen. Oft waren die Beamten diejenigen, die ungeliebte Regelungen des Herrschers durchsetzen mussten. Außerdem hatten sie viel Macht und Einfluss, da sie häufig vor Ort schnelle Entscheidungen treffen mussten. Besonders in den Provinzen, in denen der König zum Teil wenig präsent war, sollten sie die Interessen der Krone durchsetzen. In deinem Geschichtsbuch wirst du bestimmt einiges dazu finden.

Apple🍎 21.11.2022

War das mit den Ständen eine einfache Ordnung?

Redaktion

Hallo Apple🍎, die Ständegesellschaft war vor allem eine sehr strikte und kaum veränderbare Ordnung. Zwischen den Ständen gab es nur wenig Austausch. Das erleichterte das Leben in gewisser Weise, den jede/r wusste, wo er oder sie "hingehörte". Aber es war auch eine Gesellschaftsform, die kaum Hoffnung auf eine Verbesserung für die Armen und wenig Anreiz bot, sich durch Fleiß und Geschicklichkeit gesellschaftlich zu verbessern.

Dida 09.11.2022

Was für Aufgabe hatten die Geistlichen und die Adliger ?

Redaktion

Hallo Dida, die Geistlichen waren die Männer der Kirche. Sie waren Priester oder Bischöfe, Klostervorsteher oder Mönche. Sie hatten den Anspruch, durch die Religion für das Seelenheil der Menschen verantwortlich zu sein. Die meisten Menschen in dieser Zeit waren davon überzeugt, dass sie nur mit der Hilfe der Kirchenleute ein gottgefälliges Leben führen könnten. Die Adeligen waren aus dem Stand der Ritter im Mittelalter hervorgegangen. Ihnen gehörte das Land, das von den Bauern bearbeitet wurde. Zu ihren Aufgaben gehörte die Unterstützung des Königs, oft auch als Anführer des königlichen Heeres.

So 03.11.2022

Warum haben die Menschen in Mittelalter nicht zu schule 🏫 gehen

Redaktion

Hallo So, im Mittelalter gab es noch keine Schulen, wie du sie heute kennst. Die wenigen Kinder, die in dieser Zeit Schreiben und Lesen lernen durften, wurden von Privatlehrern oder in kirchlichen Einrichtungen wie Klöstern und Abteien unterrichtet. Nur ein ganz kleiner Teil der Bevölkerung verfügte über so etwas wie Bildung. Selbst Könige und hohe Adelige konnten oft nicht schreiben.

historiker 123 13.06.2022

Wie veränderte sich die Ständegesellschaft durch die Revolution 1848/49 in Deutschland?

Redaktion

Hallo historiker 123, als Folge der gesellschaftlichen Veränderungen nach der französischen Revolution und der Herrschaft Napoleons und vor allem durch die industrielle Revolution hatte die Ständegesellschaft der Frühen Neuzeit seit etwa 1800 schnell an Bedeutung verloren. Die Revolution von 1848 forderte ein Ende der Fürstenherrschaft, eine Verfassung und mehr Freiheiten für die Bürgerinnen und Bürger. Die ständische Ordnung der Gesellschaft gehörte Mitte des 19. Jahrhunderts schon der Vergangenheit an.

Kevin 06.06.2022

Was ist noch unter dem Knecht (Stand).

Redaktion

Hallo Kevin, Knechte und Mägde gehörten im feudalen Zeitalter zum Dritten Stand. Mehr Stände gab es nicht. Es gab allerdings eine Gruppe der Bevölkerung, die durch ihre Lebenssituation aus dem Ständesystem herausfiel. Das waren die Armen und die Kranken, die Gehandikapten und Menschen, die einen sozial geächteten Beruf ausübten wie Henker oder Prostituierte.

godweren 23.05.2022

was ist ständegeselschadft im mittelalter

Redaktion

Hallo godweren, die Ständegesellschaft des Mittelalters war dadurch gekennzeichnet, dass jeder Mensch einem bestimmten Stand zugerechnet wurde. Aus diesem Stand gab es fast kein Entkommen. Lies dazu doch einmal unsere Lexikonartikel "Stand /Stände" und "Feudalismus" hier im Lexikon von Hanisauland. Da erfährst du mehr.

Sonnenschein ✌️ 16.05.2022

Welcher Stand waren Knecht und magd

Redaktion

Hallo Sonnenschein ✌️, Knechte und Mägde gehörten im Feudalsystem zum Dritten Stand.

Linda 29.04.2022

Was ist chronologie

Redaktion

Hallo Linda , die Chronologie ist die Lehre von der Zeit. Mithilfe der Chronologie kann man beispielsweise herausfinden, wann ein Ereignis vor vielen hundert oder einigen tausend Jahren stattgefunden hat, als die Menschen noch einen anderen Kalender als heute verwendet haben oder sich bei der Bestimmung der Zeit nach dem Mond und den Sternen gerichtet haben.

Simp 26.04.2022

Zu welchem Stand gehörte ein Lehrer?

Redaktion

Hallo Simp, in der Zeit des Feudalismus gehörten Lehrer oder auch Professoren zum Dritten Stand.

Mia 05.04.2022

Stande Mittelalter

1. Klerus
2. Adel
3. Bauern und Bürger
Was macht Klerus und Adel und Bauern und Bürger .LG

Redaktion

Hallo Mia , schau mal unter dem Begriff "Stand / Stände" in diesem Lexikon nach. Da haben wir erklärt, wer zu welchem der drei Stände gehört, die du genannt hast.

Hermine 23.01.2022

Erkläre, welcher Stand am wichtigsten war und warum?

Redaktion

Hallo Hermine, in der feudalen Gesellschaft des Mittelalters und der frühen Neuzeit hatte jeder Stand eine eigene Rolle und Bedeutung. Die Stände brauchten einander, um das Funktionieren einer Gesellschaft zu sicher, deren Grundlage der Besitz von Boden war. Die politische Macht lag seit dem Ende des Investiturstreits im Hohen Mittelalter zunehmend beim zweiten Stand, also bei den Fürsten und Adeligen. Wenn es allerdings um das Seelenheil der Menschen ging, spielten die Männer der Kirche im ersten Stand die entscheidende Rolle.

Harry Potter 18.01.2022

was bedeuted das wort STÄNDEGESELSCHAFT

Redaktion

Hallo Harry Potter , lies mal bitte, was wir unten bei euren weiteren Fragen auf eine ganz ähnliche Frage geantwortet haben.

fabienne 18.01.2022

Was bedeutet eigentlich das wort STÄNDEGESELSCHAFT ?

Redaktion

Hallo fabienne, eine Ständegesellschaft ist eine Gesellschaft, die sich in Stände unterteilt. Als Stände wurden in früheren Jahrhunderten gesellschaftliche Großgruppen bezeichnet. In der Regel unterschied man dabei drei Stände: Die Männer der Kirche als ersten Stand (dazu zählten unter anderem Bischöfe, Priester, Äbte oder Ordensleute), dann den Adel als zweiten Stand und schließlich alle anderen Bevölkerungsgruppen als dritten Stand - dazu zählten Bauern und Handwerker, Kaufleute und alle anderen Menschen, die nicht zu einem der anderen Stände gehörten.

Lórien 03.01.2022

Hallo, was genau bedeutet eigentlich Reformation

Redaktion

Hallo Lórien, schau mal bitte unter diesem Begriff in diesem Lexikon nach. Da haben wir dieses wichtige historische Ereignis erklärt.

Mayaaa 07.12.2021

Gibt es heutzutage noch Länder wo solche Stände existieren?

Redaktion

Hallo Mayaaa, der Begriff des Standes spielt beispielsweise heute noch in der Schweiz eine Rolle. Dort werden die Kantone als Stände bezeichnet. Das ist aber natürlich etwas anderes als ein mittelalterlicher oder frühneuzeitlicher Stand im feudalistischen Zeitalter. Eine Unterteilung der Gesellschaft in Gruppen nach Wohlstand oder Ansehen stellt in gewisser Weise auch das Kastensystem in Indien dar. Dieses wurde zwar offiziell abgeschafft, trotzdem spielt es in der indischen Gesellschaft noch ein Rolle.

Melodie 02.12.2021

Guten Abend!
Ich halte bald ein Referat und habe eine Frage:
Wie war das Leben von Kindern im Geistlichen Stand?
Es wäre sehr nett von euch wenn ihr auf meine Frage eine Antwort hättet.
LG Melodie

Redaktion

Hallo Melodie, ein wichtiges Kennzeichen des ersten Standes im feudalen Zeitalter, dem Stand der Kleriker oder der Geistlichen, war die Kinderlosigkeit seiner Angehörigen. Bischöfe, Äbte, Priester und Mönche hatten nach den Vorschriften der Kirche keine Kinder. Wenn es doch immer wieder zu Verstößen gegen dieses Gebot kam, dann wurden die Kinder in der Regel in einem Heim oder bei Pflegeeltern untergebracht. Dort lebten sie wie andere Kinder dieser Zeit auch. Ihre Abstammung von einem Mann der Kirche war ein Geheimnis.

Hase123 25.11.2021

Welche Auswirkungen hatte die Mittelalterliche Gesellschaftsstruktur auf die Kreuzzüge und auf die modernen/damaligen Spritpreise (Petroleum).

Redaktion

Hallo Hase123, euren Geschichtsunterricht können wir hier nicht machen. Zu den Kreuzzügen und ihren religiösen und machtpolitischen Motiven hilft dir aber sicher dein Geschichtsbuch weiter. Die bei weitem wichtigsten Energiequellen des Mittelalters waren neben Wind- und Wasserkraft Holz und Holzkohle. Andere fossile Energien spielten noch keine Rolle.

Lotta 17.11.2021

Was ist ein Stand?

Redaktion

Hallo Lotta, lies mal den Text zu "Stand / Stände" oben und unsere Antworten zu den FAQ. Da findest du die Antwort auf deine Frage.

tutu 25.02.2021

Wer hatte besondere Rechte in der französischen Gesellschaft

Redaktion

Hallo tutu, in der Ständegesellschaft des Feudalismus hatten der Erste und der Zweite Stand Privilegien, also besondere Rechte. Die Mitglieder des Dritten Standes, also vor allem die Bauern, hatten dagegen kaum Rechte. Oben in unserem Artikel haben wir noch mehr zu den drei Ständen und ihrer Bedeutung in früheren Jahrhunderten geschrieben.

Auch im HanisauLand machen wir am Wochenende Pause.
Nächste Woche könnt ihr hier wieder eure Fragen stellen!