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Lexikon

Wahlrecht

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Ein Besucher der Ausstellung "Damenwahl" steht im Historischen Museum Frankfurt hinter einem Plakat zum Frauen-Tag 1914, auf dem "Heraus mit dem Frauenwahlrecht" gefordert wird.

Eine Ausstellung zum Thema "Damenwahl" in Frankfurt erinnert mit einem Plakat an die Forderung nach dem Wahlrecht für Frauen auf dem Frauentag 1914.

Kurz & knapp
Mit 18 Jahren ist man volljährig. Bei Bundestagswahlen darf man dann wählen, hat also ein "Wahlrecht". Man kann eine Person wählen, die kandidiert. Das ist das "aktive" Wahlrecht. Man kann aber auch selbst kandidieren, um dann selbst gewählt zu werden, das ist das "passive" Wahlrecht. Das Wahlrecht gibt es in Deutschland seit 1871, für Frauen erst seit 1918.

Wahlalter

Wenn ihr 18 Jahre alt werdet, dann seid ihr volljährig. Dann habt ihr auch das Wahlrecht. Ihr dürft eure Abgeordneten, die euch in den Parlamenten vertreten sollen, wählen. In manchen Bundesländern darf man schon mit 16 Jahren bei der Kommunalwahl mitwählen, bei manchen auch bei den Landtagswahlen.

Aktives und passives Wahlrecht
Wenn ihr wählt, nehmt ihr euer Stimmrecht oder, wie es auch heißt, euer "aktives Wahlrecht" wahr. Und wenn ihr selbst gewählt werden wollt, geht das auch mit dem Beginn der Volljährigkeit. Ihr lasst euch als Kandidat oder Kandidatin aufstellen, könnt dann also gewählt werden. Das nennt man "passives Wahlrecht".
Frauen mussten lange warten

Das Recht zu wählen, das allgemeine Wahlrecht, wie es heißt, wurde in Deutschland bereits 1871 eingeführt. Es galt allerdings nur für Männer. Frauen erhielten in Deutschland erst 1918 das Wahlrecht. In anderen europäischen Ländern wie Großbritannien und Frankreich dauerte es sogar noch länger.

Frauen in Frankreich demonstrieren im Jahr 1935 für das Frauenwahlrecht.

Frauen in Frankreich demonstrieren im Jahr 1935 für das Frauenwahlrecht.

Eure Fragen dazu...

Redaktion

Hallo Cesnokov, das sind erstens: Allgemeine Wahl, das heißt, dass jeder Wahlberechtigte wählen kann. Zweitens: Unmittelbare Wahl, das heißt, dass jede abgegebene Stimme auch wirklich Auswirkungen auf die Wahl haben muß. Drittens: Freie Wahl, das heißt, dass die Wähler frei entscheiden können, wen sie wählen möchten. Viertens: Gleiche Wahl, das heißt, dass jede Stimme gleich viel zählt. Und schließlich fünftens: Geheime Wahl, das heißt, dass jeder für sich wählt und auch nachher nicht herausgefunden werden kann, wer wen gewählt hat, es sei denn, er verrät es selbst.

Tanja 21.09.2005

Was und wen darf man ab welchem Alter wählen? Alles erst ab 18!?

Redaktion

Hallo Tanja, in der Regel darf man an politischen Wahlen erst mit 18 Jahren teilnehmen. Aber es gibt ein paar Bundesländer, z.B. Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen, da darf man schon mit 16 Jahren bei den Kommunalwahlen wählen.

Luisa 12.11.2004

hallo, wieso ist es so wichtig, das so viele wahlberechtigte Bürger wie möglich wählen gehen sollten?

Redaktion

Hallo Luisa, dass möglichst viele wahlberechtigte (kommt von "Recht" zum Wählen) Bürger wählen ist wichtig, damit auch die Meinung von möglichst vielen Bürgern im Parlament berücksichtigt wird. Die Parteien, die sich zur Wahl stellen, verkünden bestimmte Programme, Pläne, die sie verwirklichen wollen. Und eine Regierung, die von vielen Wahlberechtigten gewählt wurde, kann mit einigem Recht darauf vertrauen, dass sie auch die Meinung der meisten Bürger vertritt. Das ist das eine. Das andere ist, dass auch die Kritiker an der Regierungspolitik ihre Stimme bei der Wahl abgeben sollen. Dadurch wird sichergestellt, dass auch kritische Meinungen, die Opposition, im Parlament vertreten ist. Unser parlamentarisches System ist darauf ausgelegt, dass im Parlament die politischen Auseinandersetzungen stattfinden, dass im Parlament die Argumente ausgetauscht werden und Lösungen gesucht (und hoffentlich gefunden) werden. Hier sollen möglichst viele unterschiedliche Meinungen zu Worte kommen. - Die Demokratie ist darauf angewiesen, dass die Menschen sich beteiligen, dass sie sich darum kümmern, was in der Politik geschieht und dass sie daran mitwirken, Lösungen für Probleme zu finden. Im Bundestag werden die Regeln für unser Zusammenleben gemacht - also die Gesetze. In Wahlen kann jeder mitbestimmen, welche Gesetze gemacht werden, wer uns regiert und wie es in Deutschland in Zukunft aussehen soll. Wählen ist also immer auch Verantwortung übernehmen.

laura 09.11.2004

wie viele wahlberechtigte gibt es in deutschland durchschnittlich?

Redaktion

Hallo Laura, in Deutschland gibt es zu den Bundestagswahlen ca. 61 Millionen Wahlberechtigte.

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